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Pilion Oktober 2010

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Pilion Oktober 2010
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Dirks Tochter Annika möchte gerne einmal mit uns verreisen - am liebsten nach Florida oder Griechenland. Ok - die Frage ist bloß: wann? In den Osterferien haben bereits andere Kollegen Urlaub, die Sommerferien sind Ende Juli bis August - das ist uns zu heiss in Griechenland. Also bleiben - die Herbstferien. Die allerdings dieses Jahr in NRW recht spät sind: Mitte Oktober... ok. Kreta sollte doch noch machbar sein zu dieser Zeit - aber leider sind die Flüge aufgrund der Ferien definitiv zu teuer. Also - welche Alternativen gibt es? Wir schauen uns um, unterhalten uns mit anderen - und kommen auf den Pilion...

Der Pilion ist eine Halbinsel, die relativ genau zwischen Thessaloniki und Athen liegt. Das Tor zum Pilion ist Volos, eine Hafenstadt, welche direkt am Pagasitischen Golf liegt. Aufgrund der geschützten Lage soll man im Pagasitischen Golf durchaus noch bis Ende Oktober baden können, die Temperaturen liegen üblicherweise bei Anfang bis Mitte 20 Grad. Ok - hört sich gut an, die Flugpreise sind auch ok - also schauen wir mal... wir landen in Kalá Nerá, was übersetzt soviel wie gute Wasser/ Quellen bedeutet. Ca. 20 km hinter Volos gelegen ist es ein beliebtes Ausflugsziel für die Menschen aus Volos. Und wir hoffen, dass wir in der Nachsaison hier noch das ein oder andere geöffnete Lokal finden. 

Flüge nach Theassaloniki sind gebucht, Volos wird um diese Zeit leider nicht mehr direkt von Deutschland aus angeflogen. Wir sind schon alle sehr gespannt - nur ein Mietwagenverleih muss noch her. Man legt uns wärmstens AVIS ans Herz - aber mit den Preisen können wir uns definitiv nicht anfreunden. Auf Kreta buchen wir immer bei einem einheimischen Vermieter - also, warum auch  nicht hier? Nach einigen Rückfragen bekommen wir den Tip für Chalkidiki Cars. Die Internet-Seite ist auf Deutsch, die Bedingungen inkl. der Versicherungsleistungen stimmen auch - also folgen wir der Empfehlung und reservieren dort einen Mietwagen für die Zeit.

Montag, 11.10.2010

Es geht los - der 1. Urlaub auf dem Festland - und zu Dritt... Wir hoffen, dass der Wetterbericht sich irrt - in Köln strahlender Sonnenschein und in Griechenland... Regen, Regen, Regen... ein Tiedruckgebiet liegt über dem gesamten Mittelmeer-Raum...

Es fängt schon "gut" an... Im Flieger sitzen vor uns 'ältere' Herrschaften, schon nicht mehr ganz nüchtern, wie wir meinen. Ich habe selten erlebt, dass sich Erwachsene so benehmen und meinen, sie müssten die komplette direkte Umgebung unterhalten und beschallen. Also - Augen zu und Kopfhörer an. Annika hat leider ihren IPod im Koffer verstaut und ist verständlicherweise ein wenig abgenervt.

In Thessaloniki angekommen wundern wir uns, wie klein der Flughafen ist. Das Gepäck kommt recht zügig, Annika macht erste Bekanntschaft mit den griechischen Toiletten - kein Papier in die Toilette, ganz wichtig! Wir werden bereits erwartet und wundern uns, dass wir von einem anderen Mietwagenverleih erwartet werden - es gab ein Problem mit unserem Auto, also hat man umorganisiert. Kein Problem, Konditionen werden übernommen, das Auto ist relativ neu, hat gerade mal ca. 10.000 km. Was man wissen sollte: die Firma sitzt nicht direkt am Flughafen, man fährt mit der Person, die einen abholt, zu einer BP-Tankstelle in der Nähe und bekommt dort das Auto übergeben. Also: immer von der Kategorie her so buchen, dass der Platz für Gepäck etc. für eine kurze Fahrt mit einer zusätzlichen Person ausreicht! Das ist nicht nur bei Chalkidiki Cars so sondern auch bei anderen Verleihern. Wir zahlen den Wagen, tanken und los geht es. Wir fahren in den Regen hinein und wissen - es wird nicht besser die nächsten Tage...

Wir fahren ca. 3 Stunden und sind froh über unser Navi - Navigon ist recht zuverlässig, damit ist auch Volos absolut unproblematisch. Wir sehen unterwegs einige Lidl-, Aldi- und Praktiker-Märkte sowie Eurospar. Unsere Unterkunft Platanofylla in Καλά Νερά finden wir rasch. Wir sind gespannt auf das Apartment - und zufrieden. Das Beste von allem: es gibt eine funktionierende Heizung!

 

 

 

 

 

Wir sind einfach nur müde, kaputt - und ziemlich hungrig. Unsere Vermieter empfehlen uns das Rodia am anderen Ende des Ortes, eine Taverne, welche ganzjährig geöffnet hat und auch gerne von den Einheimischen besucht wird. Inzwischen regnet es in Strömen - bei dem Wetter - also ab ins Auto. Am Ende der Straße um die Kurve und die nächste Straße links. Die nächste links? Kann das wirklich sein? Die Straße wird enger und sieht eher nach einem Privat-/ Feldweg aus. Aber wir sind ja von Kreta einiges gewöhnt - also weiter. Am Ende der Straße werden wir fündig. Zumindest noch 2 weitere Gäste da, also rein. Wir essen und trinken viel zu schnell - und fallen relativ früh müde ins Bett.

 


Dienstag, 12.10.2010

Bewölkt, alles grau in grau - aber trocken. Wir wollen den Ort erkunden - fast alles hat geschlossen. Das Wasser wäre warm genug zum schwimmen - aber bei dem Wetter lacht es uns nicht wirklich an. Ausserdem beginnt es wieder zu regnen. Wir beschliessen, einzukaufen und nach Volos zu fahren. Lidl, Aldi, Eurospar - ok, keine amerikanischen shopping malls vorhanden. Aber bei strömenden Regen unglaublich interessant... Wir wundern uns teils über die happigen Preise - in Griechenland ist das Lohnniveau niedriger als in Deutschland, aber die Lebensmittel-Preise sind ähnlich wie bei uns, teils sogar höher. Milch wird sowohl von Lidl als auch von Aldi aus Deutschland importiert - und kostet entsprechend mehr.

Wir sind fertig mit einkaufen und da es gerade eine Regenpause gibt beschliessen wir, noch in Volos ein wenig herumzulaufen. Aufgrund des Wetter möchten wir nicht zuweit weg vom Zentrum parken und fahren in ein Parkhaus - ziemlich teuer, aber egal. Wir laufen Richtung Hafen, haben Hunger und möchten eine Kleinigkeit essen. Eine Kleinigkeit... von wegen... Üppiger geht es kaum. H Pitta tou Pappou mit allen möglichen Dingen. Die Bedienung ist froh, dass die Touris etwas griechisch sprechen. Nach dem Essen regnet es wieder - da macht herumlaufen keinen wirklichen Spaß. Zurück zum Apartment, zum Glück ist es dort warm. Die Vermieter kommen vorbei und reparieren unsere Badezimmertür. Aufgrund der hohen Feuchtigkeit hat sich die Tür verzogen und das ganze Hause hat etwas davon, wenn einer von uns das Bad benutzt. Sie geben uns ein paar Tips für die nächsten Tage. Die Wetteraussichten sind mehr als mies. Dauerregen über Tage, das ist absolut unüblich für diese Zeit. Aber werden das Beste daraus machen. Wir unterhalten uns noch ein wenig, natürlich möchte man wissen, ob wir bereits in Griechenland waren. Ich erfahre, dass Kreta nicht wirklich Griechenland ist - die Festland-Griechen sehen es also genauso, wie viele Kreter...

Wir sind vom Mittagessen alle noch so voll gegessen, dass wir abends nur einen kleinen griechischen Salat machen und dann Fernseh schauen.

 


Mittwoch, 13.10.2010

Es ist trocken... wow, wenigstens etwas. Wir beschliessen, einen Tip unserer Vermieter anzuschauen und nach Potistika zu fahren - angeblich einer der schönsten Strände des Pilion, lohnt sich auch ihn einfach einmal gesehen zu haben bei nicht so schönem Wetter. Es geht durch die Berge auf die Ägäis-Seite der Halbinsel. Die Sicht zwischendurch ist unter 50 m - wir fahren durch die tief hängenden Wolken. Zwischendurch fragen wir eine Dame, ob wir noch richtig sind, da uns alles so unwirklich vorkommt.

Wir kommen an - und sind begeistert. Unglaublich schöner Strand mit bizarren Felsformationen. Es ist relativ warm, wir laufen ohne Jacke herum und freuen uns einfach an der Natur. Zwischendurch schaut Annika mich an und sagt, dass sie noch nie in ihrem Leben einen so schönen Strand gesehen hat. Na - allein schon dafür hätte sich die Fahrt auf jeden Fall gelohnt. Hier müssen wir unbedingt noch einmal hin. Wir ärgern uns, dass wir nicht unsere Schwimmsachen dabei haben - da die Luft recht warm ist sieht das Meer einfach zu verlockend aus.

Wir haben alle etwas Hunger und Durst. Am Strand gibt es direkt ein schönes Lokal mit Blick auf die Bucht, aber das hat na klar schon geschlossen - wie fast alles um diese Zeit. Auf dem Hinweg haben wir in der Parallelstraße vom Strand eine Taverne gesehen - und hatten den Eindruck, diese sei geöffnet. Zumindest steht das "Anoikta"-Schild auf der Straße. Also - Treppen hoch laufen und schauen... offen? Naja... wir treffen die Familie beim Mittagessen an und überraschen diese sehr... auf meine Rückfrage hat man aber selbstverständlich geöffnet und sehr gerne können wir etwas zu essen bekommen... Viel Hunger haben wir nicht und nehmen nur einen griechischen Salat und Tarama. Sehr lecker ist das - und die Tomaten schmecken einfach phantastisch, viel besser, als zu Hause. Drinnen tobt das Chaos - Hausaufgaben machend die einen, tobend und schreiend die anderen Kinder. Wir wundern uns, wie man bei dieser Geräuschkulisse Hausaufgaben machen kann...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist immer noch trocken und so fahren wir noch nach Milina, einem kleinen Ort am Pagasitischen Golf. Das alte Fischerdorf hat namhafte Kapitäne, Schwammtaucher und Fischer hervorgebracht. Seit einigen Jahren ist das einst stille Dorf ein lebhafter Ferienort während der Hauptsaison. Doch trotz der vielen Touristen bietet Milina viele malerische und ruhige Winkel sowie besonders schöne Sonnenuntergänge. Wir kommen an und denken "wow - ist DAS eine schöne Bucht!" Schade, dass es zu diesig und bewölkt zum Fotografieren ist. Der Ort sieht nett aus, in der Hochsaison soll hier einiges los sein. Doch jetzt auch hier - kein Tourismus mehr, fast alles geschlossen. Es fängt wieder an zu regnen und wir trinken etwas. Dazu bekommen wir eingelegte Sardellen serviert. Mag ich persönlich eigentlich gar nicht, aber diese sind wirklich lecker.

Ab zurück nach Hause, etwas ausruhen, bevor wir wieder im Rodia essen gehen. Mal schauen, was morgen wird - Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 90 %... Heute waren es 60 %, die restlichen 40 % haben wir gut ausgenutzt.

 


Donnerstag, 14.10.2010

Es regnet in Strömen... Wir überlegen, was tun. Volos und Archäologisches Museum? Soll auf jeden Fall interessant und einen Besuch wert sein. Oder nochmal auf die Ägäis-Seite? Annika darf aussuchen - wir entscheiden uns nochmal für die Ägäis-Seite, da es morgen sowieso nach Volos gehen soll. Ausserdem war das Wetter gestern auf der Ägäis-Seite besser, vielleicht haben wir ja heute auch wieder Glück?

Los geht es, über Miliés (wow - ganz schön eng dort oben, im Ort!), Tsangarada (hierfür gibt es zig verschiedene Schreibweisen...), Mouressi nach Agios Ioanis. Der grüne Hang zieht sich bis zum Meer herunter, bis zum letzten Jahrhundert lag in diesem Bereich der Hafen von Mouressi. Heute ist es ein international bekannter Ferienort. Annika wird ganz übel von den ganzen Kurven und Serpentinen, erholt sich aber nach einem Stop zum Glück wieder. Bei Mouressi sehen wir, wie sich unterhalb eine Wolke auf uns zu bewegt - und mit was für einer Geschwindigkeit! Wir versuchen, das auf Foto zu bannen, was fast unmöglich ist - und fahren weiter. Unterwegs, kurz vor Kissos, sehen wir einen kleinen Wasserfall - wunderschön. Ich komme mir vor, wie in Südtirol - sowohl landschaftlich, als auch wettermässig.

 

 

 

 

 

 

 

Der Regen nimmt zu und als wir endlich in Agios Ioanis einige Serpentinen später eintreffen - giesst es wie aus Kübeln. Schlimmer als in Holland! Deswegen verzichten wir auf den Fußmarsch zum schönen Strand von Papa Nero und schauen, wo wir unterkommen können. Wir finden Zuflucht in einer Taverne, bestellen ohne große Erwartungen etwas zu essen - und bekommen ganz phantastische Meerbrassen serviert! Damit hätten wir nicht gerechnet. Sehr empfehlenswert, leider haben wir den Namen der Taverne nicht notiert. Sie ist im hinteren Drittel der Strandpromenade.

Später nur zurück - Regen, Regen, Regen... Als wir in Milies sind, klart es auf - kaum zu glauben. Zurück in Καλά Νερά können Annika und ich sogar eine Runde im Meer schwimmen. Ach ne - wie is dat schön... Abends kochen wir selbst, das Apartment ist gut ausgestattet mit Pfannen, Töpfen, Kochlöffeln - sogar ein Abtropfsieb und eine Reibe gibt es. Kurz vor Mitternacht noch eine Runde draussen drehen - wir haben sternenklaren Himmel, wunderschön. Wer hätte das im laufe des Tages gedacht...

 


Freitag, 16.10.2010

Wir stehen auf- und sehen strahlend blauen Himmel! Sonne, Sonne, Sonne - endlich... Heute ist Wochenmarkt in Volos und wir möchten dorthin. Unsere Vermieter können uns leider nicht sagen, wo dieser stattfindet - wir fahren also erstmal zur Touristeninformation und lassen uns erklären, wo der Wochenmarkt ist. Dieser findet nämlich nicht an einem größeren Platz oder so statt - sondern in einer Straße mitten im Wohngebiet. Und das ist groß in Volos, ohne zu wissen, wo das ist - quasi unauffindbar. An diesem Freitag findet er in der Odos Mignon statt - das wechselt aber wohl schon einmal, am besten fragen,w wenn man ihn nicht findet. Direkt in der Nähe finden wir sogar einen kostenfreien Parkplatz, ohne Beschränkung auf max. 1 oder 2 Stunden.

Der Wochenmarkt selbst ist in der Straße Magniton und ein Erlebnis. 1.000 und 1 Düfte liegen in der Luft. Kein Tinnef sondern nur Obst, Gemüse, Pflanzen und - ... Fisch. Ungekühlt, mitten in der prallen Sonne... also DEN würde ICH nicht kaufen... Die Leute sind unglaublich nett und freundlich, jeder möchte, dass wir "sein" Obst, "sein" Gemüse oder gar ihn selbst fotografieren. Ein Marktverkäufer stellt sich mitten vor Dirk, gestikuliert und will unbedingt fotografiert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach schlendern wir Richtung Hafen - ist das schön, wenn die Sonne scheint! Unterwegs sehen wir einen Sportlehrer mit Schülern, wir schätzen 3. oder 4. Klasse. Die werden ganz schön herumkommandiert, und das nicht gerade leise. Annika schaut genauso fasziniert zu wie wir - und ist froh, dass in Deutschland der Sportunterricht in einem anderen Ton stattfindet. Wir vermuten, es wird Disziplin unterrichtet... Am Hafen sind wieder die unvermeidlichen Straßenhunde - die Ärmsten... sowie eine schöne, katholische Kirche:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir setzen uns in ein Café und geniessen Sonne und Wärme - das Leben ist schön. Wir bekommen sogar Richtig leckeren Eiskaffe, das Flo Cafe ist eine Kette in Griechenland und sehr empfehlenswert, wie wir finden. Wahnsinn, wie sich die Welt bei Sonnenschein verändert und wie positiv man durch das Leben geht. Ausserdem stellen wir fest, dass es 2 Sorten von Griechen gibt:

- die Griechen, welche bei ca. 21/ 22 Grad und Sonnenschein so wie wir mit T-Shirt, ggfls. leichter Strickjacke, herumlaufen sowie noch im Meer schwimmen gehen und

- die Griechen, welche bereits mit Daunenjacke und Winterstiefeln inkl. Fell durch die Welt gehen

Nachmittags fahren wir nach Afissos zum Schwimmen - und beschließen, hier irgendwann einmal den Urlaub zu verbringen. Sehr malerisch und idyllisch ist der Ort, gleich einem Amphitheater mit Blick auf den Golf gebaut. Der Kieselstrand ist feiner als bei uns direkt vor dem Haus, man kann gut darauf liegen. Das Wasser ist noch angenehm temperiert - der perfekte Ausklang nach Volos. Ich probiere meinen neuen Polfilter aus - und bin hin und weg. Wahnsinn, wie sich die Wolken verändern oder wie klar man die Steine im Wasser fotografieren kann. Wir fahren noch die etwas abenteuerliche Uferstraße weiter, nach Lefokastro. Sehr, sehr nett - ein kleines Lokal hat direkt Tische am Wasser aufgestellt. So kennt man Griechenland aus den Prospekten.

 

 

 

 

 

Abens wollen wir einen weiteren Tip unserer Vermieter ausprobieren. Kurz vor Milies gibt es eine kleine Taverne, das Το Λιοστάσι/ To Liostasi. Diese Tavene hat nur von Donnerstag - Sonntag geöffnet. Ok - schauen wir uns das einmal an... und wir sind begeistert. Ich kenne nicht alle Gerichte bzw. Wörter. Doch die Dame des Hauses gibt sich Mühe, mir die Gerichte in einfachem Griechisch zu erklären, das ich dann leicht übersetzen kann. Ich hätte nie gedacht, dass ich in Griechenland so lecker zubereitetes Schweinefilet bekommen würde - ein wenig nach Jägerart mit einer Philadelphia-Sosse. Dirk hat Lamm, welches ebenfalls sehr gut und zart ist - und gar nicht streng schmeckt. Annika ist nicht so experimentierfreudig, aber auch zufrieden. Und wir bekommen den besten Tsipouro, welchen wir bisher getrunken haben. Hier in der Gegend wird der Tsipouro meist noch ein wenig mit Anis versetzt. Die Atmosphäre ist gemütlich, mit prasselndem Kaminfeuer. Fazit: sehr empfehlenswert, sowohl das Ambiente als auch das Essen.

 


Samstag, 17.10.2010

Der Wecker klingelt, um 11 Uhr fährt die alte Pilionbahn, eine Schmalspurbahn mit einer Spurbreite von 600 mm, von Ano Lehonia nach Milies - und wir sind mit dabei. Wir waren davon ausgegangen, dass die Bahn nur bis Ende September fährt - und freuen uns, dass sie bis Ende Oktober wenigstens am Wochenende noch fährt. Der Fahrplan ist gut im Internet zu finden. Wir sind gespannt, was uns erwartet.. denn günstig ist das Vergnügen nicht: Hin- und Rückfahrt pP 18,- EUR, für Kinder 10,- EUR - für uns drei sind wir also 46,- EUR los. Ein alter Zug mit unbequemen Holzbänken, quer, nicht in Fahrtrichtung - und alte Fenster. Aber was für ein Erlebnis! Höher und höher schlängelt sich der Zug durch unwegsames Gelände und die Berge. Wer kam auf die Idee, in dieses unwegsame Gelände eine Schmalspurbahn zu bauen? Männer werden zu kleinen Jungs, möp, möp tönt es, leuchtende Augen, überall.

Die Aussicht und das Panorama sind atemberaubend. Wir wären natürlich nicht in Griechenland, wenn es unterwegs nicht auch nach ca. 1 Stunde Fahrt einen kleinen Zwischenstop in Ano Gatzea geben würde. Die alten Dampfloks mussten hier früher Wasser nach fassen - jetzt wird die Lok mit Diesel betrieben, aber eine kurze Pause gibt es trotzdem. Die Griechen erobern das kleine Stationscafé, trinken Kaffee, Wasser und schwatzen. Wir nutzen derweil die Gelegenheit als Fotostop. So gestärkt geht es weiter nach Milies, was übersetzt "Apfelbäume" bedeutet. Wir haben eine nette griechische Familie im Abteil, der Herr spricht gut Englisch. Er ist das letzte Mal 1956 mit der Pilionbahn gefahren, erklärt uns etwas über die alten Häuser. In Milies angekommen wird die Lok abgekoppelt und fährt zu einer Drehscheibe, wo sie von Hand gedreht und am anderen Ende wieder angekoppelt wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der kleine Bahnhof liegt am unteren Beginn des Ortes, der eigentliche Ortskern liegt oben auf dem Berg. Dorthin führt ein kleiner, steiler Fußweg - und ich habe schlauerweise offene Schuhe ohne Profil und mit Absatz an... Hoch geht das ganz gut, aber mir graut jetzt schon vor dem Abstieg... Zwichendurch geniessen wir immer wieder das Panorama. Und ich denke an meine Freunde Ute und Michael - und dass der Pilion für sie eigentlich perfekt wäre. Eine Mischung aus Wander-, Kultur- und Strandurlaub. Besser geht es kaum. Dirk denkt an seinen Kollegen Ralph und genau das Gleiche. Der Pilion hat wirklich auch für Wanderer viel zu bieten - man kann z. B. von Καλά Νερά aus nach Milies wandern, immerhin 450 Höhenmeter - und noch weiter, wem das nicht ausreicht. Unsere Vermieter wandern auch gerne und kennen sich ganz gut aus, geben anderen Gästen einige Tips für Wanderstrecken - und überlegen, ob sie künftig nicht auch geführte Wanderungen anbieten sollen. Wer weiss - vielleicht ist das für die/ den ein oder andere/n eine Anregung... Fast überall kommt man immer bei einem kleinen Dorf aus, wo man nett rasten und etwas zu sich nehmen kann. Die Landschaft hier ist wunderschön, grün und von der Natur her sehr abwechslungsreich.

Oben angekommen sind wir erstmal fix und fertig - nix mehr gewohnt. Wir erkunden den Ort, Milies ist wohl eines der schönsten und traditionellsten großen Dörfer des Pilion. Alte Herrenhäuser, gewundene Gassen... es gibt eine historische Bibliothek mit ca. 4.000 seltenen Büchern mit Stichen, Dokumenten und anderen Schriftstücken aus der Zeit des griechischen Freiheitskampfes. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Volkskundliche Museum sowie die Kirche Pammegiston Taxiarchon, eine dreischiffige Basilika von 1741. Auch hier ein dunkles Kapitel des 2. Weltkriegs - am 4.10.43 zerstören deutsche Truppen das Dorf in einer Vergeltungsaktion, inzwischen wurde alles wieder restauriert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich haben wir auch Hunger und probieren einen weiteren Tip unserer Vermieter aus: das Lokal Salkimi. Wir sind mehr als begeistert - selten haben wir in Griechenland so ein gemütliches Lokal gesehen und so gut gegessen. Die Qualität spricht für sich, das Lokal füllt sich immer mehr, fast nur Griechen. Die Küche ist ein wenig fleischlastig, aber sehr empfehlenswert, der Rotwein gut - das Lokal wird in der kommenden Woche unser Stammlokal für das Abendessen. Wir essen wieder einmal viel zu viel, die Sonne scheint - und das Leben ist einfach nur schön. Zurück zur Station ist nicht ohne mit meinen Schühchen, aber dank Dirks Hilfe schaffe ich es ohne Blessuren. Also, kleiner Tip für andere Reisende: feste Schuhe sind auf jeden Fall zu empfehlen... Unten noch einen Kaffee und pünktlich um 16 Uhr geht es wieder zurück. Wahnsinn - dieses Panorama... die Fahrt wird für uns unvergesslich bleiben, der Fahrpeis hat sich aus unserer Sicht auf jeden Fall gelohnt. Wer das im Pilion auslässt - ist selbst schuld...

 

 

 

 

 

Zurück in Kala Nera trinken wir noch etwas an der Strandpromenade - am Wochenende sind mehr Lokale geöffnet, viele nutzenden Ort als Auflugsziel, ähnlich wie die Kölner z. B. Zons. Wir schauen "unseren" Hunden beim herumtollen zu und sehen einen phantastischen Sonnenuntergang mit dramatischen Farben. Was für ein perfekter Tag!

 

 

 

 

 

Sonntag, 18.10.2010

Heute faulenzen wir nur. Liegen am Strand, schwimmen, sonnen uns, essen mächtigen Schokoladenkuchen bzw. Eis - und sind fertig vom nichts tun. Schwerwiegendste Entscheidung heute wird sein: wo gehen wir essen? Tja... DAS sind doch echte Probleme...

Wir hoffen, das bleibt unser einziges Problem: Claudia hat angerufen, weil unser Kaninchen Lucy nicht frisst und völlig apathisch ist. Ich gebe ihr ein paar Tips und hoffe, es bringt etwas... Meine kleine süsse Maus... ich hoffe, sie hält durch, die kleine alte Dame... Abends dann der erlösende Anruf: mit Lucy alles ok, noch nicht perfekt, aber sie frisst und bewegt sich wenigstens ein bisschen. Somit können wir beruhigt in Milies, wieder im Salkimi, essen gehen.

 


Montag, 19.10.2010

Heute ist nochmal Regen angesagt. Deswegen stellen wir den Wecker früh und wollen zu den Meteora-Klöstern, ca. 165 km entfernt. Um 8.11 Uhr geht es los - die Fahrt dorthin ist unproblematisch, aber nicht gerade reizvoll. Den Ort Kalampaka lassen wir links liegen, wir machen ja nur einen Tagesausflug hierher. Hinter dem Ort erheben sich majestätisch die steilen Felsen, welche bekannt sind - wow. Wie in den Dolomiten, nur dass die Steine ganz glatt sind uns sehr, sehr steil. Die Meteora-Klöster sind auf die Bergspitzen gebaut. Uns fällt hier nur ein Wort ein: beeindruckend, absolut beeindruckend, das einmal nicht im Fernsehen sondern tatsächlich zu sehen.

 

 

 

 

 

Wir fahren erst ein wenig herum, nicht alle Klöster sind geöffnet. Besucher müssen in jedem Fall angemessen bekleidet sein. Das bedeutet, auch für Männer lange Hosen, keine Shorts, langärmelige Oberteile - und für die Damen auf jeden Fall Röcke! Lange Hosen für Frauen sind nicht erlaubt. Inzwischen halten die Klöster zum Glück Wickelröcke bereit, die über die Hosen angezogen werden dürfen. Wir besuchen 2 der Klöster und ziehen diese "wunderhübschen" Wickelröcke über unsere Jeans. Das erste Kloster ist das Kloster Varlaam. Diese Aussicht... und die Wandmalereien in der alten Klosterkirche... beeindruckend. Wir staunen einfach nur und lassen alles auf uns wirken. Im kleinen Shop erstehen Annika und ich beide ein Buch über die Meteora-Klöster. Der ältere Herr an der Kasse freut sich, dass jemand griechisch spricht und wir halten ein kleines Schwätzchen. Sehr nett war das.

 

 

 

 

 

 

 

Das zweite Kloster ist wohl das größte und Ursprungskloster: Megalo Meteoro Monastery. Der schön restaurierte Cellar, eine noch größere Kirche mit Wandmalereien - hier setzen wir uns erstmal und lassen alles auf uns wirken. Der alte Speisesaal, die alte Küche, noch alles voller Ruß, die Aussicht - wir sind beeindruckt. Und irgendwie erschlagen von den ganzen Eindrücken. Können kaum noch etwas aufnehmen. Auch Annika gefällt es gut. Auf dem Weg zurück zum Auto kommen weitere Busse an - wir hatten Glück, bei uns hielt sich die Menschenmasse in Grenzen - jetzt laufen sie wie die Ameisen hoch zum Kloster bzw. herunter. Unser Fazit: das sollte man mindestens 1 x in seinem Leben gesehen haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurück halten wir in Volos, wollen bei Starbucks einen richtigen Kaffee zu uns nehmen und ggfls. noch etwas bummeln und die Geschäfte ansehen. Und sind baff, die Öffnungszeiten der Geschäfte sind für uns sehr seltsam: Montag, Mittwoch und Samstag nachmittags geschlossen. Die Öffnungszeiten sind

vormittags: je nach Tag zwischen 8.30 - 2.00 bzw. 2.30 Uhr und nachmittags Dienstag und Donnerstag von 5.30 - 21.00 Uhr. Von wegen Siesta - immer, wenn wir bisher in Volos waren, war nachmittags zu. Ok... das muss man natürlich wissen. Abends gehen wir nur noch etwas essen, diesmal im Pegastika (synonym: Anoikta, weil dies das erste Wort war, das Annika hier gelesen hat). Die Dorade ist hervorragend, der Rest... einfache Hausmannskost. Natürlich auch schwer, da wir inzwischen das Salkimi gewohnt sind - und das darf man wirklich nicht mit einer einfachen Taverne vergleichen. Sehr nette Besitzer sind es auf jeden Fall. Lustiger Zwischenfall: die Eltern sind anfangs nur dort, erklären mir auf griechisch, was es gibt, insbesondere der Fisch interessiert mich. Sohnemann kommt hinzu, sagt, er übernimmt - und erklärt den Fisch nochmal, auf Englisch. Seine Mutter schaut ihn nur von der Seite an und erklärt: genau das Gleiche habe ich vorhin schon erklärt - und sie hat mich auch verstanden. Und geht wieder zu ihrem Kaminplatz. Der Tsipouro ist hervorragend - er hat 2 im Angebot, einen mit Anis, einen ohne - und der schmeckt fast wie der Raki auf Kreta. Und haut uns um. Im wahrsten Sinne des Wortes.

 


Dienstag, 20.10.2010

Heute wollen wir einmal Volos bei geöffneten Geschäften erleben. Wir schlendern durch die Stadt, gehen in ein paar Läden, sind sicherlich auch schön - wenn man etwas Bestimmtes sucht bzw. möchte. Doch einfach so, zum schauen und stöbern - laden sie uns nicht wirklich ein. Irgendwie springt der Funke nicht auf uns über, es gibt keine schöne Altstadt, wir vergleichen irgendwie immer mit Chania auf Kreta, was natürlich nicht fair ist. Ich erstehe zumindest in einem Buchladen bereits mein nächstes griechisches Lehrbuch (ja, Kosta - ich habe die Absicht, weiterzulernen...), auch wenn ich es erst im kommenden Jahr benötigen werde. Wir trinken noch einen Kaffee - und faulenzen den Rest des Tages am Strand. Das Wetter ist nachmittags durchwachsen, wenn die Sonne sich durchsetzt, sehr warm - und ohne Sonne ziemlich schattig und kühl.

Abends fahren wir wieder nach Milies zum Salkimi. Nachdem der Tsipouro dort nicht wirklich unser Ding war erfahren wir: es gibt auch Raki. Und er ist wirklich gut! Wir spielen mit Annika 6 nimmt bzw. Hornochsen - und auf einmal trudeln nach und nach 21 Griechen ein, okkupieren das Lokal. Große Tafel, es werden immer weitere, neue Leckereien aufgetischt, Palaver ohne Ende, Flugblätter werden verteilt, danach im Ort an jeden Passanten ausgehändigt. Schön, das einmal so mitzubekommen. Am nächsten Tag erfahren wir, dass es die Gemeindeversammlung war.

 


Mittwoch, 21.10.2010

Das Wetter weiss noch nicht so recht, was es will - aber wir sind optimistisch, ziehen Röcke bzw. kurze Hosen an und wollen ganz in den Süden, nach Agia Kiriaki. Wir sehen auf dem Weg dorthin wieder eine atemberaubende Landschaft, könnten alle paar Meter anhalten für einen Fotostop. Aber so kommen wir natürlich niemals an... Hinter Milina kommt die schöne, geschützte Bucht von Mavri Petra - mit jeder Menge Segelyachten. Dirk würde am liebsten das Auto stehen lassen und umsteigen, lossegeln. Auf Dauer komme ich wohl um einen Grundkurs Yachtsegeln nicht herum...

 

 

 

 

 

 

Agia Kiriaki ist bisher der malerischste Ort, den wir hier sehen. Ruhig, beschaulich - an der Mole liegen zahlreiche Fischerboote, ein kleines Fischerdorf mit Werft. Wie aus dem Bilderbuch. Wir schlendern durch den Ort und lassen die Atmosphäre auf uns wirken. Bulgarische Arbeiter richten Kupferpfannen und -töpfe. Am Hauptplatz ist eine Taverne geöffnet, Karte gibt es keine. An Gerichten gibt es nur Tzatziki, griechischen Salat, Bifteki, Kotelett, Pommes -und frischen Fisch. Den dürfen wir in der Küche selbst aussuchen. Wucherpreise, wie wir finden - 56,- EUR das Kilo - dafür dass der Golf voller Fisch ist ein stolzer Preis. Aber wir entscheiden uns für 2 Fische - und werden nicht enttäuscht, sehr lecker. Ein Hund findet uns ganz klasse und schenkt uns seine Gesellschaft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir schlendern weiter, Richtung Werft - und werden Zeugen eines tollen Schauspiels: eine Fähre läuft ein, wir wundern uns, wo sie anlegen will, kein Anlegeplatz vorhanden. Doch sie will zur Werft, manövriert und wird unter lautem Geschrei eines ältereren Mannes eingewiesen, wild gestikulierend und rufend aus seinem schwankenden Ruderboot. Wir schauen fasziniert zu und Annika und ich wundern uns, dass er sich stehend bei dem Wellengang, verursacht durch die Fähre, halten kann. Irgendwann ist es vollbracht, die Fähre findet die richtige Stelle und wird aus dem Wasser gezogen. Der Hund buddelt derweil ein großes Loch. Wir gehen zurück zum Wagen, immer begleitet von dem Hund. Die Gassen sind sehr eng, für mich kaum zu glauben, dass hier Autos durchpassen. Und doch quälen sich ein paar wenige durch die Straßen. Dirk's Ehrgeiz ist geweckt - er muss unbedingt durch die engen Gassen fahren und einen anderen Weg zurück nehmen.

 

 

 

 

 

 

 

Annika und ich möchten gerne noch schwimmen gehen, wir finden eine kleine, idyllische Bucht. Die Abfahrt herunter ist etwas abenteuerlich, durch einen Olivenhain - aber unten sind Tavernen, die im Sommer geöffnet haben. Schade nur, dass der Strand wie so häufig nicht gepflegt wird - aber uns ist das in dem Moment egal. Wir laufen ins Wasser und halten uns eine Weile dort auf., schwimmen, sonnen uns, Dirk und Annika werfen Steine ins Wasser. Auf dem Rückweg gibt es in Milina noch einen Eiskaffee bzw. -schokolade, das Licht von der Sonne wird immer schöner und wärmer, alles leuchtet golden.

 

 

 

 

 

Zurück in Kala Nera wundern wir uns - hier ist der Pagasitische Golf aufgewühlt, es gibt hohe Wellen und die gesamte Uferstraße wird überspült. Das Auto bekommt eine Wäsche durch das Meerwasser - es ist ein tolles Schauspiel:

 

 

 

 

 


Donnerstag, 21.10.2010

Nochmal ein schöner Sonnentag, wir fahren durch die Berge auf die Ägäis-Seite des Pilion, diesmal nach Milopotamos, unterhalb von Tsangarada. Wieder Serpentinen, Serpentinen... Annika mag nach dem Urlaub keine Kurven mehr sehen. Eigentlich wären wir auch gerne nach Zagora und dann zum Strand von Chorefto gefahren - aber auf der Karte sieht die Strecke noch enger und nach mehr Serpentinen aus - unzumutbar für jemanden, der im Auto hinten sitzt. Es ist leicht bewölkt und wir fragen uns zwischendurch, ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben, fragen uns, ob der Strand es wirklich wert ist - und hoffen, die Sonne setzt sich durch. Als wir ankommen, staunen wir nur noch - der Strand ist wunderschön: im Hintergrund die hohen Felsen, Sand-/ Kiesstrand, kristallklares Wasser. Er wird durch Felsen in 2 Teile gegliedert, die durch einen natürlichen Torbogen im Felsen miteinander verbunden sind. Eine sehr malerische, geschützte Bucht. Zu dieser Jahreszeit schön ruhig, wenige andere Badegäste - aber in der Hauptsaison muss hier die Hölle los sein, da Tsangarada oberhalb ebenfalls ein Touristenort ist.

Wir baden in der Ägäis, geniessen das kalte, kristallklare Wasser, sonnen uns - leider geht so gegen 14 Uhr die Sonne weg, die hohen Felsen im Hintergrund werfen ihre Schatten. Empfehlung: diesen Strand sollte man am besten vormittags aufsuchen, so gegen 10 Uhr und dann bis zum frühren Nachmittag bleiben. Uns ist das jedoch egal, es ist einfach schön und idyllisch hier. Fast direkt am Strand, in die Felsen, ist ein kleines Strandcafé gebaut. Wir trinken Capucchino, um uns aufzuwärmen, Annika heisse Schokolade. Beides ist so lecker, die Ruhe und Atmosphäre sind so schön, dass wir länger sitzen bleiben. Wir unterhalten uns mit einem Berliner, der mit seiner Familie ebenfalls hier ist. So gegen 17 Uhr fahren wir zurück, sind gegen 18 Uhr wieder in Kala Nera. Das letzte Abendessen in Milies, bevor es morgen wieder zurück nach Deutschland geht. Der Wirt taut richtig auf, Famlienverhältnisse werden geklärt, man unterhält sich nett - ein schöner, letzter Abend geht zu Ende.

 

 

 

 

 

 

 


Freitag, 22.10.2010

Es heisst Abschied nehmen... Griechenland macht es uns leicht, verabschiedet uns so, wie es uns empfangen hat: regnerisch und kühl...

Wir packen unsere Koffer, verabschieden uns und fahren gegen 11 Uhr los. Da das Wetter nicht zum Baden einlädt, wollen wir Thessaloniki erkunden. Die Leute im Salkimi meinten, wir sollten uns an den Weissen Turm/ Lefkos Pirgos, dem Wahrzeichen von Thessaloniki halten und von dort aus in die Stadt gehen. Ok... also, schauen wir mal...

Die Fahrt nach Thessaloniki ist unspektakulär, in Saloniki selbst fängt das Chaos an. Chania ist nichts dagegen - ich würde hier nicht Auto fahren wollen. Keiner hält sich an Fahrspuren, es wird einfach eine zusätzliche aufgemacht, die Motorräder und Roller fahren so dicht an einem vorbei, dass man meint, sie fahren den Seitenspiegel ab, fahren kreuz und quer... die Fahrrad- und Rollerfahrer in Köln finde ich schon unmöglich, ich frage mich immer, wie man so wenig am Leben hängen kann - und auch noch Autofahrer beschimpfen, obwohl sie sich an keine Verkehrsregeln halten. Doch das ist nichts, absolut nichts gegen Thessaloniki... Dirk bewahrt die Ruhe, fährt gut und sicher wie immer. Endlich finden wir ein Parkhaus, Central Parking ΧΑΝΘ, direkt in der Nähe vom Weissen Turm, die Kosten sind uns egal. Wir landen im Central Parking ΧΑΝΘ - und sind verwirrt. Stimmen aus dem Lautsprecher sagen uns auf griechisch, wo wir hinfahren sollen, wir kapieren nichts, es gibt Einweiser. Man fährt durch eine Schranke auf eine Art Drehscheibe, eine Verladestation wie bei Schiffen. Kapieren nicht, was wir machen sollen - irgendwann verstehen wir, dass wir unsere Sachen, die wir brauchen, aus dem Auto nehmen, aussteigen und das Auto abschliessen sollen. Wir sind verwirrt, packen natürlich nicht nur Portemonnaie etc. ein sondern auch die Fotorucksäcke - wer weiss, was hier noch passiert... Und dann... öffnet sich eine Aufzugtür, ein Hebearm kommt herausgefahren, hebt den Wagen hoch, schiebt ihn in den Aufzug hinein - und wech ist der Wagen... Leider habe ich keine website zu diesem Parkhaus gefunden, damit man sich das anschauen kann... ein echtes Erlebnis ist das.

Wir laufen los, gehen die Strandpromenade entlang. Diese ist unglaublich breit, mit großen Fahrradwegen - wir sind wieder einmal überrascht. Das Wetter ist leider nicht besonders, es ist kühl, zumindest regnet es nicht. Wir hoffen, dass wir an der Strandpromenade ein nettes Lokal für einen Kaffee finden - und werden enttäuscht. Entweder man geht Richtung Hafen und setzt sich direkt an einer der Hauptverkehrsadern in ein Straßencafé - oder man geht wie wir in die andere Richtung und stellt fest, dass um diese Jahreszeit fast alles geschlossen ist... Zurück am Weissen Turm versuchen wir, unsere Fotorucksäcke zurück ins Auto zu bringen, da diese bei jedem Schritt schwerer und schwerer werden. Doch das ist der Nachteil bei so einem High Tech Parkhaus: man kommt nicht mehr an den Wagen heran - es sei denn, man zahlt und fährt 'raus aus dem Parkhaus. Also - weiter schleppen...

Wir kommen zur Fußgängerzone, sehen im Hintergrund "The Rotunda of St. George". Gehen die Fußgängerpassage in diese Richtung, sehen eine große Ausgrabung - auch hier waren die Römer. Annika spendiert uns ein richtig leckeres, italienisches Eis, wir gehen weiter. Besichtigen das alte Gemäuer, Eintritt kostenlos. Direkt dort, an der Rotunda of St. George, sind einige nette Cafés - zumindest sehen sie nett aus. Die Zustände der sanitären Anlagen... nun denn... darüber lasse ich mich hier besser nicht aus... Die Geschäfte öffnen um 17 Uhr wieder, wir müssen die Zeit bis 21 Uhr, Mietwagenrückgabe, irgendwie überbrücken. Ich finde einen Buchladen, wenigstens etwas zu stöbern. Alles in allem fühlen wir uns in Thessaloniki nicht wohl, die Stadt gefällt uns gar nicht - laut, hektisch, nach Abgasen stinkend. Ich erinnere mich, dass ich einmal einen griechischen Kollegen gefragt habe, wo er eigentlich herkommt. Er: Thessaloniki. Ich, nichtsahnend, da ein Griechisch-Lehrer an der VHS so von Thessaloniki schwärmte: Ach, wie schön... Der Kollege schaute mich völlig verständnislos an, schüttelte den Kopf und fragte nur: Und was bitte, soll an Thessaloniki schön sein? Jetzt kann ich das verstehen... Mögen die Mitleser, die Saloniki gerne mögen, mir verzeihen... Insbesondere, da ich zwischenzeitlich auch einiges an positiven Dingen über die Stadt erzählt bekommen habe. Man muss eben anscheinend die richtigen Ecken und Lokale kennen...? Versprochen - bei Gelegenheit bekommt die Stadt ihre zweite Chance.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was uns besonders auffällt ist die Mode, mit welcher wir so gar nichts anfangen können... einige, wenige laufen so herum wie wir: Jeans, Bluse/ Hemd/ Pullover, leichte Jacke. Aber viele, sehr viele, bieten uns Anlass zum Staunen: insbesondere etwas korpulentere Damen wie Herren gefallen sich sehr darin, wie Wurst in Pelle - also mit Miniröckchen bzw. sehr engen Klamotten - herumzulaufen. Viele sind sehr bunt/ grell gekleidet. Besonders gerne werden diverse Muster und Farben miteinander vermischt. Ausserdem sind Lackstiefel sehr in. Auch Trainingsanzüge werden gerne getragen. Gegen Abend verändert sich dann das Bild.

Wir haben keine Lust mehr, uns ist allen kalt. Wir sehen eine Ouzerie und kehren dort ein, um diese Uhrzeit na klar als einzige Gäste. Aber das ist uns egal. Die Bedienung freut sich, dass sie mit mir griechisch sprechen kann - und wir essen wirklich hervorragend. Wir probieren einen Fisch aus, welchen wir nicht kennen, ein Raubfisch, sieht gut aus: Μπακαλιάρος Νοπος/ φρέσκο. Ich finde verschiedene Übersetzungen: Kabeljau, Stockfisch... in Englisch steht der Fisch als Haddock, was eigentlich Schellfisch bedeutet... was auch immer das für ein Fisch war: er war fantastisch, super lecker. Wir sind begeistert. Das Lokal versöhnt uns ein wenig mit Thessaloniki. Wir gehen zurück zum Auto, zahlen 16,60 EUR Parkgebühr und fahren Richtung BP Tankstelle, zur Fahrzeugübergabe. Alles klappt reibungslos, wir würden jederzeit wieder über Chalkidiki Cars buchen. Wir werden zum Flughafen gebracht - und sind nicht sehr begeistert: 1,5 Stunden Verspätung sind angesagt... Wir sind alle müde, Annika will nach Hause, zur Mama und in ihr eigenes Bett. Doch wir bekommen die Zeit herum, letzten Endes beträgt die Verspätung nur 1 Stunde, davon wird etwas Zeit herausgeholt, wir landen mit nur 30 min Verspätung in Köln.

 


Wir fühlen uns leider nicht so erholt wie sonst, irgendwie waren die Ruhepausen zu kurz, längere Sonnenphasen und die Wärme haben uns gefehlt. Dafür konnte man Sonnenbäder nehmen ohne Sonnenschutz. Das Wetter war für diese Zeit wohl aussergewöhnlich schlecht, normalerweise regnet es nicht so viel am Stück und ist einiges wärmer. Doch alles in allem hatten wir trotz des durchwachsenen Wetters einen sehr schönen, abwechslungsreichen Urlaub. Sicherlich werden wir irgendwann nochmal in den Pilion fahren, die Gegend ist wirklich wunderschön. Objektiv betrachtet auch schöner als Kreta - und trotzdem bin ich sicher, der nächste Griechenlandurlaub geht wieder nach Kreta. Der Pilon hat so viel zu bieten... man sollte dort wirklich einmal hinfahren. Wer gerne wandert, dem möchte ich noch diese website ans Herz legen: Pilionwalks. Hier werden 9 Touren vorgestellt, da ist wirklich für jeden etwas dabei.

 

Auch freuen wir uns, dass wir einmal mit Annika längere Zeit, ausserhalb der Wochenenden und von Köln, zusammen waren und denken, ihr hat es auch ganz gut gefallen. Sie findet, dass Griechenland ein 'erstaunliches Land' sei, sie hätte nicht erwartet, dass es hier so abwechslungsreich und grün ist. Besonders beeindruckend und schön fand sie die Fahrt mit der Pilionbahn, die Meteora-Klöster, den Wochenmarkt in Volos sowie die Badebuchten Potistika und Milopotamos.

Liebe Annika - ich hoffe, dass der Reisebericht auch Deine Eindrücke gut wiedergibt, es war schön, gemeinsam einmal Urlaub zu machen.

Zumindest ein Eindruck ist im Vergleich zu Kreta identisch: obwohl wir zwar in der Stadt, aber relativ ruhig wohnen - kommt es uns die ersten Tage richtig laut vor... Ausserdem sind die Straßen irgendwie übersichtlicher.

Wer mehr Fotos sehen möchte, kann das in unserer Galerie tun, und zwar hier: Pilion 2010

Danke fürs Mitlesen bzw. -reisen - und wie immer: nach dem Urlaub - ist vor dem Urlaub