Start Reisen Italien Toskana September 2015

Toskana September 2015

Beitragsseiten
Toskana September 2015
San Gimignano
Volterra
Colle de Val D'Elsa
Die Küste - und Bolgheri
Markttag - und Monteriggione
Siena
Radicondoli
Montepluciano und Pienza
Alle Seiten

 

 

Die Toskana und ihre Landschaft sowie kulinarischen Genüsse haben es uns vor 2 Jahren angetan, Urlaub mit dem Auto wäre auch mal wieder ganz schön... also Toskana...

 

 

 

 

Freitag, 28.08.2015

 

Noch ein halber Bürotag, bevor es mittags auf die Autobahn geht. Italien... wir kommen... Leckeres Essen, Vino, la dolce vita...

 

Aber bis es soweit ist, brauchen wir sehr viel Geduld. Kurz vor Frankfurt kommt die Verkehrsdurchsage: A3 bei Würzburg, schlimmer Unfall, Totalsperrung, Einsatz Rettungshubschrauber – naja, wir hatten eh vor, über Stuttgart zu fahren. Die Staumeldungen werden immer mehr. Am Rasthof Lorsch fahren wir kurz raus – ein teurer Stopp. Wieder auf der Autobahn wundern wir uns, dass sich der Wagen so komisch anhört. Aufgrund Baustelle ist kein anhalten möglich, das Geräusch verstärkt sich. Das hört sich gar nicht gut an. Bei der erstbesten Möglichkeit, einem gesperrten Parkplatz, halten wir an. Die Befürchtung wird zur Gewissheit, im linken Hinterrad steckt eine dicke Motorrschraube. Zum Glück gibt es Internet, das lotst uns ins 6 km entfernte Viernstein zu A.T.U.

 

Der Servicemitarbeiter wiegt bedenklich den Kopf als er die Reifen sieht... ob die vorrätig sind... Ich sage nur: bestimmt, das kann gar nicht anders sein... Naja. Wie man es nimmt. Zumindest Winterreifen gibt es. Keine andere Möglichkeit da, man bestätigt uns, dass wir unbedenklich damit fahren können. Und schiebt uns netterweise kurz zwischen. DANKE!!! Trotzdem verlieren wir fast 1,5 Stunden. Es regnet in Strömen, Stau über Stau überall. Wir haben Glück, geraten ‚nur’ bei Neckarsulm in einen Stau – der uns eine weitere Stunde kostet. Das Navi sagt Ankunft 21:15 h... Wir hatten im Hotel Zur Schanz bei Kufstein einen Tisch für 20 h bestellt. Dachten, 2 Stunden Sicherheitspuffer wären ausreichend. Wer rechnet auch mit einer Motorschraube. Also kurz in Österreich anrufen und Bescheid sagen. Oh – Küche nur bis 21 h. Das wird eng. Ob man uns was Kaltes herrichten lassen soll? Nicht wirklich. Abwarten, wie wir weiter durchkommen. Wenn es absehbar ist, dass wir es nicht schaffen, können wir uns immer noch melden.

 

Aber wir haben jetzt Glück, kommen super durch und stehen um 20:45 h vor dem Hotel. Beim reinkommen werde ich schon begrüßt „sind Sie die Frau Neuwinger?“ Ja. Hier, der Zimmerschlüssel und dann schnell, ins Restaurant. Wir hatten es schon abgeschrieben – und freuen uns umso mehr, können gar draußen im Biergarten sitzen. Speisen einen hervorragenden Zwiebelrostbraten und bekommen sogar noch einen Palatschinken mit Marillen zum Nachtisch. Die Welt ist wieder in Ordnung, das Zimmer ist auch schön – was will man mehr?

 

Samstag, 29.08.15

 

Sicherheitshalber geht um 7 h der Wecker, ab 7:30 h gibt es Frühstück. Ein hervorragendes Frühstück! Alles, was man braucht: Müsli, Marmelade, Honig, diverse Käse- und Aufschnittsorten, frischer Obstsalat, Joghurt, pürierte Erdbeeren, frische Rühr- oder Spiegeleier, auf Wunsch mit Gemüse und/ oder Speck, Brötchen, Brot, frischer Orangensaft, Kaffee aus der Jura-Maschine, usw.

 

Wir fahren zeitig los und sind guter Dinge – bis kurz vor Innsbruck. Das war es dann mit gemütlich in Urlaub fahren. Massen von Autos, stop and go... Nach dem Brenner fahren wir kurz auf eine Raststätte, Beine vertreten und kurz die Toilette aufsuchen. Für mich fatal –Toilette sieht frei aus, ich will rein, aber nur das Schloss ist kaputt, die Frau knallt im Reflex die Türe von innen wieder zu – und mein Finger ist dazwischen. Zum Glück ‚nur’ eine Schürfwunde und Quetschung, aber es tut höllisch weh. Na Bravo.

 

Danach geht es erstmal in guter Reisegeschwindigkeit weiter, bis kurz vor Bozen. Und dann nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Stau. Bis Verona. Von der Autobahn abfahren ist sinnlos, laut Verkehrsnachrichten sind die Straßen ebenso dicht. Wir brauchen eine Ewigkeit. Kurz vor Florenz, wie könnte es anders sein, Stau. Alles in allem benötigen für für die ca. 600 km 11 Stunden, kommen völlig erledigt bei unserem Ziel um 20 h anstatt der avisierten 14:45 h an. Wie üblich bei einem Agriturismo fährt man gefühlt eine Ewigkeit über einen Feldweg ins Nichts. Roberta nimmt uns in Empfang, die Unterkunft sieht genauso aus, wie auf den Bildern im Internet. Das einzige Manko: im Internet stand, dass man auch dort im Restaurant essen kann... das scheint aber nur in den Hauptmonaten Juli und August möglich zu sein. Also heisst es nochmal losfahren.

 

Roberta empfiehlt uns ein Restaurant, ca. 3 km entfernt, in Pievescola. Es sind tatsächlich nur 3 km, das Örtchen ist nett und das Restaurant macht einen guten Eindruck. Man sitzt dort sehr schön auf einem Platz draussen, auch drinnen sieht es sehr nett aus. Die Pappardelle al Cinghuale sind hervorragend. Aufgrund der Preise für eine Flasche Wein (ab 48 EUR aufwärts) entscheiden wir uns für ein Glas Hauswein, natürlich folgt ein zweites Glas. Nachtisch muss auch noch sein. Wir sind hinterher etwas überrascht über den Preis – wir zahlen insgesamt knapp 75 EUR. Stellen fest, dass der Hauswein der günstigste Flaschenwein ist und das Glas „großzügig“ eingeschenkt ca. 0,15 ml mit 8 EUR berechnet wird und wir somit für ½ l Hauswein 32 EUR zahlen. Zugegebenermaßen ein sehr guter Wein, der ORMA wird im Weinladen ab EUR 48 die Flasche verkauft und das Restaurant gibt den Preis 1:1 weiter. Der Inhaber hat in Deutschland als Sommelier gearbeitet und weigert sich, andere Weine auszuschenken – erfahren wir auf Nachfrage. Damit ist für uns das Lokal leider ausgemustert – denn ein gutes Glas Wein gehört zum Essen dazu, erst Recht in Italien. Und bei dem Preis... das ist uns zu heftig. Schade. Denn ansonsten ist das Ristorante wirklich zu empfehlen.

 

Beim Tabakladen, der auch gleichzeitig Bar und Supermercado ist, holen wir Zigaretten – und fragen nach, ob es Wein gibt. Natürlich – wie konnten wir das vergessen... kein Englisch. Also – premiero giorno, vino rosso... und wir werden verstanden. Er öffnet den Laden, gibt uns eine Flasche Rotwein mit. Leider stellen wir auf der Terrasse fest, dass er verkorkt ist. Schade. Trotzdem ein nettes Erlebnis, der sympathische Barbesitzer kann ja nichts dafür.

 

Wir fallen dann todmüde und geschafft ins Bett und schlafen tief und fest.