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Kurzurlaub in Ostfriesland - Deutschland ist auch schoen

 

 

Eigentlich wollte ich dieses Jahr mal wieder meinen Geburtstag feiern... aber irgendwie passen die Ausgangsparameter nicht so richtig. Also - was tun?

Da Dirk's Tochter Annika in den Sommerferien eine Woche bei uns verbringen möchte, bietet sich doch ein Kurzurlaub zu Dritt an. Doch wohin? Holland? Gerne - aber Ferienwohnungen werden nur wochenweise vermietet und sind immens teuer (wie wir finden). Ostsee? Oh ja... aber nur 4 Tage - ist ja doch ganz schön weit, insbesondere beim Ferienverkehr. Ausserdem auch hier schwierig, eine Unterkunft zu finden für ein paar Tage. Aber dann fällt mir ein, dass es mir in Ostfriesland immer so gut gefallen hat. Also - auf geht's... es ist nicht einfach, eine Ferienwohnung nur für 4 Tage in den Sommerferien so kurzfristig zu finden. Aber wir werden fündig, zu einem absolut akzeptablen Preis: in Carolinensiel...

 

 

Über das Fremdenverkehrsamt buchen wir eine Ferienwohnung, am Mittwoch, den 25.07.12 geht es los. Wir kommen tatsächlich vor 9.30 Uhr aus Köln weg und kommen super durch - kein Stau auf der Autobahn, absolut freie Fahrt. Die letzten Kilometer Landstraße wundern wir uns - keine Menschen auf den Straßen zu sehen, keine Autos - alles ist wie ausgestorben, total beschaulich. Um 12.45 Uhr treffen wir in Carolinensiel ein, gönnen uns nach der Fahrt erstmal ein Eis und kontaktieren derweil unsere Ansprechpartnerin für die Schlüsselübergabe. Alles Gepäck verstauen - und dann, bei strahlend schönem Wetter, geht es direkt an die Nordsee. Der Strand ist in Harlesiel, ca. 2 km entfernt. Die Strände sind natürlich nicht das, was man von Holland oder von Nordfriesland kennt. Die Uferpromenade ist befestigt und das Wattenmeer muss man mögen - es wurde am 26.06.2009 von der Unesco als grenzüberschreitende Weltnaturerbestätte anerkannt. Als wir ankommen ist noch Ebbe, aber das Wasser kommt wieder näher, um ca. 16.15 Uhr ist Flut. Wir laufen durch das Watt, es ist überraschend warm. Da das Wasser langsam zurückkommt, sehen wir nicht, wohin wir treten. Da, wo Kinder ein Loch in den Schlamm gebuddelt haben, kann man ganz schön tief einsinken... Schön, nach so vielen Regentagen im Sonnenschein durch das Wattenmeer laufen zu können. Wir setzen uns noch ein wenig auf die Promenade und beobachten, wie das Wasser immer näher kommt, lassen uns den Wind ums Gesicht wehen. Dann noch ein kleines Fischbrötchen - absolutes "must do" und noch ein Abstecher nach Neuharlingersiel. Herzstück des 300 Jahre alten Fischerdorfes Neuharlingersiel ist seit jeher der Hafen - dem Fenster zum Meer. Der Strand ist einiges weitläufiger als der Strand in Carolinensiel. Wir bummeln ein wenig herum und trinken am Hafen noch eine Kleinigkeit.

Abends schlendern wir noch durch Carolinensiel und seinen Museumshafen. Früher lag Carolinensiel direkt am Meer. Davon zeugt noch heute der „Alte Hafen“ im Ortskern. Zu seiner Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert war er der zweitgrößte ostfriesische Siel- und Handelshafen. Heute ist er mit den hier vor Anker liegenden traditionellen Plattboden-Seglern und dem historischen Gebäudeensemble des Sielhafenmuseums ein Ort mit besonderem Charme und maritimem Flair. Im Restaurant Postbüdel essen wir zu Abend - natürlich Fisch. Ich probiere mit einer gewissen Skepsis die frischen Matjes... hmm, lecker! Hätte ich gar nicht gedacht, sehr empfehlenswert. Danach noch einen Verdauungsspaziergang rund um den Hafen bis zur Teestube "Tüdelpott" - wo man auch Treetboote etc. mieten und Minigolf spielen kann. Mal sehen, was der morgige Tag so bringt...

 

 

Am Donnerstag bekomme ich erstmal ein tolles Geburtstagsfrühstück zubereitet mit Rührei und allem, was dazugehört. Dann machen wir uns fertig, wollen an den Strand, nochmal im Watt wandern. Unser erstes Ziel, Neuharlingersiel, entfällt dann leider, weil wir zu spät 'dran sind und ein freier Parkplatz ein Ding der Unmöglichkeit ist. Also doch wieder nach Harlesiel, Auto abstellen und eine Wattwanderung machen. Der Schlamm quillt zwischen unseren Zehen hervor, wir sehen jede Menge Muscheln, ein paar Krebse und die Hinterlassenschaften der Wattewürmer. Dann noch ein wenig im Sand liegen und einfach die frische Brise geniessen. Der Wind ist ganz schön frisch - ich könnte durchaus einen Pullover vertragen. Gegen 14 Uhr geht es dann zur Küstenräucherei Albrecht, mehrfach empfohlen. Und ja - das Essen ist wirklich lecker und die Fischtheke... würde man am liebsten leer kaufen. Annika und ich bummeln dann ein wenig durch den Ort, danach darf natürlich eine Fahrt mit dem Tretboot über die Harle nicht fehlen. Mannomann... ist das anstrengend! Das hätten wir alle Drei nicht gedacht.

Und man merkt es schon... ein diätetischer Kurztrip wird das wohl eher nicht.... abends kehren wir im Restaurant Hafenblick ein. Und speisen wirklich hervorragend. Nicht günstig, aber sehr empfehlenswert, Preis-Leistungsverhältnis stimmen. Die Karte bietet etwas mehr als die anderen Lokale am Hafen. Ein wirklich wunderschöner Tag geht zu Ende...

 

Freitag haben wir eine Brauereibesichtigung in Jever gebucht - man muss die Karten vorbestellen. Jever ist auch ein schönes, kleines Städtchen mit teils noch alten Gebäuden. Der Name der Stadt ist durch die Biermarke auch international bekannt. Jever wird auch als Marienstadt bezeichnet - dieser Beiname weist auf Fräulein Maria, die letzte Herrin von Jever, hin. Sie verlieh Jever 1536 die Stadtrechte. Wir haben noch etwas Zeit bis zum Beginn der Besichtigung und schlendern durch die Einkaufsstraße, die kleinen Gassen und über den Markt. Eine schöne Atmosphäre, überall hört man das obligatorische "Moin". Wir schauen uns die Immobilienpreise an - und können nur sagen, wenn es zu diesem Preis in Köln auch Eigentum geben würde... hätten wir schon längst zugeschlagen.

 

 

 

Um 12 h beginnt die Besichtigung der Brauerei und dauert ca. 1,15 Stunden, danach noch 30 min Verkostung. Die Besichtigung ist sehr interessant und lohnt sich auf jeden Fall. Nachmittags geniessen wir noch einen Eistee und Kuchen im Tüdelpott, es ist unglaublich schwül und warm, die Wettervorhersage scheint zu stimmen - und so ist es: wir sind keine halbe Stunde zurück in der Ferienwohnung, da donnert und grollt es ohne Ende, ein richtig feines Gewitter mit Regen kommt herunter. Abends kochen wir dann selbst, haben keine Lust, wieder essen zu gehen. Aber da das Wetter wieder schön ist machen wir noch einen Abschiedbummel durch den Hafen. Natürlich gibt es noch ein Eis als Nachtisch... und einen kleinen Absacker. Leider sind wir dieses Mal nicht ganz so angetan vom Hafenrestaurant - trotz zweifachem Hinweis wird unser Tisch nicht von den Vorgängern gereinigt. Auch wenn viel zu tun ist - dieser Service sollte selbstverständlich sein und wenn ein Gast auch noch darauf hinweist - spätestens dann ist Handeln angesagt. Aber wir lassen uns davon die Laune nicht verderben, würden bei einer nächsten Reise nach Ostfriesland trotzdem nochmal dort essen gehen.

 

 

Samstag regnet es wie vorhergesagt in Strömen. Wir haben genau den richtigen Zeitpunkt abgepasst - und zwischen den Regentagen die schönsten Tage abbekommen. man muss eben auch einmal Glück haben. Wie immer heisst es jetzt: nach dem Urlaub... ist vor dem Urlaub. Und auch Deutschland ist durchaus eine Reise wert...