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Toskana September 2015

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Die Toskana und ihre Landschaft sowie kulinarischen Genüsse haben es uns vor 2 Jahren angetan, Urlaub mit dem Auto wäre auch mal wieder ganz schön... also Toskana...

 

 

 

 

Freitag, 28.08.2015

 

Noch ein halber Bürotag, bevor es mittags auf die Autobahn geht. Italien... wir kommen... Leckeres Essen, Vino, la dolce vita...

 

Aber bis es soweit ist, brauchen wir sehr viel Geduld. Kurz vor Frankfurt kommt die Verkehrsdurchsage: A3 bei Würzburg, schlimmer Unfall, Totalsperrung, Einsatz Rettungshubschrauber – naja, wir hatten eh vor, über Stuttgart zu fahren. Die Staumeldungen werden immer mehr. Am Rasthof Lorsch fahren wir kurz raus – ein teurer Stopp. Wieder auf der Autobahn wundern wir uns, dass sich der Wagen so komisch anhört. Aufgrund Baustelle ist kein anhalten möglich, das Geräusch verstärkt sich. Das hört sich gar nicht gut an. Bei der erstbesten Möglichkeit, einem gesperrten Parkplatz, halten wir an. Die Befürchtung wird zur Gewissheit, im linken Hinterrad steckt eine dicke Motorrschraube. Zum Glück gibt es Internet, das lotst uns ins 6 km entfernte Viernstein zu A.T.U.

 

Der Servicemitarbeiter wiegt bedenklich den Kopf als er die Reifen sieht... ob die vorrätig sind... Ich sage nur: bestimmt, das kann gar nicht anders sein... Naja. Wie man es nimmt. Zumindest Winterreifen gibt es. Keine andere Möglichkeit da, man bestätigt uns, dass wir unbedenklich damit fahren können. Und schiebt uns netterweise kurz zwischen. DANKE!!! Trotzdem verlieren wir fast 1,5 Stunden. Es regnet in Strömen, Stau über Stau überall. Wir haben Glück, geraten ‚nur’ bei Neckarsulm in einen Stau – der uns eine weitere Stunde kostet. Das Navi sagt Ankunft 21:15 h... Wir hatten im Hotel Zur Schanz bei Kufstein einen Tisch für 20 h bestellt. Dachten, 2 Stunden Sicherheitspuffer wären ausreichend. Wer rechnet auch mit einer Motorschraube. Also kurz in Österreich anrufen und Bescheid sagen. Oh – Küche nur bis 21 h. Das wird eng. Ob man uns was Kaltes herrichten lassen soll? Nicht wirklich. Abwarten, wie wir weiter durchkommen. Wenn es absehbar ist, dass wir es nicht schaffen, können wir uns immer noch melden.

 

Aber wir haben jetzt Glück, kommen super durch und stehen um 20:45 h vor dem Hotel. Beim reinkommen werde ich schon begrüßt „sind Sie die Frau Neuwinger?“ Ja. Hier, der Zimmerschlüssel und dann schnell, ins Restaurant. Wir hatten es schon abgeschrieben – und freuen uns umso mehr, können gar draußen im Biergarten sitzen. Speisen einen hervorragenden Zwiebelrostbraten und bekommen sogar noch einen Palatschinken mit Marillen zum Nachtisch. Die Welt ist wieder in Ordnung, das Zimmer ist auch schön – was will man mehr?

 

Samstag, 29.08.15

 

Sicherheitshalber geht um 7 h der Wecker, ab 7:30 h gibt es Frühstück. Ein hervorragendes Frühstück! Alles, was man braucht: Müsli, Marmelade, Honig, diverse Käse- und Aufschnittsorten, frischer Obstsalat, Joghurt, pürierte Erdbeeren, frische Rühr- oder Spiegeleier, auf Wunsch mit Gemüse und/ oder Speck, Brötchen, Brot, frischer Orangensaft, Kaffee aus der Jura-Maschine, usw.

 

Wir fahren zeitig los und sind guter Dinge – bis kurz vor Innsbruck. Das war es dann mit gemütlich in Urlaub fahren. Massen von Autos, stop and go... Nach dem Brenner fahren wir kurz auf eine Raststätte, Beine vertreten und kurz die Toilette aufsuchen. Für mich fatal –Toilette sieht frei aus, ich will rein, aber nur das Schloss ist kaputt, die Frau knallt im Reflex die Türe von innen wieder zu – und mein Finger ist dazwischen. Zum Glück ‚nur’ eine Schürfwunde und Quetschung, aber es tut höllisch weh. Na Bravo.

 

Danach geht es erstmal in guter Reisegeschwindigkeit weiter, bis kurz vor Bozen. Und dann nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Stau. Bis Verona. Von der Autobahn abfahren ist sinnlos, laut Verkehrsnachrichten sind die Straßen ebenso dicht. Wir brauchen eine Ewigkeit. Kurz vor Florenz, wie könnte es anders sein, Stau. Alles in allem benötigen für für die ca. 600 km 11 Stunden, kommen völlig erledigt bei unserem Ziel um 20 h anstatt der avisierten 14:45 h an. Wie üblich bei einem Agriturismo fährt man gefühlt eine Ewigkeit über einen Feldweg ins Nichts. Roberta nimmt uns in Empfang, die Unterkunft sieht genauso aus, wie auf den Bildern im Internet. Das einzige Manko: im Internet stand, dass man auch dort im Restaurant essen kann... das scheint aber nur in den Hauptmonaten Juli und August möglich zu sein. Also heisst es nochmal losfahren.

 

Roberta empfiehlt uns ein Restaurant, ca. 3 km entfernt, in Pievescola. Es sind tatsächlich nur 3 km, das Örtchen ist nett und das Restaurant macht einen guten Eindruck. Man sitzt dort sehr schön auf einem Platz draussen, auch drinnen sieht es sehr nett aus. Die Pappardelle al Cinghuale sind hervorragend. Aufgrund der Preise für eine Flasche Wein (ab 48 EUR aufwärts) entscheiden wir uns für ein Glas Hauswein, natürlich folgt ein zweites Glas. Nachtisch muss auch noch sein. Wir sind hinterher etwas überrascht über den Preis – wir zahlen insgesamt knapp 75 EUR. Stellen fest, dass der Hauswein der günstigste Flaschenwein ist und das Glas „großzügig“ eingeschenkt ca. 0,15 ml mit 8 EUR berechnet wird und wir somit für ½ l Hauswein 32 EUR zahlen. Zugegebenermaßen ein sehr guter Wein, der ORMA wird im Weinladen ab EUR 48 die Flasche verkauft und das Restaurant gibt den Preis 1:1 weiter. Der Inhaber hat in Deutschland als Sommelier gearbeitet und weigert sich, andere Weine auszuschenken – erfahren wir auf Nachfrage. Damit ist für uns das Lokal leider ausgemustert – denn ein gutes Glas Wein gehört zum Essen dazu, erst Recht in Italien. Und bei dem Preis... das ist uns zu heftig. Schade. Denn ansonsten ist das Ristorante wirklich zu empfehlen.

 

Beim Tabakladen, der auch gleichzeitig Bar und Supermercado ist, holen wir Zigaretten – und fragen nach, ob es Wein gibt. Natürlich – wie konnten wir das vergessen... kein Englisch. Also – premiero giorno, vino rosso... und wir werden verstanden. Er öffnet den Laden, gibt uns eine Flasche Rotwein mit. Leider stellen wir auf der Terrasse fest, dass er verkorkt ist. Schade. Trotzdem ein nettes Erlebnis, der sympathische Barbesitzer kann ja nichts dafür.

 

Wir fallen dann todmüde und geschafft ins Bett und schlafen tief und fest.


 

Sonntag, 30.08.15

 

Die Supermärkte haben alle bis mittags um 13 h geöffnet – also kein Problem, etwas zu besorgen. Wir fahren nach Colle di Val d’Elsa zu Coop. Besorgen die wichtigsten Sachen wie Obst, Gemüse, Brot, Käse, Wasser – und natürlich Rotwein. Wir haben nach der ganzen Fahrerei keine Lust, mehr zu machen und fahren wieder zurück zur Ferienwohnung, kommen für uns erstmal richtig an. Der Pool ist herrlich erfrischend – leider die Insekten sehr ungemütlich. Es wimmelt von Bremsen und anderem Getier, was regelrecht über uns herfällt und uns den Pool nach mehreren Stichen und Bissen ziemlich verleidet. Aber egal. Kurz erfrischt und das passt schon so. Ich kann nicht richtig ins Wasser, der Finger hat sich total entzündet und sieht wirklich übelst aus. Wir fragen Roberta nach Desinfektionsmittel, sie gibt uns H2O2. Der Finger pocht und pocht, weitere unappetitliche Details lasse ich mal weg - wir hoffen, dass es besser wird und ich nicht zum Arzt muss, aber gut sieht es nicht aus. Abends machen wir uns selber Pasta, sitzen auf der Terrasse und geniessen die Ruhe. Herrlich.

 

 

Montag, 31.08.15

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück ist San Gimignano das Ziel. Wie könnte es auch anders sein – der erste Parkplatz ist überfüllt, aber kein Problem, es gibt ja noch mehr Parkplätze. Der Ort ist voll wie immer, Massen von Menschen – und hat trotzdem sein Flair. In der Apotheke lasse ich meinen Finger begutachten und bekomme eine Antibiotika-Salbe. Das H2O2 war die Rettung, ein Arzt ist nicht notwendig.

 

Der Keramikladen ist noch an Ort und Stelle, dieses Jahr Jubiläum – 25 Jahre - und meine vor 2 Jahren gekaufte Lieblingstasse bekommt Zuwachs. Die Form hat sich etwas geändert, aber das macht nichts. Die Sachen sind nicht günstig, aber echte eigene Handarbeit und spülmaschinenfest. Der Laden ist gleichzeitig Werkstatt, die Ware wird dort gefertigt und man kann sich jederzeit mit dem Inhaber unterhalten. Klein, aber fein. Und die Ware ist für uns jeden Cent wert.

 

Wir gehen bis zum Ende – oder Anfang – des Ortes, vermissen das ein oder andere Geschäft, insbesondere ein Weinladen, wo wir vor 2 Jahren einen Grappa di Brunello gekauft haben. Es geht wieder retour, zu „unserer Bar“, Mittagspause. Wir gönnen uns jeder ein Glas Vernaccio – ist ja Urlaub. Und sind überrascht. In der Hitze steigt der Wein schnell zu Kopf. Das hätte ich nicht so gedacht. Tomate Mozzarella, ein Panini – sehr gut. Die Pizza am Nebentisch macht ebenfalls einen guten Eindruck. Herrlich, sitzen, geniessen, gucken...

 

Nachmittags geht es zurück, ein bisschen relaxen. Abends probieren wir eine Pizzeria aus, die ebenfalls nicht weit von uns weg ist, ca. 5 km. Hervorragendes Essen – und bezahlbare Weine. Hauswein der Liter für 10 EUR, Flaschenweine ab 20 EUR aufwärts. Das sind normale Preise. Die Bedienung ist freundlich und fix, erklärt auch gerne etwas. Das wird wohl unser Stammlokal hier werden... Ein schöner Tag ist zu Ende.

 

 

 

 


 

Dienstag, 01.09.2015

 

Volterra... erreichen wir nach einer Fahrt, die sicherlich die kürzeste, aber nicht die schnellste Strecke war. Unser Navi fährt manchmal seltsame Wege. Aber wir kommen an der Fabrikation von Pinzani vorbei, welche auch Direktverkauf haben. Dort wird Peccorino verkauft. Vielleicht nochmal eine Fahrt wert.

 

Natürlich sind wir so spät dran, dass das Parkhaus schon besetzt ist. Wir haben Glück und finden an der anderen Seite des Ortes am Stadttor noch einen Parkplatz. Hier muss man sich vorher entscheiden, für wie lange man einen Parkschein ziehen möchte. Die Stunde kostet 2 EUR.

 

Wir gehen zuerst zu Fabula Etruska, einem Schmuckgeschäft. Hier habe ich vor über 20 Jahren ein Medaillon gekauft mit passenden Ohrsteckern dazu. Diese sind leider Gottes unauffindbar – sehr ärgerlich. Aber nicht zu ändern. Und so kaufe ich schweren Herzens einen Ersatz- der Preis ist um ein Vielfaches gestiegen. Aber ich hatte es so eingeplant und nun „fühle ich mich wieder komplett“. Verwunderlich: den Laden gibt es schon so lange, sicherlich gehen auch viele Touristen hierher – und der Inhaber spricht nicht ein einziges Wort englisch. Wir verständigen uns irgendwie und bei der Erklärung, dass ich vor über 20 Jahren hier war... winkt er mich in sein Büro, macht den PC und google translater an, damit er versteht, was ich eigentlich sage. Und weil das so nett war, bekomme ich zumindest einen kleinen Discount und noch ein Lederband für meinen Anhänger dazu.

 

Wir lassen uns durch Volterra treiben – der Ort hat etwas. Ganz anders als San Gimignano, was ja trotz aller Liebe auch etwas von Disneyland hat. Volterra ist gefühlt ursprünglicher, man sieht auch mehr Italiener, die ihren Geschäften hier nachgehen.

 

Mittags wollen wir nochmal in der Pizzeria essen, wo wir vor 2 Jahren sehr zufrieden waren – und sind enttäuscht. Es ist inzwischen ein Schnellimbiss mit Selbstbedienung geworden. Also gehen wir zu einem anderen uns bekannten Lokal, dem Diogenes. Wir hatten nur noch in Erinnerung, dass wir dort sehr ruhig und nett mittags gesessen haben – und das Essen ebenfalls in Ordnung war. Es ist ein vegetarisches Restaurant, eine Seltenheit in der Toskana.

 

Erst wollen wir Gnocchi bestellen, aber wir haben Lust auf Pizza. Ich bestelle mir eine Pizza mit Ruccola, Dirk eine Pizza mit Gemüse. Dirk’s Pizza ist eine vegane Pizza, also ohne Käse. Wäre an sich auch nicht weiter tragisch – wenn es denn schmecken würde. Der Teig ist knochenhart, man bekommt ihn nicht geschnitten, die Tomatensoße ungewürzt. Und so sehr wir auch den Eigengeschmack von Gemüse schätzen – ein wenig Kräuter oder Gewürze wären auch am Gemüse nicht verkehrt gewesen. Kurzum: die Pizza schmeckt grauenhaft, auch wenn man das Prädikat Pizza und was man damit verbindet einmal weglässt. Auf meiner Pizza kann man den Belag von Ruccola und Parmesan suchen. Und besonders schmackhaft ist auch diese Pizza nicht. Das Restaurant ist in Tripadvisor hochgelobt. Vielleicht bezieht es sich nur auf anderes Essen. Einige Leute sehen durchaus angetan aus. Allerdings auch einige genauso irritiert wie wir. Zumindest für uns also ein absoluter Reinfall.

 

Als Trost gibt es in einer Bar einen schnellen Espresso an der Theke. Wir bummeln langsam Richtung Auto zurück. Abends kochen wir Spaghetti Bolognese und lassen den Abend auf unserer Terrasse ausklingen.

 

 

 

 


 

Mittwoch, 02.09.2015

 

Ein absoluter Faulenzertag... Lesen, im Internet surfen, lesen, ein paar Mal ums Haus herum gehen, wieder lesen... und sich von Roberto Honig zum probieren geben lassen, gerade mal 1 Stunde alt ist der Honig und schmeckt absolut fantastisch.

 

Nachmittags fahren wir nach Colle de Val d’Elsa und schauen uns das historische Zentrum an. Wunderbar. Der Ort hat eine ganz eigene Atmosphäre, insbesondere am späten Nachmittag. Der Ort wird häufig außer acht gelassen, viele sehen ihn nur als Ort, durch den man durch muss, um irgendwohin zu kommen. Ein wenig wie Spili auf Kreta. Aber man sollte sich wirklich die Zeit nehmen und einmal hier anhalten und durch den Ort laufen und ihn auf sich wirken lassen. Hier sind auch sehr schöne kleine Lokale. Leider öffnen sie erst um 19 Uhr und wir haben keine Gelegenheit, irgendwo vorher etwas zu trinken, weil alles geschlossen ist. Was also tun?

 

Nach San Gimignano fahren, was sonst... wir gehen zu unserer Bar und trinken als Aperitif einen Sodi Lunghi, den Rotwein mochten wir vor 2 Jahren so gern. Der Ort wird ruhiger, immer mehr verlassen den San Gimignano oder suchen sich einen Platz zum Essen. Wir überlegen, wohin wir gehen sollen und irgendwie ist klar, wir gehen zu unserem Lieblingslokal in San Gimignano, dem La Magiatore. Draussen ist schon alles belegt, die beiden einzigen freien Tische sind reserviert. Aber im kleinen Garten ist noch Platz. Ohne Sorge vor Taschendieben sitzen wir sehr romantisch im kleinen Mini-Garten und lassen es uns schmecken. Dirk entscheidet sich für Nudeln mit Kaninchen und ich habe eine ungewöhnliche Kombination: Nudeln Carbonara mit Trüffeln, die Nudeln ähneln ein wenig Spätzle, aromatisch gewürzt und die Trüffel duften. Sehr gut! Konnte ich mir erst nicht richtig vorstellen, aber es ist eine großartige Wahl. Und selbst in dem etwas besseren, feineren Lokal bekommen wir eine Flasche Wein für 20 EUR. Man sieht... der erste Abend sitzt tief, die Weinpreise werden zu einer Recheneinheit. Der Wein ist sogar so gut, dass wir einen Karton mitnehmen. Rundum zufrieden geht es dann zum Agriturismo.

 


 

Donnerstag, 03.09.2015

 

Wir sind früh wach und beschließen, an die Küste zu fahren. Ein Kollege hat uns den Strand in Punto Ala empfohlen. Wir gehen davon aus, dass es hier auch einen kleinen Ort gibt, auf Strand sind wir in der Toskana nicht so richtig eingestellt, aber zumindest ansehen wollen wir ihn schon. Der Strand ist lang und wirklich sehr schön. Im Ort selbst fahren wir zum Yachthafen. Wahnsinn, was hier für Yachten liegen. Hier kommen ein paar Millionen Euro zusammen. Wie schon im Internet steht – hierher zieht es die Reichen und Schönen. Zumindest die Reichen sehen wir. Auch am zum Yachtclub gehörenden Stand ist man unter sich, aber das Fußvolk darf durchaus auch mal schauen. Der Ort selbst kommt uns sehr künstlich vor, ohne Leben, ohne Seele. Wie ein Outlet-Dorf in USA. Champagnerbar, Austernbar, Cafés... Eigentlich wäre es ja nett, hier etwas zu trinken und alles wirken zu lassen – aber uns spricht hier nichts an und wir beschließen: das ist es hier nicht für uns, wir fahren weiter, suchen uns etwas mit Leben, Seele.

 

Es gibt die Option nach Castiglione di Pescharia weiterzufahren, es ist nur knapp 12 km entfernt Richtung Süden. Da wir aber sowieso Richtung Norden ins Bolgheri wollen, entscheiden wir uns für San Vincenzo. Nach einer Fahrt von ca. 50 min erreichen wir den Ort und sind überrascht. Ein alter, gewachsener Ort, auch ein sehr netter Yachthafen, links und rechts des Ortes Strände – das hat wenigstens etwas von Leben an sich. Wir essen – quasi zum Frühstück – Linguine mit Scampi. Auf einen Vino verzichten wir bei der Hitze, der gestrige Tag war uns eine Lehre. Danach noch ein kleines Eis – das Leben ist schön.

 

Nun wollen wir zu Georgio Maletti – der Winzer, dessen Wein uns am zweiten Abend so hervorragend gemundet hat. An der ersten angegebenen Adresse... ist ein Industriegebiet, kein Georgio. Und auch die zweite Anschrift ist nicht gerade einfach zu finden. Laut website ist zwischen 15-18 Uhr der Weinladen zum Probieren geöffnet, auch Weine kaufen kann man dort direkt. Nur – alles ist wie ausgestorben, er ist nicht da sondern nur seine Frau. Und die vertröstet uns auf abends. Nachdem Dirk mehrfach 16 Uhr gesagt und sie bestätigt hat, habe ich so ein Gefühl... und frage Quattro i ora? No – seis i ora... oder noch später. Und nur Georgio kann uns helfen. Ah ja...

 

Da wir unbedingt Wein mitnehmen wollen, fahren wir in den Ort Bolgheri. Ein süßer kleiner Ort, sehr pittoresk. Aber: Weine, welche wir in Deutschland für 16 EUR gesehen haben – kosten hier zwischen 20-25 EUR. Unglaublich. Die öffentliche Toilette ist ohne Herpes oder schlimmeren auch keine Empfehlung, aber wir wollen ja sowieso erstmal etwas trinken. Die Zeit vergeht schnell, wie im Flug. Als wir zurück zum Weingut kommen um Wein zu kaufen – ist das Tor geschlossen. Niemand da. Die Dame hatte uns eine Visitenkarte mitgegeben, wir rufen Georgio an. Er ist noch lange nicht zurück, da gerade Wein gepresst wird. Aber wir können gern zu seinem Lager kommen. Das... im Industriegebiet ist, wo wir schon zweimal geschaut haben. Nachdem wir mehrfach hin und her fahren und ihn nicht finden, rufen wir an – und er lotst uns, bis wir ihn finden, steht draußen vor dem Eingang und sagt, er kann uns sehen... Er entschuldigt sich, freut sich, dass wir ihn gefunden haben. Gut, dass wir angerufen haben – er wird heute frühestens um 20/ 21 h zu Hause sein.

 

Im Lager stehen riesige Tanks, er erzählt uns, dass sein Vater ebenfalls Winzer ist – das bekannte Weingut Grattamacco. Wir werden uns handelseinig und nehmen Wein mit. Sowohl den guten Wein als auch den einfachen Rotwein, der ebenfalls hervorragend schmeckt. Mal schauen, wie sich hier die Preise entwickeln. Wir hatten auf jeden Fall unser Abenteuer – was tut man nicht alles, um seinen Winzer zu finden.

 

Als wir ins Navi unsere Heimatadresse eingeben, sind wir geschockt: 195 km – das kann doch nicht wahr sein?!?! Wir suchen eine kürzere Route, finden eine mit 70 km. Naja, dafür haben wir Serpentinen vom Feinsten. Ich bin nicht zart besaitet, aber irgendwann geht es nicht mehr – und wir fahren langsamer, schleichen durch die Landschaft, die nicht gerade schön ist. Riesige Kühltürme und eine Pipeline verschandeln die Gegend. Wir fahren durch das ‚Tal des Teufels’, ein ca. 200 km2 großes geothermisch aktives Gebiet mit einem der weltweit größten Erdwärme-Kraftwerke. Der hier erzeugte Geothermie-Strom reicht für zwei Millionen Haushalte, was einem Viertel des Strombedarfs in der Toscana entspricht.

 

Wir sind froh, als wir nach einer gefühlt fast endlosen Fahrt unseren Ort fast erreicht haben und bei „unserer“ Pizzeria ankommen. Auch heute wieder netter, freundlicher Service, leckere Gnocchi, eine gute Pizza... was will man mehr? Wir fallen todmüde ins Bett nach einem ereignisreichen Tag mit vielen Kilometern, haben viel gesehen und erlebt.

 

 

 


 

Freitag, 04.09.2015

 

Heute ist Markt in Colle di Val d’Elsa. Wir wissen ja, dass man bei Coop 2 Stunden parken kann und fahren direkt dorthin. Die Idee haben noch viele andere – aber wir haben Glück und gerade als wir ankommen, wird ein Parkplatz frei. Der Markt ist in der Unterstadt, zieht sich durch alle kleinen Gässchen und auf dem Hauptplatz. Aber wir sind etwas enttäuscht – zu 90 % Kleidung, ein paar Haushaltswaren, Taschen – und nur sehr wenige Stände mit Obst und Gemüse, Lebensmitteln. Das haben wir uns irgendwie anders vorgestellt.

 

Nach einem kurzen Kaffee fahren wir weiter, nach Monteriggione. Ein altes Castell, quasi ein Mini Ort. Parken ist günstig – die Stunde 1,50 EUR oder für den ganzen Tag EUR 2. Wir haben einen Riesenhunger, haben wieder zum Frühstück nur Kaffee gehabt und nehmen ein spätes Frühstück/ Mittagessen in Form von Pici con Cinghale (Wildschweinragout). Sehr lecker.

 

Am Tisch neben uns lassen sich 4 Amerikanerinnen nieder. Sehr lustig zuzuhören, bis sie sich entschieden haben, was sie nehmen. Die eine Dame schaut auf unsere Teller, will wissen, was wir haben. Komme mir vor wie bei Harry und Sally – allerdings nehmen sie nicht genauso das, was wir haben. Sondern eine Pizza. Jeder Belag wird kritisch beäugt. Die Kapern sind sehr salzig – na logisch. Wir stellen wieder einmal fest, dass viele Lebensmittel, einfaches Gemüse, bei Amerikanern nicht bekannt ist. Uns kommt das seltsam vor, aber es ist authentisch, wenn man mal in den USA war und dort die Supermärkte sieht und was dort so in den Einkaufswagen ist.

 

Abends wollen wir auf jeden Fall essen gehen, haben uns schon ein Restaurant zum ausprobieren ausgeguckt, ca. 6 km von uns entfernt. Aber es kommt anders... ich schreibe weiter an diesem Reisebericht, ein Rotwein steht auf dem Tisch, gleich gibt es Pecorino, Parmesan, Bresaola, Schinken, Vino und überhaupt...

 


 

 

Samstag, 05.09.2015

 

Heute steht Siena auf dem Programm. Es ist ein angenehmer Tag, Anfang 20 Grad, also nicht zu heiß – perfekt für Siena. Wir richten uns nach den Parkleitschildern und fahren ins Parkhaus Duomo. Die Parkhäuser hier sind echt eng, für die neueren großen Fahrzeuge quasi ungeeignet – wie in Deutschland auch. Ein fetter SUV belegt direkt 2 Parkplätze – laut Anzahl Parkplätze wird also noch freier Parkraum angezeigt, während bereits alle Parkplätze belegt sind. Aber da wir recht früh sind, können wir uns noch einen Parkplatz aussuchen. Jetzt heißt es nur noch, den Ausgang finden... gar nicht so einfach. Wir irren mit einer weiteren deutschen Familie hin und her bis wir einen Ausgang gefunden haben.

 

Auch in Siena heißt es rauf und runter laufen. Die Stadt ist wie immer sehr voll – und wir beschließen, dass wir wieder nicht nach Florenz fahren. Vielleicht machen wir das irgendwann mal – aber definitiv nicht in der Hauptsaison. Das ist uns einfach zu voll. Egal, was uns da entgehen mag.

 

Wir essen ein Eis am Campo, trinken Espresso bei Nannini, lassen uns treiben, ohne Ziel. Siena hat etwas, wobei uns die kleineren Orte besser gefallen. Irgendwann haben wir genug und fahren wieder zurück zur Wohnung, faulenzen, lesen.

 

Abends essen wir wieder in unserem Stammlokal – und probieren einen Wein hier aus der Gegend aus. Der Ort ist nicht weit... da werden wir wohl auch einen kleinen Besuch abstatten müssen. Unsere Bedienung fragt extra nach – irgendjemand aus der Küche ist mit den Inhabern liiert; man kann jederzeit dort vorbeifahren, es ist immer offen.

 

 

 

 


 

 

Sonntag, 06.09.2015

 

Wir fahren nach Radicondoli, ein kleiner Ort, der eigentlich ganz in der Nähe ist. Wenn... nicht in Pievescola Pilzfest ist und man umgeleitet wird. Wir fahren einen riesengroßen Umweg, anstatt ca. 17 km sind es über 30 km. Landschaftlich sicherlich eine schöne Strecke.

 

In Radicondoli fahren wir wie beschrieben am Ort vorbei, direkt beim Soccer-Field geht ein ziemlich schlechter Feldweg ab zum Weingut und Agriturismo. Wir stehen vor verschlossener Tür. Das kennen wir doch aus dem Bolgheri...

 

Wir überlegen gerade, was tun – als hinter uns 2 Autos auftauchen und das Tor sich öffnet. Wir also rein – es ist der Inhaber, der neue Gäste für das Agritursimo hat. Wein? Na klar, kein Problem... in 5-10 min, ist das in Ordnung? Na klar...

 

Nach der Einweisung der Feriengäste kommt er zu uns, führt uns in sein Lager. Er spricht italienisch, wir nicht – aber wir kommen gut klar. Nachdem wir handelseinig geworden sind, führt er uns noch zu seinen Tanks, in denen der neue Wein reift. Der Wein wird dort erstmal 2 Jahre in Fässern gelagert, danach 1 Jahr in großen Stahltanks und dann nochmal 1 Jahr in der Flasche, bevor er in den Verkauf kommt. Der Wein von 2013 ist jetzt in Stahltanks – und wir bekommen voller Stolz jeder ein Glas zum probieren. Der ist jetzt schon fein. Der Winzer ist wirklich sehr, sehr stolz auf seinen Wein. Er erklärt uns, dass er diese Woche in der Weinlese ist, nächste und übernächste Woche kommen die nächsten Traubensorten dran. Deswegen haben wir mehr als Glück, dass wir ihn überhaupt angetroffen haben. Tja... irgendwie soll das dieses Jahr so sein.

 

Danach fahren wir noch nach Radicondoli. Ein sehr pittoresker, kleiner Ort. Da Sonntag ist, ist kaum etwas los. Wir haben Mittagszeit, was also liegt näher, als unser Hüftgold noch ein wenig zu verstärken? Es gibt ein sehr nett aussehendes Lokal direkt an der Kirche, aber die Plätze liegen alle in der Sonne, das ist uns zu warm. Also landen wir in der Dorfkneipe, sitzen an einem der wenigen Tische dort draussen auf dem Podest. Ich suche mir eine Pizza aus – no Pizza for lunch, sorry... And now? Ok... I’ll come back later. Der Barbesitzer (wir vermuten zumindest, dass er das ist) ist gut drauf und sehr lustig. Wir bekommen dann Pappardelle al Cinghuale – die Besten, welche ich bisher gegessen habe – und Kaninchen mit Oliven und Pilzen. Was es zum Kaninchen dabei gibt? Oh – the rabbit comes by himself... Auch sehr gut zubereitet, da braucht man wirklich nichts dazu außer dem obligatorischen Brot. Und wir gönnen uns eine Flasche Bolgheri spontan zum Mittagessen. Herrlich. Die jungen Männer aus dem Dorf schauen hier Formel 1 und sitzen draussen. Man kann hier wirklich gute Sozialstudien betreiben... der Klassenclown, Mister Macho und Obercool (davon gibt es 2 – der eine versucht den anderen zu übertreffen), den Nerd... herrlich. Großes Palaver, das ist Italien pur. Bezahlt wird drinnen an der Kasse, aber ein Limoncello muss sein, das gehört hier dazu. Ach... warum eigentlich nicht... Ein wunderbarer, spontaner Tag.

 

Abends genießen wir dann auf der Terrasse ein paar Reste – wir zaubern Bruschetta, gemeinsam mit Pecorino und Parmesan vollkommen ausreichend nach dem üppigen Mittagessen. Und versacken wider Erwarten mit unseren Nachbarn bei Wein und Grappa.

 

 

 

 

Montag, 07.09.2015

 

San Gimignano ist nochmal angesagt. Allerdings sind wir erschlagen – Menschenmassen! Kein einziger freier Parkplatz zu bekommen. Angeblich sind die Parkhäuser noch frei, aber wenn man drin ist, kein Parkplatz... Sicherlich auch aus dem Grund wie in Siena – manche Autos belegen direkt 2 Parkplätze. Was nun? Wir parken zum ersten Mal auf dem P1 unterhalb des Ortes. So schlimm ist es gar nicht, hoch zu laufen. Der Ort ist zwar voll, aber trotzdem keine Hektik. Ein Tag nach unserem Geschmack. Abends geht es wieder ins Locamundo – dieses Mal probieren wir Lamm bzw. das Wildschweinragout. Beides hervorragend, selbst ich habe kaum etwas am Fleisch auszusetzen, so mager ist es. Und geschmacklich große Klasse.

 


 

Dienstag, 08.09.2015

 

Die letzte größere Tour: Montepulciano und Pienza wollen wir uns ansehen. Erstmal aber heisst es tanken. Und kommen natürlich an keiner einzigen Tankstelle vorbei. Also bemühen wir das Navi – welches uns zur nächstgelegenen Tankstelle lotst, über Umwege. Die teuerste Tankstelle im ganzen Umfeld: 1,68 EUR der Liter. Wucher. Wir tanken nur wenig, das sehen wir gar nicht ein. Unterwegs, kurz nach Siena, fahren wir bei einer Esso-Tankstelle auf der Schnellstraße heraus. Und tanken dort für 1,46 EUR der Liter. Das nennen wir einen Unterschied!

 

In Montepulciano sind alle Parkplätze voll, wir versuchen es dann bei P6. Die Anfahrt ist sehr steil und abenteuerlich – aber wir bekommen einen Parkplatz im überdachten Parkhaus. Großartig. Auch hier wundern wir uns, wie ruhig der Ort ist trotz der vielen Menschen.

 

Die Aussicht auf den Lago Trasimeno ist atemberaubend, der Ort zauberhaft wie immer. Natürlich ist der Ort sehr touristisch, das ist nicht jedermanns Geschmack. Aber wir mögen den Ort. Essen wieder im La dolce vita wie vor zwei Jahren und sind erneut sehr zufrieden. Ein zwar gehobenes Lokal mit nicht gerade günstigen Weinen, aber empfehlenswert.

 

Danach fahren wir weiter nach Pienza. Den Ort hatten wir vor 2 Jahren zugunsten von Montalcino links liegen lassen. Ein Kollege von uns meinte zwar, der Ort sei nicht so schön – aber Geschmäcker können bekanntermaßen unterschiedlich sein. Uns hat es total gut dort gefallen. Im Dom von Pienza zünden wir eine Kerze an für Sina, meine Nichte – und ich poste meiner Schwester auf Facebook, dass damit ja wohl klar sei, dass Sina irgendwann in ihrem Leben einmal selbst dorthin müsse... ja, mit der Tante, meint meine Schwester... schauen wir mal.

 

Auf jeden Fall können Dirk und ich uns gut vorstellen, in Pienza mal zu übernachten und nächtliche Atmosphäre auf uns wirken zu lassen. Abends gibt es zu Hause nur eine Kleinigkeit – wir sind genug gefahren für heute, das waren wieder ca. 200 km. Aber 200 km, die sich auf jeden Fall gelohnt haben.

 

Mittwoch – Freitag

 

Die beiden letzten Tage verbringen wir ruhig und entspannt – Mittwoch faulenzen wir den ganzen Tag und gehen abends zum Abendessen in San Gimignano, haben extra im Il Mangiatoia einen Tisch reserviert. Wie beim letzten Besuch angeboten, haben wir extra die Crespelle Tartufe bestellt, welche es tatsächlich Mittwochabend als Spezialität es Tages gibt. Wir sind gespannt – und werden nicht enttäuscht: sie könnten zwar etwas heisser sein, aber ... die Crespelle mit den Trüffeln sind wieder der absolute Hit. Nicht günstig mit 13,- EUR pro Portion, aber jeden Cent wert. Dirk entscheidet sich für Rehmedaillons in Vin Santo, ich für Rinderfilet, nochmals mit Trüffeln und Steinpilzen, als Beilage Spinat und gedünstete Schalotten. Wir sind danach so gut gesättigt, dass wir den Nachtisch ausfallen lassen – insbesondere, da wir uns vorher noch ein Eis in unserem Lieblingseiscafegegönnt haben. Noch ein Absacker draussen... wir werden auf jeden Fall beim nächsten Toskana-Besuch wieder hierher kommen.

 

Donnerstag fahren wir nochmal nach Radincondoli – auch beim zweiten Besuch in diesem verschlafenen kleinen Ort gefällt es uns sehr gut. Vielleicht wird dieser Ort mal unser nächster Hauptsitz für den Urlaub? Mal schauen. Leider sind donnerstags alle Restaurants geschlossen bis auf das artefacte – hier haben wir zwar sehr gerne einen Kaffee getrunken, aber zum Essen ist uns die Musik zu laut und ausserdem gibt es mittags keinen Schatten. Was also tun? Obwohl wir das eigentlich nicht vorhatten, fahren wir doch nochmal nach Monteriggioni und essen dort eine Kleinigkeit zu Mittag. Die Gnocchi mit Tomaten und Mozzarella sind ebenfalls gut, für einen Touristenort kann man nichts gegen die Qualität sagen. Noch einen kleine Runde durch den Ort, in der Kirche eine Kerze für Sina, unser Patenkind, anzünden – wir haben schon aus Scherz gesagt, dass sie nun auf jeden Fall irgendwann einmal hierher kommen und selbst in dieser Kirche eine Kerze anzünden muss. Nun geht es ein letztes Mal zurück zu unserem Apartment, Koffer packen, ganz in Ruhe.

 

Heute Abend geht es zum Abschiedsessen in ‚unser Stammlokal’, ein letztes Mal. Morgen früh geht der Wecker – und wir hoffen, dass wir eine angenehmere Rückreise als Hinreise haben werden.

 

Wir hatten auf jeden Fall einen wunderbaren Urlaub. Und obwohl uns das Meer gefehlt hat, wir ein wenig Griechenland vermisst haben – werden wir auf jeden Fall nochmal in die Toskana fahren. Die Landschaft, Essen und Wein, das hat etwas. Wir haben viel gesehen, viel Hüftgold angesammelt, Geld ausgegeben, dafür Wein und andere Naturalien eingekauft. Für uns ist klar, dass wir auch beim nächsten Toskana-Urlaub wieder eine Ferienwohnung und kein Doppelzimmer nehmen werden. Ob hier... das wissen wir noch nicht. Vielleicht lieber ein Agriturismo ohne Tierhaltung, vielleicht gibt es da weniger Fliegen und lästige Bremsen? Und vielleicht wieder eher Richtung San Gimignano? Das ist schon irgendwie unser Ort - mal schauen...

 

Wie immer heisst es nun: nach dem Urlaub... ist vor dem Urlaub... auch wenn der nächste Urlaub erst im nächsten Jahr kommen wird, voraussichtlich geht es irgendwo ans Meer...