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Toskana September 2015 - Radicondoli

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Sonntag, 06.09.2015

 

Wir fahren nach Radicondoli, ein kleiner Ort, der eigentlich ganz in der Nähe ist. Wenn... nicht in Pievescola Pilzfest ist und man umgeleitet wird. Wir fahren einen riesengroßen Umweg, anstatt ca. 17 km sind es über 30 km. Landschaftlich sicherlich eine schöne Strecke.

 

In Radicondoli fahren wir wie beschrieben am Ort vorbei, direkt beim Soccer-Field geht ein ziemlich schlechter Feldweg ab zum Weingut und Agriturismo. Wir stehen vor verschlossener Tür. Das kennen wir doch aus dem Bolgheri...

 

Wir überlegen gerade, was tun – als hinter uns 2 Autos auftauchen und das Tor sich öffnet. Wir also rein – es ist der Inhaber, der neue Gäste für das Agritursimo hat. Wein? Na klar, kein Problem... in 5-10 min, ist das in Ordnung? Na klar...

 

Nach der Einweisung der Feriengäste kommt er zu uns, führt uns in sein Lager. Er spricht italienisch, wir nicht – aber wir kommen gut klar. Nachdem wir handelseinig geworden sind, führt er uns noch zu seinen Tanks, in denen der neue Wein reift. Der Wein wird dort erstmal 2 Jahre in Fässern gelagert, danach 1 Jahr in großen Stahltanks und dann nochmal 1 Jahr in der Flasche, bevor er in den Verkauf kommt. Der Wein von 2013 ist jetzt in Stahltanks – und wir bekommen voller Stolz jeder ein Glas zum probieren. Der ist jetzt schon fein. Der Winzer ist wirklich sehr, sehr stolz auf seinen Wein. Er erklärt uns, dass er diese Woche in der Weinlese ist, nächste und übernächste Woche kommen die nächsten Traubensorten dran. Deswegen haben wir mehr als Glück, dass wir ihn überhaupt angetroffen haben. Tja... irgendwie soll das dieses Jahr so sein.

 

Danach fahren wir noch nach Radicondoli. Ein sehr pittoresker, kleiner Ort. Da Sonntag ist, ist kaum etwas los. Wir haben Mittagszeit, was also liegt näher, als unser Hüftgold noch ein wenig zu verstärken? Es gibt ein sehr nett aussehendes Lokal direkt an der Kirche, aber die Plätze liegen alle in der Sonne, das ist uns zu warm. Also landen wir in der Dorfkneipe, sitzen an einem der wenigen Tische dort draussen auf dem Podest. Ich suche mir eine Pizza aus – no Pizza for lunch, sorry... And now? Ok... I’ll come back later. Der Barbesitzer (wir vermuten zumindest, dass er das ist) ist gut drauf und sehr lustig. Wir bekommen dann Pappardelle al Cinghuale – die Besten, welche ich bisher gegessen habe – und Kaninchen mit Oliven und Pilzen. Was es zum Kaninchen dabei gibt? Oh – the rabbit comes by himself... Auch sehr gut zubereitet, da braucht man wirklich nichts dazu außer dem obligatorischen Brot. Und wir gönnen uns eine Flasche Bolgheri spontan zum Mittagessen. Herrlich. Die jungen Männer aus dem Dorf schauen hier Formel 1 und sitzen draussen. Man kann hier wirklich gute Sozialstudien betreiben... der Klassenclown, Mister Macho und Obercool (davon gibt es 2 – der eine versucht den anderen zu übertreffen), den Nerd... herrlich. Großes Palaver, das ist Italien pur. Bezahlt wird drinnen an der Kasse, aber ein Limoncello muss sein, das gehört hier dazu. Ach... warum eigentlich nicht... Ein wunderbarer, spontaner Tag.

 

Abends genießen wir dann auf der Terrasse ein paar Reste – wir zaubern Bruschetta, gemeinsam mit Pecorino und Parmesan vollkommen ausreichend nach dem üppigen Mittagessen. Und versacken wider Erwarten mit unseren Nachbarn bei Wein und Grappa.

 

 

 

 

Montag, 07.09.2015

 

San Gimignano ist nochmal angesagt. Allerdings sind wir erschlagen – Menschenmassen! Kein einziger freier Parkplatz zu bekommen. Angeblich sind die Parkhäuser noch frei, aber wenn man drin ist, kein Parkplatz... Sicherlich auch aus dem Grund wie in Siena – manche Autos belegen direkt 2 Parkplätze. Was nun? Wir parken zum ersten Mal auf dem P1 unterhalb des Ortes. So schlimm ist es gar nicht, hoch zu laufen. Der Ort ist zwar voll, aber trotzdem keine Hektik. Ein Tag nach unserem Geschmack. Abends geht es wieder ins Locamundo – dieses Mal probieren wir Lamm bzw. das Wildschweinragout. Beides hervorragend, selbst ich habe kaum etwas am Fleisch auszusetzen, so mager ist es. Und geschmacklich große Klasse.