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Start Fotografie Nachtfotografie

Nachtfotografie

Nachtfotografie am Beispiel des Kölner Doms

Heute schreibe ich meinen ersten Beitrag in der Kategorie Fotografie. Gleich zu Beginn möchte ich Euch ein interessantes Thema in der Fotografie näher bringen: die Nachtfotografie.  Jeder kennt sie, die schönen stimmungsvollen Bilder von Häusern, Kirchen, Plätzen oder ähnlichem welche in ein weiches Licht getaucht sind. Klassiker in Köln ist natürlich der Kölner Dom mit der Hohenzollernbrücke im Vordergrund. 

Jetzt stellt sich die Frage wie kommt man zu so einem Bild. Sicherlich ist eine gute Ausrüstung nützlich, jedoch nicht entscheidend, um so ein Bild zu machen.  Einige Funktionen erleichtern einem aber die Arbeit. Da wäre zum Beispiel die Spiegelvorauslösung oder der Bulb-Modus.

Wichtig ist der richtige Standort, die richtige Zeit und ein gutes Stativ. Nichts ist ärgerlicher, als ein verschwommenes oder verwackeltes Bild, weil man kein gutes Stativ dabei hatte. Zur Not hilft einem der Rucksack auf einer Mauer, doch bequem ist das sicherlich nicht, immer mit Verrenkungen die Einstellungen der Kamera oder den Bildausschnitt zu prüfen.

Entstehung des Bildes

Ich stand auf der gegenüberliegendes Seite des Rheins auf Höhe des Hyatt Hotels, baute mein Stativ auf, montierte die Kamera und probierte ein paar Einstellungen aus. Das alles passierte eine gute halbe Stunde bevor die "blaue Stunde" begann.  Die blaue Stunde ist der Teil der Dämmerung, nachdem die Sonne hinterm Horizont verschwunden ist, jedoch noch keine tiefe Dunkelheit eingetreten ist.  Dieser Zeitraum ermöglicht besonders schöne Aufnahmen, da der Himmel sich von Hellblau bis Dunkelblau entwickelt und durch das Restlicht noch Zeichnung in den Bilddetails zulässt.

Meine Kamera habe ich auf AV gestellt, damit ich eine feste Blende vorgeben kann. Ich benutze gerne für solche Aufnahmen die Blende 8.  Ein guter Blendenberich ist sicherlich Blende 7,1 bis 11.  Damit erreicht man eine gute Tiefenschärfe und Streulicht bei Offenblende ist meistens störender.

Ein weiterer wichtiger Wert ist die ISO-Zahl. Jetzt könnte man meinen, eine hohe ISO-Zahl erleichtert einem die Aufnahme, da ja durch eine erhöhte Empfindlichkeit die Verschlusszeit kürzer sein kann. Jedoch hat eine hohe ISO-Zahl einen bedeutenden Nachteil: Es rauscht! Je höher die ISO, desto grösser ist das Rauschen. Weiterhin nimmt der Dynamikbereich bei hohen ISO Zahlen bei den digitalen Kameras ab.  Da man sowieso ein Stativ benutzen sollte, heisst es ISO runter.  Standard ist ISO 100 und ergibt sehr gute Ergenisse.

Ob man nun die Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtung durch die Kamera durchführen lässt oder im Nachgang innerhalb der Bildbearbeitung durchführt, ist einem selbst überlassen und sollte durch Ausprobieren herausgefunden werden. Da ich jedem empfehle, in RAW zu fotografieren, kann man die Entrauschung später am PC durchführen.  (Hinweis:  Die Entrauschung innerhalb der Kamera bei Langzeitbelichtung dauert meistens so lange wie die Belichtungszeit war. D.h. wenn die Belichtungszeit 30 sec. war, dann rechnet die Kamera erstmal 30sec. bevor das Bild auf der Speicherkarte landet und ihr ein nächstes Bild machen könnt.)

So nun aber geht es los. Kamera aufs Stativ geschraubt, Bildauschnitt gewählt, auf AV eingestellt, ISO auf 100, und Auslöser gedrückt......Doch was ist das? Bild verschwommen und unscharf. Das kann mehrere Gründe haben:

1.) Wenn die Kamera auf einem Stativ ist, sollte man den Bildstabi ausschalten, da eine vollkommen ruhige Kamera die Bildstabifunktion durcheinander bringt.

2.) Der Autofocus hat eventuell verzweifelt versucht, ein scharfes Bild zu fokussieren, was aber bei so wenig Licht manchmal schwierig ist - der AF fängt an wild hin und her zu pumpen.

Also, IS und AF aus und ein neuer Versuch beginnt, nachdem man manuell durch den Sucher scharf gestellt hat. 

Jetzt sollte das Bild scharf sein, aber eventuell noch nicht richtig belichtet. Zu hell geworden? Da wir die Kamera auf AV stehen haben, versucht die Belichtungsautomatik immer auf ein 18% Grau korrekt zu belichten.  Da aber eventuell die Abendstimmung schon viel dunkler ist kann es sein, dass die Kamera zu lange belichtet hat.  Es gibt nun mehrere Wege, dies auszugleichen.  Entweder man versucht es mit einer Korrektur von -1 bis -2 EV in die Automatik einzugreifen, oder man macht gleich eine Bracketing Reihe  (Funktion: AEB).  Mittels AEB Funktion macht die Kamera gleich 3 oder mehr Bilder mit unterschiedlichen Belichtungswerten. Mehr dazu in der Bedienungsanleitung der Kamera.

Ist das Bild erstmal im RAW-Format auf der Speicherkarte, kann man das Bild noch am PC bearbeiten. Bildauschnitt, Belichtung, tiefe Lichter hochziehen oder fast überstrahlte Lichter etwas dämpfen. Es gibt so viele Möglichkeiten, je nach Geschmack sind fast keine Grenzen gesetzt.  Viel Spass dabei.