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Toskana Oktober 2013

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San Gimignano

 

 

Dieses Jahr mal keine Fernreise, wir wollen einmal mit dem Auto fahren. Italien - eine Schlemmerreise in die Toskana...

 

Freitag, 04.10.13

Wir fahren am frühen Nachmittag in Köln los. Durch den Brückentag sind die Autobahnen frei. Die Sonne scheint und wir kommen super durch, sind inkl. kurzer Pausen schon nach 5 1/2 Stunden in der Schweiz, bei unserem Hotel an der Autobahnraststätte Luzern-Neukirchen. Das Zimmer ist ok, zum Glück haben wir über booking.com gebucht und zahlen 30 SFR weniger als den normalen Preis. Teuer genug ist es trotzdem.

Im Marché gehen wir etwas essen - und sind überrascht. Sauber, alles frisch und ansprechend, manche Gerichte wie asiatisch, italienisch oder auch Fleisch werden ganz frisch zubereitet. Sehr lecker. Und vom Preis her akzeptabel, wir sind schließlich in der Schweiz. Für unser Wok-Essen mit Ente, frischem Gemüse und Reis sowie einem alkoholfreien Bier zahlen wir zusammen 46 SFR, das Essen ist reichlich und sehr schmackhaft. Nur auf unser Bier, auf das wir uns während der Fahrt schon gefreut haben - darauf müssen wir verzichten. Per Gesetz darf in der Schweiz auf Autobahnraststätten/ -supermärkten kein Alkohol verkauft werden. Schade. Aber eigentlich richtig.

 


Samstag, 05.10.13

Das Frühstück ist wider Erwarten gut, es gibt einen Kaffeeautomat bei dem man zwischen Espresso, Kaffee, Milchkaffee und Cappuccino wählen kann. Wir fahren früh in der Schweiz los... Wenn wir so gut wie gestern vorankommen, sollten wir gegen 15 h in unserer Unterkunft, der Fattoria Voltrona, ankommen. Es ist feucht und regnerisch.

Der erste längere Aufenthalt wird uns vor dem Gotthardttunnel beschert. Stop and go. Das macht nicht wirklich Spaß. Doch es kommt noch schlimmer, vor der Grenze Stau. Nichts geht mehr. Das kostet uns locker 30 min. Hinterher ist auch klar, warum: die Zöllner nehmen einige Wagen regelrecht auseinander, legen sich auch unter den Wagen etc.

Ebenso wie Mailand. Zwei Verkehrsunfälle und Regen, nichts geht mehr. Danach hoffen wir, dass es das an Staus war, wir haben etwas mehr als eine Stunde verloren. Aber weit gefehlt... Es regnet in Strömen, ist so nebelig, dass man kaum etwas sehen kann, das drosselt die Reisegeschwindigkeit - und natürlich lässt der nächste Stau vor Florenz sich nicht lumpen. Aber kein stop and go - sondern Stillstand. Ein paar Meter weiter. Stillstand. Und das bei einem Berg aufwärts... Die LKW kämpfen ziemlich, dass sie beim anfahren nicht zurückrollen. Ganz schön anstrengend. Besonders für den Fahrer, aber auch für den Beifahrer.

Bei Florenz selbst ist alles gut ausgebaut und frei - klar, jetzt können wir ja auch von der Autobahn abfahren. Zahlen insges. 28 € Mautgebühr. Für eine nicht besonders gut ausgebaute Autobahn. Naja...

Es regnet nur noch leicht, man kann etwas Landschaft erkennen. Wunderschön. Irgendwann hinter San Gimignano fahren wir dann ab zur Fattoria. 1,5 km ins nichts... Wir sind total kaputt, wollen erstmal nur aufs Zimmer. Natürlich nicht, ohne uns vorher zum Essen angemeldet zu haben.

Die Zimmer sind wie auch im Internet beschrieben sehr einfach, keine Klimaanlage, Fernseher oder Kühlschrank. Aber groß und freundlich. Nur der Kleiderschrank könnte etwas größer sein.

Um 19.30 h gibt es Abendessen - und was sollen wir sagen: Unglaublich. Lecker.

- roher Schinken mit einer Art ausgebackenem Teig

- Nudeln mit einem leckeren Rindfleischragout

Danach sind wir eigentlich schon satt... aber zum Menü gehört natürlich mehr, wir sind schließlich in Italien...

- Osobucco mit einer geschmorten Tomatensoße

- Zucchini in Olivenöl, sehr schmackhaft gewürzt

Und obwohl wir satt sind, mehr als satt... Lassen wir uns das Dessert nicht nehmen:

- Panna Cotta - das beste, welches Dirk oder ich bisher gegessen haben

Dazu gehört Wasser, Wein und ein Kaffee - oder Grappa

Das Panna Cotta hat uns den Rest gegeben... Wir fühlen uns so voll gegessen, wollen nur noch liegen. Ungefähr so müssen sich die alten Römer nach ihrer Völlerei gefühlt haben. Kein Wunder, dass sie teilweise halb gelegen haben beim essen...

Wir bereuen nichts - aber jeden Tag so ein Menü... Das geht nicht. Nicht wegen des Preises - der war mit 22 € pro Person mehr als fair. Aber solche Mengen jeden Tag... Wir werden sehen.

Fattoria Voltrona Fattoria Voltrona

 


Sonntag, 06.10.13

Wir haben gut geschlafen, brauchen einen Kaffee. Das Wetter spielt zum Glück heute mit, die Sonne scheint. Wir laufen zum Frühstücksraum und hier gibt es alles, was das Herz begehrt: 2 professionelle Kaffeemaschinen, man hat die Wahl zwischen Kaffee, Latte, Espresso, Cappuccino, Schokolade - oder eben Tee. Brot, Croissants, Käse, Salami, Naturjoghurt, Obst, Marmelade... Und das Beste: es ist warm genug, wir können draußen sitzen!

Am späten Vormittag fahren wir nach San Gimignano. Wir müssen einmal um den ganzen Ort fahren, bevor wir einen freien Parkplatz finden. Kostet die Stunde 2€. Wir bummeln durch den Ort, lassen uns einfach treiben. Eine wunderschöne Kulisse. Allerdings auch sehr voll, zusätzlich ist Markt. Natürlich essen wir ein Eis - lecker. Bummeln wieder zurück, setzen uns draußen in ein Café und genießen das dolce vita. Uns ist es auch egal, dass man am Tisch mit Bedienung wesentlich mehr zahlt. Bsp.:

Tramezzini Bar 3€, Tisch 4€

Espresso Bar 1€, Tisch 2,20€

Cola Bar 2€, Tisch 3,30€

Leute beobachten, genießen... Und irgendwann wieder zurück zu unserer Fattoria.

San Gimignano San Gimignano San Gimignano

Den Nachmittag verbummeln wir, abends haben wir uns wieder zum Essen angemeldet. Wie war das gestern noch? Menü? Nein, das geht nicht jeden Tag bei den Mengen. Auf gar keinen Fall... Und wir bestellen... Das Menü...

Crostini mit Steinpilzen und Mozzarella überbacken

Ravioli gefüllt mit Kräutern in einem Süd aus Olivenöl, Butter und Kräutern, belegt mit frischen Parmesan-Hobeln

Kotelett

Gemischter Salat

Tiramisu

Inkl. Vino, Wasser und Café

Es war zwar viel, aber heute fühlen wir uns nicht so voll gegessen wie gestern. Trotzdem gut, dass wir noch ein paar Schritte bis zu unserer Unterkunft im Nebenhaus laufen müssen. Auch wenn es in Strömen regnet.

Fattoria Voltrona Fattoria Voltrona

 

 


Montag, 07.10.13

Heute schauen wir uns Volterra an, die alte Etruskerstadt. Es ist bewölkt, aber wenigstens trocken. Wir bummeln durch die Gassen, lassen die Atmosphäre auf ins wirken. Am Plaza del priori ist die Touristeninformation. Ich gehe hinein, zeige meinen Anhänger und bin überrascht - es gibt nur ein Geschäft, das seit Jahren diese spezielle Form des Etruskerschmucks macht, die Dame von der Info hat selbst ein Stück davon. Sie beschreibt den Weg detailliert auf dem Stadtplan - eigentlich ganz einfach. An der Stadtmauer, mit Ausblick auf die Ausgrabungen ist das Geschäft "Fabulaetruska". Ich bin etwas geschockt - die Ketten, die mir zu meinem Anhänger gefallen kosten 800€ und aufwärts. Weil der Goldpreis so hoch ist. Wahnsinn. Also lasse ich das, das ist mir definitiv zu teuer. Wenn ich überlege, dass mich der Anhänger vor 10 Jahren um die 200 DM, die Ohrringe 80 DM gekostet haben... Irre. Tja, dann muss ich nochmal herkommen, wenn der Goldpreis akzeptabel ist...

Volterra Volterra Volterra

Ein wenig enttäuscht aber vollkommen eins mit meiner Entscheidung bummeln wir weiter, essen in den Gassen eine Kleinigkeit, Tomate mit Büffelmozzarella. Sehr lecker. Aber es zieht sich immer mehr zu, wird richtig kühl. Wir schlendern zurück Richtung Auto, laufen durch eine Gasse - man hat das Gefühl, ein Eiscafé nach dem nächsten. Und eines schöner als das andere eingerichtet. Toll.

Volterra Volterra

Kaum am Auto regnet es. Und regnet. Und regnet. Und regnet...

Abends gehen wir wieder bei uns essen, dieses Mal aber kein Menü. Wir teilen uns als Vorspeise den Käseteller - verschiedene Sorten Pecorino mit Honig. Eine Spezialität hier. Und im Gegensatz zu Deutschland oder Frankreich als Vorspeise und nicht zum Abschluss eines Essens. Als Hauptspeise gibt es Spaghetti mit Shrimps. Sehr lecker. Und Nachtisch... Muss na klar auch sein. Creme brulee - am Tisch angezündet. Ein tolles Schauspiel. Hmm... Weniger gegessen haben wir nicht wirklich...


Dienstag, 08.10.13

Wir beschließen, nach La Vialla zu fahren, ein recht bekanntes Landgut in der Gegend von Arezzo. Meine Erinnerung täuscht mich nicht - die Gegend um Siena gefällt ins wesentlich besser als bei Arezzo. Irgendwie... Toskanischer. Eben so, wie man sich die Toskana landschaftlich vorstellt. Bei La Vialla angekommen haben wir Glück - es findet gerade eine Führung über das Gut statt, der wir uns anschließen dürfen. Sogar auf Deutsch. Inklusive Weinverkostung. Na - das fängt ja gut an.

La Vialla La Vialla La Vialla

Es ist ein wenig kitschig, hervorragende Marketingstrategie - aber auf eine nette, sympathische Art. Und - die Pasten, Soßen, Kekse usw. sind wirklich dort gemacht. Die Produktion ist übersichtlich. Wir nehmen eine Brotzeit, sehr lecker... unterhalten uns nett mit einem Ehepaar aus Hannover - und kaufen natürlich im Hofladen ein. Damit ist klar - über die Schweiz können wir nicht zurückfahren... Schade, dass die Schweizer so komische Einfuhrbestimmungen haben. Da bleibt nur der Weg über die EU, also Österreich.

La Vialla La Vialla La Vialla

 

La Vialla La Vialla La Vialla

Auf dem Rückweg fahren wir über das Outletcenter Valdichiana. Und kommen uns vor, wie in den USA. Unglaublich. Passt irgendwie so gar nicht hierher. Es ist ziemlich leer, wir fragen uns, wie die Geschäfte hier bestehen können. Natürlich wieder perfektes Timing - bis jetzt hat das Wetter mitgespielt und nun, am Nachmittag... Regnet es wieder. Egal. Obwohl, ein wenig enttäuscht sind wir schon vom Wetter, hat es uns etwas beständiger vorgestellt. Das wir nicht mehr groß schwimmen können war klar - aber das... naja. Machen wir einfach das Beste daraus.

Wir wollten heute eigentlich auswärts essen, entscheiden uns aber aufgrund des Regens doch für unsere Fattoria. Heute keine Vorspeise. Sondern nur ein sehr leckeres Hauptgericht: Roastbeefstreifen in Rosmarin mit gerösteten Kartoffeln und Blattspinat. Sehr fein. Aber es ist uns wie fast jeden Abend viel zu laut, uns fehlt ein wenig die Gemütlichkeit.

 


Mittwoch, 09.10.13

Heute haben wir zu nichts richtig Lust. Fahren nach Volterra - und verbringen den halben Tag in einer Bar, trinken Kaffee, lesen... Tut gut.

Abends fahren wir nach San Gimignano. Bleiben beim ersten Ristorante hängen, Ristorante Riguletto. Das Essen - zum niederknien... Einfach nur lecker. Ich habe selten vorher so leckere Nudeln gegessen, dabei ganz einfach: Fussili mit Tomatensoße. Knoblauch. Und Rosmarin. Leicht scharf, aber so etwas von aromatisch... Und Dirk hat sehr leckere Gnocchi quattro formaggi - lecker. Danach für mich Rinderfilet in Chiantisosse, für Dirk Wildschweinragout - ebenfalls sehr, sehr lecker. Der einzige Wermutstropfen: es ist nicht gemütlich... Also verzichten wir auf Nachtisch und Grappa, bummeln durch San Gimignano. Und landen in einer Bar, wir können sogar noch draußen sitzen, es ist warm genug. Gönnen uns eine guten Grappa di Brunello sowie noch einen richtig guten Chianti. Das sind Welten zum einfachen Tischwein... Eine tolle Atmosphäre. Hier sind wir zum ersten, aber bestimmt nicht zum letzten Mal... Noch ein Eis am Hauptplatz. Und dann bekommen wir auf der Piazza sogar noch ein kleines Konzert von Straßenmusikanten geboten... Ein toller Abschluss eines schönen Abends.

Volterra San Gimignano

 


 

Donnerstag, 10.10.13

Das Wetter spielt mit, es soll trocken bleiben. Siena steht auf dem Programm...

Wir können an der Fortezza parken, lassen uns treiben. Die große Piazza hat etwas. Wir können und kaum vorstellen, wie voll es hier beim Palio sein muss... Das muss ein irres Schauspiel sein. Und so wie die Häuser in der Sonne leuchten - ist schnell klar, woher die Farbe Siena fürs malen herkommt... Ich zitiere eine Bekannte aus einem Buch der Ölmalerei: Rund um Siena ist die Erdfarbe gelb bis bräunlich und durch Erhitzen dieser Erde wird Wasser aus diesem Pigment entfernt und erhält dadurch diese rot-braune Farbe.

Siena Siena

Zwischendurch findet man kleine Oasen, wo kaum Menschen sind - aber im Großen und Ganzen ist es einfach nur voll mit Menschen. Ich bin sicher, die Einheimischen schlagen drei Kreuze, wenn sie die Stadt abends wieder für sich haben. In einer kleinen Gasse essen wir etwas, sind positiv überrascht, die Qualität und somit Preis-Leistungsverhältnis sind vollkommen in Ordnung. Aber wir beschließen auch, dass wir Florenz vom Programm streichen - das ist noch voller, da ist uns irgendwie nicht nach. Und dabei ist Nebensaison... Nichtsdestotrotz - Siena ist immer eine Reise wert.

Siena Siena

Abends fahren wir nach San Gimignano zum essen, dieses Mal in einem gemütlichen kleinen Ristorante. Das Essen ist ok, nicht ganz so gut, wie wir es bisher gewohnt waren. Aber durchaus in Ordnung und die Stimmung ist einfach schön. Danach möchten wir gern wieder in unsere kleine Bar von gestern - aber heute schon geschlossen. Na gut... Dann eben doch auf der Piazza, die Musikanten von gestern sind auch wieder da. Aber kaum sitzen wir und haben bestellt - fängt es an zu regnen. Aber wie! Alle flüchten umgehend, auch wir gehen rein. Drinnen ist es nicht ganz so gemütlich, aber egal, Hauptsache trocken. Der Fernseher läuft. Natürlich. Eine merkwürdige Kochsendung mit Männern in altmodischen Frauenkleidern. Aha... Und davor sitzen zwei ältere Männer Und schauen sich das an. Wir brechen in schallendes Gelächter aus, als wir sehen - sie schauen sich das freiwillig an, haben die Fernbedienung in der Hand!

Siena Siena Siena

Siena Siena

 


 

Freitag, 11.10.13

Wir fahren nach Montepulciano - ca. 130 km, 2 Stunden Fahrt... Das zieht sich ganz nett. Aber es lohnt sich - ein kleiner, romantischer Ort. Auch Touristen, aber nicht so überlaufen. Natürlich ist wieder Mittagszeit - und wir müssen eine Kleinigkeit essen. Konsultieren den Reiseführer - aber bei den beiden erwähnten Lokalen kann man nicht draußen sitzen. Wir stehen am Justizpalast, das Lokal 'la dolce vita' lacht uns quasi an. Eine sehr gute Entscheidung! Es gibt wenig typisch italienische Gerichte - sondern Hamburger. Vom feinsten. Und einen Vino... wow! Da müssen wir doch glatt etwas von mitnehmen. Auch von innen ist das Lokal sehr nett eingerichtet. Alt trifft modern, Restaurant trifft Bar und Enothek mit einer hervorragenden Wein- Auswahl und kompetenter, freundlicher Beratung. Es läuft dezente Jazzmusik - einmal etwas ganz anderes. Sicherlich auch abends eine gute Adresse!

Montepulciano Montepulciano Montepulciano

Montepulciano Montepulciano Montepulciano

Zurück fahren wir nicht die Schnellstraße sondern über Pienza, der Heimat des Pecorino, nach Montalcino - hier kommt der berühmte Brunello-Wein her. Man merkt, dass es dem Ort gut geht. Er wirkt sehr sauber und man hat das Gefühl, in einer reichen Gemeinde zu sein. Der Brunello sagt uns aber nicht zu - deswegen sind wir auch nicht bereit, das Geld dafür auszugeben. Aber ein feiner Grappa di Brunello - der kommt mit... Wir sind ein wenig geschafft, haben noch 2 Stunden Rückfahrt vor uns. Aber die Landschaft hier - einfach ein Traum. In diese Gegend müssen wir unbedingt nochmal irgendwann.

Montalcino Montalcino Montalcino

 


Samstag, 12.10.13

Heute wollten wir nicht so weit fahren wie gestern... nein... Wir fahren noch weiter...

Wir möchten am die Küste, suchen uns Castiglione di Pescharia aus. Zum einen ist dort heute Markttag. Zum anderen soll es der schönste Badeort hier in der Gegend sein. Hmm... So richtig können wir uns das nicht vorstellen... Das Meer scheint einfach nicht in Sicht zu kommen. Aber dann, auf einmal - sind wir da. Bummeln erst über den Markt, eher Kleidung und Haushaltswaren als Lebensmittel. Ein kleiner Café - und siehe da: der Regen hört auf und die Sonne kommt heraus! Wunderbar.

Castiglione di Pescharia Castiglione di Pescharia

Der Ort hat etwas, besonders der alte Ortskern Richtung Fortezza. Es wird richtig warm. Jacke und Pulli sind zu warm, wir können im T-Shirt draussen sitzen. Wir würden sagen: mal wieder alles richtig gemacht...

Wir essen hervorragenden Schwertfisch bzw. eine Pizza Frutti di Mare - qualitativ sehr gut, und auch nicht teuer. Von wegen, in den Touristenorten wird man nur übers Ohr gehauen... Also hier ein paar Tage - das könnten wir uns auch gut vorstellen...

Castiglione di Pescharia Castiglione di Pescharia

Wir fahren über Cecina zurück, die Küstenorte sind für uns eher abschreckend. Und irgendwie... Haben wir das Gefühl... Unsere Tage bestehen aus fahren, essen, sitzen oder liegen, wieder essen...

Aber wofür ist man in Italien, wenn nicht zum genießen? Der Abend klingt leider nicht dem Tag entsprechend aus. Das Essen bei uns ist zwar wieder gut, aber es sind 2 Gruppen da, eine Gruppe Schweden - wir dachten schon oh ha... Aber die sind gar nichts gegen die Gruppe Italiener, welche dort einen Geburtstag feiert. Man versteht sein eigenes Wort nicht, es ist schlimmer als in einer Grosskantine. Schade - da kann man selbst das beste Essen nicht genießen. Morgen Abend werden wir woanders essen.

Castiglione di Pescharia Castiglione di Pescharia


Sonntag, 13.10.13

Heute wollen wir definitiv nicht so viel fahren. Nur nach San Gimignano. Wir bekommen einen der letzten Parkplätze, der Ort ist brechend voll. Unglaublich, was ist denn hier los? Wir genießen die Sonne. Sitzen wieder in 'unserem' Café und recherchieren, wo man diesen wirklich guten Wein kaufen kann. Nicht nur der Chianti ist gut sondern auch der Vernacchio, beide vom Weingut Vognoni. Das sollte doch zu finden sein...

In einer der Nebenstraßen von San Gimignano haben wir ein nettes Lokal entdeckt, das wir heute Abend ausprobieren: Il Mangiatoia. Nicht ganz günstig... Aber: es lohnt sich! Und wie... Nettes Ambiente gedämpfte Musik, das Essen selbst raffiniert, ohne überwürzt zu sein. Hier stimmt einfach alles. Unser Menü:

Crespelle gefüllt mit Champignons und Käse, mit einer Cremesauce und frischen Trüffeln

Rehragout, die Soße mit Vin Santo gemacht bzw.

Entrecote mit frittiertem Gemüse

Mascarponecreme mit Cantuccini, die in Vin Santo vorher eingeweicht wurden

Dazu ein unglaublich guter Rotwein sowie zum Abschluss ein Grappa Brunello

Hier stimmt einfach alles... Genuss pur, ein geradezu sinnliches Vergnügen. Und wir beschließen, dass dieses Lokal ein würdiger Abschluss eines schönen Urlaubs sein muss - und reservieren direkt einen Tisch für Mittwochabend.


Montag, 14.10.13

Heute wollen wir unser Glück nochmal beim Weingut Vagnoni in Pancole versuchen. Wieder ist der Laden zu - aber zumindest Leben ist da, ein offener Wagen, Schlüssel an der Tür... Ich höre Stimmen und kurz darauf kommen zwei ältere Frauen aus dem Garten. Mit frisch abgezogenen Kaninchen... Sieht komisch aus. Ich weiß - hier wird man damit groß. Aber ich könnte mir nicht vorstellen, das selbst zu machen...

Sie holen jemand und kurz darauf kommt eine ältere Frau und schließt uns den Laden auf. Sie spricht italienisch, wir nicht... Aber irgendwie verständigen wir uns. Gut, dass ich mal Französisch und Spanisch gelernt habe, auch wenn ich fast alles vergessen habe. Das Gefühl für die Sprache ist doch da. Zum bezahlen muss aber ihre Tochter kommen.

 

Wir fahren weiter ins Chianti, Greve in Chianti steht auf dem Programm. Die Straße ist in meinem guten Zustand, der Weg dorthin ist landschaftlich ein echter Traum. Immer wieder diese Täler, die sich plötzlich öffnen - wunderschön. I

n Greve angekommen stellen wir fest - die Attraktion besteht eigentlich nur aus einem Marktplatz. Nett, ja... aber ansonsten? Die Restaurants sind alle etwas hochpreisiger - mit welcher Berechtigung eigentlich? Wegen der Nähe zu Florenz? Und der Service ist auch nicht der Beste, zumindest da, wo wir sitzen. Angeblich lt. Tripadvisor gut bewertet, zumindest lt. Aushang an der Tür. Einmal dort gesessen, googeln wir - und finden das Lokal in Tripadvisor gar nicht...

Also, als absoluten Reinfall kann man das nicht bezeichnen. Aber so richtig nett finden wir es beide nicht, hätten gut darauf verzichten können. Also unserer Meinung nach... ist Greve absolut überbewertet. Zumindest vom Ort her. Wer wegen des Chiantis herkommt, mag das vielleicht anders sehen.

Wir wollen wieder weg, brauchen ein positives Erlebnis und Gefühl. Und finden es auf der Rückfahrt in Panzano. Ein kleiner, alter Ort mit historischem Stadtkern. Und direkt neben der Kirche ist eine kleine Enothek. Wie eine Studentenkneipe aufgemacht, drinnen kleine Tische mit Hocker, draußen ein toller kleiner Hof oder Biergarten mit Blick aufs Tal. Tolle Weine auf der Karte, eine Kleinigkeit zu essen - schade, dass wir nicht erst hier waren. Aber egal - so wissen wir das Lokal doppelt zu schätzen. Die Bedienung spricht hervorragend englisch, kein Wunder, ist in den USA aufgewachsen. Hier kommen wir irgendwann gerne nochmal her.

Unten am Parkplatz ist ebenfalls ein nettes Lokal, terrassenförmig angelegt, man sitzt unter Weinreben, mit Blick auf die andere Seite des Tals. Kommt von den Bewertungen her ebenfalls gut weg. Eventuell noch eine Alternative, falls wir nicht mehr so weit fahren wollen? Die Rückfahrt wählen wir über die Dörfer, nicht die Schnellstraße. Der Umweg hat sich mehr als gelohnt! Schade, dass wir keinen Fotoapparat dabei hatten.

Abends gehen wir ins Il Fossi in San Gimignano. Und stellen fest, dass die Bewertungen in Tripadvisor von Amerikanern eigentlich filtern können müsste... Denn na klar sind sie von allem begeistert, was eine richtige Pizza oder nicht in Soße ertränkte Nudeln sind.

Als Europäer gehört das jedoch zum Standard, deswegen ist das Lokal unserer Meinung nach etwas überbewertet. Nichtsdestotrotz essen wir gut, die Bedienung ist sehr freundlich, alles etwas einfacher als in den anderen Lokalen. Aber nicht günstiger. Wir kommen mit einem älteren Ehepaar ins Gespräch - Amerikaner aus Orlando, Florida. Sind ganz begeistert von Dirks Aussprache. Die Frau hat Glück gehabt, ist gestürzt und auf der Lippe aufgekommen, musste mit 7 Stichen genäht werden. Nicht schön, aber es hätte Schlimmeres passieren können. Sie fahren noch jedes Jahr nach Europa, waren auch schon in Deutschland - Köln, Frankfurt, München. Finden Europa toll. Schön, dass sie das noch machen können.

Ein Eis muss noch sein, wir holen uns wieder eines bei Dandoni, unserer bevorzugten Eisdiele. Sitzen am Marktplatz. Überlegen, was eigentlich passiert, wenn man die Bremse am Kinderwagen vergisst... Und just in diesem Moment... rollt ein Kinderwagen los, genau auf uns zu. Ich bin wie gelähmt, Dirk und zwei andere Gäste springen auf, das Kind im Wagen springt heraus, der Wagen kippt um... Nichts passiert, Glück gehabt.

Pancole Pancole


Dienstag, 15.10.13

Wir haben erst keine Lust, weit zu fahren - entscheiden uns dann aber doch für Lucca. Eine Fahrt von ca. 2 Stunden. Wir wählen leider ein nicht besonders schöne Strecke aus, über Certaldo und Empori. Macht keinen Spaß, das zu fahren, größtenteils Industriegebiet.

In Lucca finden wir ohne Probleme einen Parkplatz indirekt an der Stadtmauer, der Porta Elisa. Wir lassen uns treiben, sind überrascht über die moderaten Preise hier. Der Ort ist einfach schön. Gefällt uns besser als Siena. Es ist so ruhig hier. Und trotz der vielen Touristen überhaupt nicht hektisch.

Am Piazza dell'Anfiteatro trinken wir noch einen Kaffee - ebenfalls zu moderaten Preisen. Hier sind nette Geschäfte, der Platz hat eine tolle Atmosphäre. Ein Laden hat es mir besonders angetan: ... Nette Dekoartikel und Mitbringsel. Wir schaffen es sogar, unsere Postkarten einzuwerfen. Noch ein wenig bummeln - und dann die schönere Strecke Richtung Volterra zurück. Wir wollen das Ristorante Il Poggio ausprobieren.

Luca Luca Luca

Richtung Volterra wird es immer nebliger - und es nieselt. Aber wir wollen uns nicht beklagen, haben wir doch tagsüber wieder richtig Glück mit dem Wetter gehabt. Zwischendurch einige Baustellen, weil der Hang gerutscht ist und die Fahrbahn nur einspurig ist. Sieht teilweise gar nicht gut aus, ein mulmiges Gefühl, wenn man so nach oben schaut. In Volterra sieht man kaum etwas... Gespenstisch wirkt es, insbesondere durch die Dunkelheit.

Natürlich hat das Il Poggio heute Ruhetag - wie könnte es auch anders sein. Aber das verdirbt die Laune nicht, gibt es doch zahlreiche Alternativen.

Wir gehen erstmal in die Weinbar L'Incontro, trinken etwas. Nette Atmosphäre, gleichzeitig Eisdiele, Café, Bar und Kleinigkeiten zu essen gibt es auch. Auf einmal bringt die Bedienung große Bretter aus der Küche, stellt sie auf dem Tresen ab. Die ersten Gäste stehen auf, gehen zur Bar, nehmen sich einen Teller und bedienen sich. Äh...?

Ja, wir interpretieren das richtig, scheint gegen 18.30/ 19 h ein üblicher Service des Hauses zu sein, passend zum Wein. Ein wenig Atmosphäre wie in einer Tapas-Bar. Es gibt verschiedene Canapés und Pizza-Stücke, Chips und anderes Knabbergebäck. Einige schlagen wirklich zu, gehen 2-3 mal an die Bar. Nett. Trotzdem bleiben wir nicht, gehen noch gegenüber ins Vecchio Lira.

Dirk hat eine interessante Zusammenstellung: Oricchiette mit Olivenpaste, Zitrone, Salsicchia und Tomaten. Und die Spaghetti Pesto von mir sind ebenfalls hervorragend. Besonders überrascht sind wir von der guten Qualität des Hausweins - und das für 3,50€ pro 1/2 Liter. Ich habe Blick in die Küche, alles sehr sauber und hygienisch, alle arbeiten voll konzentriert, es ist alles abgestimmt. Und das Essen, was so aus der Küche kommt, sieht generell gut aus. Es sind auch Italiener hier, einige hatten einen Tisch reserviert - und die Polizei holt eine Großbestellung ab. Also eine gute Wahl.

 


 

Mittwoch, 16.10.2013

Der letzte Tag, morgen geht es nach Hause. Wie könnte es anders sein - wir fahren nach San Gimignano. Es ist herrliches Wetter, heute könnte man sogar am Pool liegen. Das hätten wir uns vorher einmal gewünscht. Noch ein paar Einkäufe, die toskanischen Pici (eine Nudelsorte) müssen unbedingt noch mit, ebenso wie Cantuccini und Vin Santo. Ich interessiere mich noch für ein Safran-Risotto, kann die italienische Anleitung erstmal nicht verstehen - und bekomme es erklärt. Ganz einfach (zwischenzeitlich schon ausprobiert - eine gute Wahl war das, davon hätten wir besser mehr mitgenommen...). Mittags müssen wir natürlich noch in 'unsere' Bar. Nachmittags heißt es dann Koffer packen - und überlegen, wie wir den ganzen Wein verstauen sollen...

Abends dann unser Abschiedsessen im La Mangiatoia - und wieder ist das Essen hervorragend. Die Crespelle müssen es nochmal sein. Danach ein Wildschweinragout mit Spinat bzw. Erbsen - sehr fein... Und natürlich die Mascarponecreme mit Vin Santo. Auf dem Weg zum Auto kommen wir wieder an der Eisdiele vorbei - aber nichts geht mehr...

 

Donnerstag/ Freitag, 17./18.10.2013

Irgendwie schaffen wir es, alles im Auto zu verstauen. - los geht es, Richtung Heimat. Wir freuen uns beide auf zu Hause, unser eigenes Bett. In Tramin machen wir eine kurze Mittagspause - natürlich nicht ohne einen Stop in einer der größten Brennereien von Südtirol: Roner. Psenner ist direkt daneben, hat aber mittags geschlossen. Wer also an Tramin vorbeikommt und gerne Grappa, Williamsbirne oder andere Obstbrände mag - kleiner Tipp für einen kurzen Stop. Es ist nur 2 km nach der Autobahnausfahrt... Und wer lieber mittags italienisches Ambiente mit etwas jüngerem Publikum mag - sollte nach Neumarkt mit seinen Laubengängen fahren. Die Entfernung ist die gleiche, wie nach Tramin zur Ortsmitte.

Die Fahrt durch Österreich über den Fernpass nach Füssen ist wunderschön - nächstes Mal würden wir direkt diese Strecke nehmen. Nach einer Übernachtung in Kempten kommen wir Freitagmittag wieder wohlbehalten in Köln an.

Es ist schön, wieder zu Hause zu sein - wobei... die Waage wird die nächsten Tage erstmal ignoriert... Aber wir bereuen nichts. Eine pure Genußreise war das, ein wunderschöner Urlaub mit tollen Eindrücken ist zu Ende. Die Toskana wird uns auf jeden Fall irgendwann wiedersehen. Nicht kurzfristig - aber in ein paar Jahren mit Sicherheit.

Und jetzt heißt es wie immer: nach dem Urlaub… ist vor dem Urlaub…

 

Voltrona San Gimignano