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Hochzeit - und Flitterwochen auf Barbados

Jemanden lieben heisst einwilligen, mit ihm alt zu werden (Albert Camus)

Wir haben uns getraut... und geheiratet... am 31.03.2012 im Historischen Rathaus zu Köln - und wir hatten einen richtig schönen Tag.

 



 

Maxwell Beach

In die Flitterwochen zieht es uns mal wieder in die Ferne, wir möchten dem kalten Jahresanfang in Deutschland entkommen. Die Wahl fällt auf Barbados. Nachdem wir Freunden von unseren Reiseplänen erzählen stellt sich heraus - wir sind für ein paar Tage zeitgleich auf Barbados, sowohl mit einer langjährigen Freundin, die seit Jahren dort Urlaub macht - als auch mit Freunden, die dort die Osterferien verbringen möchten...

 

 

 

31.03.2012

 

Das Wetter spielt heute leider nicht ganz so mit, wie wir uns das gewünscht haben. Aber wir bekommen Aufmunterungssprüche wie "schlechtes Wetter ist gut für die Ehe" oder "Regen bringt Segen"... also nehmen wir es, wie es kommt. Auf jeden Fall hatten wir einen richtig schönen Tag:

 

     

 

04./ 05.04.2012


Mittwoch: Koffer packen ist angesagt - dadurch, dass wir schon frei haben, ist alles entspannt. Selbst ich schaffe es, mit Kosmetik, Föhn usw. knapp unter 18 kg zu bleiben.

Donnerstag: Es geht los - ab mit dem ICE nach Frankfurt. Natürlich ist die Rolltreppe defekt... ich schleppe meinen Koffer die Treppe hoch, in der Treppenmitte schau ich hoch, stöhne laut und sag‘ vor mich hin 'ach herrje.. noch sooo viele Stufen'… völlig mutlos. Doch ich habe Glück, ein netter junger Mann erbarmt sich meiner, lächelt mich an und trägt meinen Koffer den Rest nach oben. Auch wenn Sie diesen Bericht wahrscheinlich niemals lesen werden: Danke!

Wir können schon auf dem Weg ins Terminal im Zwischengang bei Airrail einchecken - was für ein Komfort! Nun können wir ganz entspannt zum eigentlichen Terminal und Boarding. Ein Kunde von mir erzählte, dass wir am Flughafen direkt US-$ an einem Geldautomaten der Deutschen Bank abheben können - zum Interbankenkurs und somit genauso günstig wie im Ausland. Nach Recherchen im Internet sehe ich die Information bestätigt. Das hört sich praktisch an, insbesondere, da der Preis für unser Studio in US-$ ausgewiesen ist, fällig bei Ankunft. Also nutzen wir die Gelegenheit. Aber von wegen günstig - der Kurs ist super-ungünstig, 1,20 anstatt 1,30 - also aus meiner Sicht nicht sehr empfehlenswert sondern ein absoluter Verlust!

Wir gehen ohne weitere Probleme durch die Passkontrolle. Dirk überlegt noch, ob er eine Stange Zigaretten im Duty Free kaufen soll – lässt es aufgrund der Preise jedoch. Durch die Sicherheitskontrolle kommen wir ohne Wartezeit und sind am Gate. Hier erleben wir dann das Schauspiel schlechthin: eine Gruppe von ca. 10 Chinesen will mit Handgepäck durch die Kontrolle zum Gate. 6 kg Handgepäck sind zugelassen – die Koffer sind wohl wesentlich schwerer. Großes Palaver, um jedes Kleidungsstück wird gefeilscht. Die Koffer werden bestimmt 20 mal umgepackt, BHs und Slips wandern ins Handgepäck, alles wird wild durcheinander getauscht. Letzten Endes bleiben 1 Koffer sowie eine Plastiktüte. gefüllt mit Klamotten zurück. Und wir fragen uns: warum haben die nicht einfach ihre Koffer normal aufgegeben??? Schließlich hat man 20 kg Freigepäck…

Beim Einstieg ins Flugzeug sind wir gespannt - das Upgrade in die Premium Economy Class war bezahlbar - und da es schließlich unsere Flitterwochen sind, haben wir uns das gegönnt. Und nicht bereut - die 15 cm mehr Sitzabstand sind sehr bequem und jeden Cent wert - insbesondere bei Dirks Größe von über 1,90 m. Auch das Essen ist wider Erwarten sehr gut. Da die Maschine nicht ausgebucht ist haben wir sogar die Möglichkeit, uns in einer 3er Reihe lang zu legen - Luxus pur. Alles in allem ein sehr angenehmer Flug. Man hat wie üblich die Möglichkeit, zollfrei einzukaufen, auch Zigaretten. Und erfahren: alle können Zigaretten kaufen – bis auf die Passagiere, die in Barbados aussteigen. Hier ist die Einfuhr von Zigaretten absolut verboten. Ein Glück, dass Dirk nicht schon eine Stange Zigaretten in Frankfurt gekauft hat!

Auf dem Hinflug gibt es einen Zwischenstopp in St. Lucia. Beim Landeanflug sehen wir eine unglaublich grüne, gebirgige Insel - es sieht traumhaft schön aus. Der Flughafen ist mini - für unsere Verhältnisse ein Scherz. Selbst der kleine Flughafen Chania auf Kreta ist groß dagegen. Es steigen viele hier aus, auch unsere Gruppe Chinesen. Dann kommen neue Passagiere an Bord, die zurück nach Deutschland fliegen. Und: unsere Chinesen... sie sind zu früh ausgestiegen. Ohne Worte… Der Weiterflug nach Barbados dauert ca. 20 min. Da kommt der Brüller schlechthin: eine Durchsage gibt bekannt, das die Gesundheitsbehörde von Barbados eine Desinfektion des Flugzeugs vorschreibt, das Spray sei nicht gesundheitsschädlich und von der WHO freigegeben. Aha...? Und schon laufen die Flugbegleiter durch das Flugzeug, sprühen ein paar mal kurz in die Luft - und haben ihrer Pflicht Genüge getan...

Dann der Landeanflug auf Barbados - hmmm... haben wir uns die richtige Insel ausgesucht? Von Natur nicht viel zu sehen, dicht besiedelte Häuseransammlungen...  ich mag zurück und lieber in St. Lucia aussteigen... naja, schauen wir mal. Wir sind gespannt, was uns beim Ausstieg für Temperaturen erwarten – und sind angenehm überrascht - es ist zwar schwül-warm, 29 Grad - aber man hat nicht das Gefühl, einen Schlag zu bekommen. Am Wechselschalter wechsel ich das erste Geld um in Barbados-Dollar (BDS-$). Ein Fehler, wie wir später erfahren. Es ist günstiger, im Geschäft mit US-$ zu zahlen - im Gegensatz zu Wechselstuben hat man dann üblicherweise einen Umtausch-Kurs von 1:2.

Das bestellte Taxi ist schon da, die Fahrt zu unserer Unterkunft Emville vergeht wie im Flug. Isolde, unsere Vermieterin begrüßt uns, das Studio sieht wirklich aus, wie auf den Bildern im Internet. Alles, was man braucht, ist vorhanden - selbst eine Kaffeemaschine. ein kurzer Begrüßungstrunk - standesgemäß Cola mit Rum - und die ersten Infos folgen. Dann machen wir uns fertig - morgen ist Karfreitag, auch hier ein Feiertag. Und wir benötigen  noch die nötigsten Dinge wie Milch,  Brot, Käse.

Es ist 18 h und schon wird es dunkel... wir laufen nach dem langen Flug zu Fuß nach Oistins bis zum Supermarkt. Und sind geschockt wegen der Preise - 1 l Milch 5,79 BDS-$. Wow... für die nötigsten Sachen (dazu gehören na klar auch Rum und das einheimische Banks Bier) zahlen wir 114 BDS-$, ca. 43 €. Ups... übermüdet und überfordert mit allem frage ich mich, wie diese Preise in mein Reisebudget passen...

Wieder zurück im Studio noch ein Bier auf der Terrasse und ab ins Bett - wir sind über 20 Stunden auf den Beinen und fix und foxy. Die Straße kommt uns sehr laut vor, zum Glück habe ich Ohropax dabei...

Maxwell Beach

 

 

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Freitag, 6.4.2012

Wir schlafen Beide nicht so gut, sind um 4 Uhr wach... sitzen etwas draußen können aber zum Glück danach noch ein bisschen schlafen. Dann erst mal Kaffee, der dauert mit der Kaffeemaschine ewig. Aber egal - Hauptsache Kaffee. Nachdem wir in Ruhe gefrühstückt und alles ausgepackt haben, wollen wir den Strand erkunden. Man läuft ca. 5 min zum 'Hausstrand' - aber von Freunden wissen wir, es gibt nicht weit einen weiteren Strand, wo man geschützt unter Palmen liegen kann. Es ist wirklich nicht weit und ja - der Strand ist so, wie man sich einen Karibik-Strand vorstellt: feiner, weißer Sand, türkisfarbenes Wasser in allen Schattierungen und Palmen. Was will man mehr? Unsere Freunde kommen kurz nach uns zur gleichen Stelle - ohne verabredet zu sein. Da fliegt man ca. 8.500 km um die Welt - und trifft Freunde aus Köln, die zufällig zeitgleich am gleichen Urlaubsort sind. Witzig.

Das Meer ist herrlich – Badewannentemperatur von ca. 26 Grad. Tina versteht uns gar nicht, als wir vom Supermarkt erzählen - sie findet Barbados günstig. Aha? Wir haben uns natürlich schlauerweise weder mit Proviant noch mit Wasser eingedeckt und laufen den Strand entlang, bis es nicht mehr weiter geht und wir in den Ort kommen. Die erste Bar ist unsere, wir bestellen Cola und Panini mit Tomate und Käse bzw. gegrilltem Gemüse. Und sind überrascht, da der Baskett auch noch mit Pommes gefüllt ist. Außerdem gehört Wasser zum Service. Echt lecker alles, besonders die hier übliche Hot Pepper Sauce hat es uns angetan. Wir zahlen hinterher 35 BDS-$ - umgerechnet ca. 13 €. Da kann man sich wirklich nicht beschweren. Jetzt noch ein wenig an den Strand und dann zurück zum Studio, Mittagsschlaf halten. Richtig angekommen sind wir noch nicht.

Um 18 h treffen wir uns mit Tina und ihrer Familie und gehen nach Oistins. Heute ist Freitag - fish market. Wir gehen erst zur Pier, sehen einen schönen Sonnenuntergang, der Himmel leuchtet in allen Farben. Außerdem erhaschen wir einen Blick auf eine Meeresschildkröte. Überall sind Verkaufsstände aufgebaut, wir lassen uns treiben. Am anderen Ende sind mehrere Tische mit Dominospielern. Wow - knallen die ihre Steine auf den Tisch! Mit dem Arm wird richtig weit ausgeholt, es knallt, wenn die Dominosteine auf den Tisch 'gelegt' werden. Irre. Wir sind fasziniert, schauen uns das Spiel länger an - und werden von Annika gefunden. Eine weitere Freundin, die zeitgleich auf Barbados ist. Die Welt ist klein.

Wir schlendern gemeinsam weiter, halten an einer Bude, der Fisch sagt uns nicht zu, aber die nächste Bude ist es. Dirk bestellt king fish, ich dolphin (Goldmakrele). Das Essen wird in Steropur-Behältern serviert... hmm. Aber: wie lecker ist das denn? Und wir entspannen uns etwas - zahlen inkl. Getränken 60 BDS-$ - das sind ca. 23 €. Das ist günstig für ein mehr als reichliches und leckeres Fischessen.

Wir sind müde und kaputt, schlendern aber mit den anderen noch etwas herum. Dann nehmen wir ein 'Buschtaxi' und fahren zurück zum Emville. Auf Barbados gibt es ein sehr gut funktionierendes Bus-System: die großen, blauen Überlandbusse, dann die mittleren gelben Busse – und das, was wir hier als Sammeltaxi bezeichnen würden, allerdings eine offizielle Buslinie ist. Die blauen und gelben Busse halten nur an den offiziellen Bushaltestellen – die Sammeltaxis, oder eben auch liebevoll „Buschtaxis“ genannt, halten auch außer der Reihe. Egal, wohin man fährt – man zahlt immer pro Bus 2 BDS-$ pro Person, unabhängig von der Länge der Fahrt. Wenn man den Bus wechselt, fallen wieder 2 BDS-$ an. Auf dem Balkon noch einen Absacker - diese Nacht schlafen wir beide besser. Und der Straßenlärm hält sich in Grenzen.

 

Oistins   Oistins   Oistins

 

Samstag, 7.4.2012

Nach dem Frühstück sehen wir Isolde, lassen uns noch ein wenig über die Insel und mehr oder weniger lohnenswerte Ausflüge berichten. Eine Katamaran-Tour von ca. 5 Stunden inkl. Speis‘, Trank und Transfer kostet 80 US-$. Außerdem empfiehlt sie eine organisierte Bustour, ebenfalls inkl. Speis‘ und Trank. Aber 100 US-$ pro Person? Wir wissen nicht so recht... Auto mieten ist auch nicht günstiger. Man kann wohl auch alles selbst mit dem Bus erkunden. Mal sehen....  Erst nochmal ab zum Supermarkt, wir brauchen Strandverpflegung. Außerdem eine Strandtasche - unsere haben wir ja letztes Jahr auf Kreta gelassen. Neben dem Supermarkt in Oistins ist ein Kramladen - anders kann man das nicht nennen. Tausend Dinge eingepackt, gestapelt in Regalen - offensichtlich ist hier gar nichts. Wir fragen nach einer Strandtasche, es gibt zwei zur Auswahl: babyblau oder grün-weiß. 35 BDS-$... naja, das geht ja noch. Außerdem habe ich - schlau wie ich bin - meine kleine Handtasche oder eine Bauchtasche vergessen.... und jeden Tag alles Dirk geben oder in der Hand halten,... neee...

Das junge Mädchen im Laden fragt ihre Großmutter, die gerade mit neuer Ware kommt. Eine nette alte Dame. Sie geht zielsicher zu einem Regal, kramt - und präsentiert mir zwei verschiedene Taschen. Außerdem eine silbergraue Handtasche - nein, danke, die auf gar keinen Fall! Ich entscheide mich trotz des Preises von 56 BDS-$ für eine schlichte in schwarz. Auf meine Frage, was man noch am Preis machen kann, fragt sie mich 'what's comfortable for you'.  Dann zeigt mir die alte Dame noch ihre Tasche, sie nimmt sie mit in die Kirche und überall hin. Die könnte ich auch haben - aber ich bleibe bei meiner Entscheidung. 80 BDS-$ nur für die Handtasche sind mir definitiv zu viel, ein Freundschaftspreis... alles zusammen zahlen wir dann 80 BDS-$, wir bekommen noch etwas Rabatt.

Danach in den Supermarkt - es ist ganz schön voll. Inzwischen können wir die Preise besser einschätzen, sind nicht mehr so geschockt. Kaufen ein und fahren mit dem Buschtaxi zurück. In Oistins beginnt heute das fish festival, DAS Event, das jedes Jahr an Ostern stattfindet. Jede Menge Buden werden aufgebaut, wie bei uns bei einem großen Straßenfest. Aber erstmal verbringen wir den restlichen Tag am Strand. Die Wellen sind heftiger als gestern, nachmittags ist jede Menge natürliches Treibgut im Wasser, die gelbe Fahne ist gehisst. Die Bässe wummern von Oistins zu uns herüber - bin gespannt, was uns abends erwartet.

Wir sind lauf-faul, nehmen wieder ein Buschtaxi. Was für ein Erlebnis... der kleine Bus ist voll, andere werden aufgefordert, etwas aufzurücken, eine Engländerin soll auf den Schoss ihres Freundes. Dirk steigt ein - und auch mein Platz ist bei ihm auf dem Schoss. Der Engländer erzählt Dirk, dass er schon mit 20 Personen in so einem Bus gesessen hat - eigentlich gibt es 12 plätze... die Musik dröhnt aus den Lautsprechern, das ist Karibik.

Wir schlendern über die Straße - heute für den normalen Autoverkehr gesperrt, nur Busse dürfen durch. Polizeipräsenz jede Menge, sogar teils mit Maschinengewehr und Schuss-sicherer Weste. Wir sehen unsere Freunde und auf deren Empfehlung essen wir bei Fred‘s – sehr, sehr lecker. Wir essen dieses Mal beide Dolphin (Goldmakrele) - ich kann kaum glauben, dass ich den gleichen Fisch wie gestern esse - so unterschiedlich ist die Zubereitung, super lecker. Wir sehen einen älteren Mann mit Rastazöpfen, Jamaicashirt und Pfeife - das absolute Klischee... ebenso die Damen - auch wer etwas fülliger ist, zeigt gern was er/ sie hat, hautenge T-Shirts oder Kleider sind in. Ein ganz anderes Körpergefühl und Selbstbewusstsein  haben die Frauen hier. Danach hören wir noch einer Gruppe mit Steeldrums zu und fahren dann wieder zurück. Heute war es schon etwas relaxter als gestern, aber noch sind wir nicht ganz da und müde. Noch einen Absacker und das war's für heute.

 

Ostersonntag, 08.04.2012

Wir sind früh wach - viel zu früh für unseren Geschmack: 6 h morgens.... Kaffeedurst, ein leckeres Frühstück mit Rührei. Etwas abhängen und überlegen, was wir heute machen. Tina & Co gehen heute nach Oistins zum Miami Beach - aber wir werden wieder an unsere Stelle vom Maxwell Beach gehen. Da hört man schon genug vom Festival, Oistins ist uns heute zu voll, das haben wir heute Abend ja wieder. Wie liebäugeln damit, ob wir nicht doch die organisierte Bustour mitmachen sollen - für einen Überblick über die Insel ist es sicherlich nicht übel. Internet macht es möglich - die von Isolde genannten Preise sind fair und in Ordnung. Ein Auto selbst mieten kostet tatsächlich zwischen 120-150 US-$ pro Tag!

Am Strand haben wir heute Glück: an 'unserem' Platz sind zwei Liegen... und keiner spricht uns an, als wir sie belegen... lesen, Musik hören, dösen... im Schatten kommt es uns durch den Wind regelrecht frisch vor - und das bei ca. 28 grad... irgendwie ist mir aber komisch, leichte Übelkeit.... gegen 13.30 h gehen wir zurück, ich will nur schlafen. Hab ich evtl. etwas Falsches gegessen? Oder ist das Leitungswaser doch nicht so in Ordnung? Heute Morgen kam es mir chlorhaltig vor, nicht so lecker wie die letzten Tage. Auf Kreta passiert das ja auch manchmal... blöde, das brauch ich jetzt wirklich nicht! 

Aber da kann man nix machen... Übelkeit, die Toilette wird mein Duzfreund... Dirk muss allein essen gehen. Ich bedaure noch nicht mal, dass ich die für heute angekündigten Gospelsänger nicht hören kann - Hauptsache ich kann dunkel liegen.... hoffentlich wird das morgen besser!

 

Dienstag, 10.04.2012

Von den Toten auferstanden... so komme ich mir vor. Das ist ja ein toller Urlaubsanfang - insbesondere für die Flitterwochen: 2 Tage, Übelkeit, Erbrechen, erhöhte Temperatur, fast 24 Stunden geschlafen... gegessen in der ganzen Zeit ca. 2 Salzkartoffeln (Isolde sei dank) und eine Handvoll Reis... mir ging es wirklich elend. Ein kurzer Weg von ca. 5 min zum 'Hausstrand' dauert ewig und kommt mir vor, wie eine Weltreise. Danach weiter schlafen, schlafen, schlafen. Und vom jährlichen fish festival in Oistins über Ostern habe ich nichts mitbekommen. Aber genug gejammert!

Nachmittags zwei Stündchen an den Strand, im Schatten - einmal ins Meer hüpfen - das Leben kann sooo schön sein. Abends fahren wir nach Oistins. Nach dem Tohuwabohu der letzten Tage wirkt der Ort wie ausgestorben. Von den Fischbuden haben nur wenige offen - Dirk isst eine Kleinigkeit, mir sind zwei gegrillte Kartoffeln ohne alles und ein Wasser schon genug.

 

Maxwell Beach   Maxwell Beach   

 

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Mittwoch, 11.04.2012

Nach einem kleinen Frühstück nehmen wir den Bus nach Bridgetown. Die Busfahrt selbst ist wieder ein Erlebnis - Beatmusik, schnelles Tempo... nach ein paar Stationen habe ich Glück und bekomme einen Sitzplatz. Auffällig: die einheimischen Herren setzen sich nicht auf einen freigewordenen Platz - sondern überlassen ihn Frauen. Da können sich in Deutschland einige eine Scheibe von abschneiden!

In Bridgetown verliere ich jegliche Orientierung in den Straßen... der Busbahnhof ist ein einziger Parkplatz für unendlich viele gelbe Busse und Buschtaxis. In die Innenstadt geht es einfach geradeaus, am Kanal entlang. Wir lassen die Eindrücke auf uns wirken, streunen ohne Ziel und Plan durch die Innenstadt. Natürlich trinken wir auch im berühmten Waterfront-Café etwas. Ein sehr schönes Café mit Atmosphäre. Es wird nicht zu unrecht in jedem Reiseführer erwähnt. Ein schönes Plätzchen. Allerdings muss man beim Wechselgeld aufpassen - die Kellnerin hat doch glatt versucht, Dirk übers Ohr zu hauen... also - ein must go, aber die Rechnung prüfen und Wechselgeld nachzählen. Anzumerken ist, dass der Umtauschkurs hier extrem schlecht ist – man sollte nach Möglichkeit mit BDS-$ zahlen.

Kaufen wollen wir nichts - einfach nur schauen und Fotos machen. Wir kommen bis zur Markthalle - sind reichlich spät dort, sehen  nur noch vereinzelte Händler. Das Obst und Gemüse kostet dort nur einen Bruchteil dessen, was man im Supermarkt bezahlt. Auf dem Rückweg zum Busbahnhof kommen wir an einem kleinen 'italien cafe' vorbei und trinken dort einen Cappuccino frappé. Just in dem Moment, wo wir uns setzen, öffnet der Himmel seine Schleusen - ein Platzregen setzt ein, es regnet in Strömen. Glück gehabt! Nachdem wir ausgetrunken und uns etwas erholt haben, ist wieder das schönste Wetter. Der Bürgersteig dampft, es ist unglaublich schwül. Zurück zu unserer Unterkunft nehmen wir dieses Mal ein Buschtaxi - es steht dort, man lädt uns einfach ein. Immer mehr steigen unterwegs zu - teils sitze ich nur halb auf meinem Sitz, weil noch jemand dazwischen gequetscht wird. Dirks Sitz klappt in den Kurven hoch - er muss aufpassen, dass er nicht auf jemand fällt. Aber irgendwie... ist das normal und macht einem gar nichts aus. Gehört hier einfach dazu, alle haben die Ruhe weg und sind völlig unaufgeregt.

Abends treffen wir uns nochmal mit Tina & Co zum Abschiedsessen. Wir gehen quasi gegenüber von uns in Charlie‘s Bar. Dort zahlen wir für ein Reisgericht mit Huhn, Ingwer, Kokosmilch und Koriander sowie Tagliatelle in einer sehr scharfen, aber leckeren Tomatensoße jeweils 35 BDS-$ - und gehen inkl. Getränken und Trinkgeld mit 100 BDS-$ dort raus. Das sind umgerechnet ca. 40 €, also durchaus akzeptabel für 2 Personen. Man muss immer umrechnen, damit man die richtige Relation hat. Wir werden hier sicherlich nochmal hingehen... man sitzt schön, nettes Publikum. Wir lassen den Abend gemeinsam auf unserer Terrasse ausklingen - für die drei geht es morgen zurück nach Hause. An dieser Stelle sei gesagt: hat uns sehr gut gefallen mit Euch.

 

Bridgetown   Bridgetown   Bridgetown

 

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Donnerstag, 12.04.2012

Eigentlich wollen wir heute Morgen zum Miami Beach, ein weiterer Abschied - auch Annika fliegt heute Abend nach Hause. Aber es regnet in Strömen. Isolde leiht uns ihr Telefon und so nehmen wir telefonisch Abschied. Den Vormittag gammeln wir vor uns hin, besprechen mit Isolde unsere geplanten Ausflüge - sie wird sich kümmern. Mittags kommt die Sonne wieder heraus und wir schauen uns den Miami Beach etwas näher an. Als erstes natürlich ein Mittagssnack bei Mr. Delicious. Ebenfalls in jedem Reiseführer erwähnt. Ein Bus, der als Imbiss umfunktioniert wurde. Es gibt ein paar warme Snacks, belegte Brote, Chips, Eis, Getränke. Berühmt ist wohl der Rumpunsch - aber für uns auf gar keinen Fall in der Mittagshitze Alkohol! Mr. Delicious hat die Ruhe weg... man bestellt, zahlt und bekommt eine Nummer, hat dann 10-15 min Wartezeit, bis das Essen fertig ist. Also ganz ehrlich - die viel gerühmten fishcakes haben uns hier gar nicht geschmeckt, aber das hot dog war ganz lecker.

Das Publikum hier ist gemischt - natürlich Touristen, wie wir. Aber auch sehr viele Bajans. Der Strand ist zweigeteilt - einmal 'Badewanne', ganz flaches, ruhiges Wasser. Hier sind fast nur Bajans mit ihren Kindern. Und auf der anderen Seite der 'normale' Strand. Wir suchen uns ein Fleckchen unter den Bäumen, im Schatten. Erstmal ab ins Wasser. Hier ist ziemlich viel Seetang.  Das Meer kommt uns heute kalt vor - sehr erfrischend. Am Strand versucht jemand, sein Katamaran flott zu bekommen. Dirk bietet Hilfe an - und erntet noch nichtmals ein Wort, einen Gruß oder sonst etwas. Naja... der Typ sieht schon aus der Entfernung arrogant aus. Soll er sich halt allein abmühen - sehr professionell sieht es auf jeden Fall nicht aus, wie er mit dem Katamaran hantiert.

Wir legen uns in den Schatten, alles piekst durch den Sand durch - der ganze Strand ist aufgrund der Bäume voller 'Nadeln‘ von den Casuarina Bäumen. Überall stehen Picknickbänke und -tische - direkt bei uns lässt sich eine Gruppe Bajans nieder. Viele Personen sind das nicht - ca. 10. Aber Essen... soviel, wie wenn ich eine größere Party mache. Maccaroni-Pie, Salate, Fleisch, 1 Kasten Banks, 4 Kühlboxen, jede Menge Getränke... Wahnsinn, diese Massen von Essen. Tausend Gerüche liegen in der Luft, am Straßenrand hat eine Gruppe Bajans einen kleinen Grill aufgestellt und grillt Fleisch - der Duft schwebt über den ganzen Strand. Und alle paar Minuten ein Flieger, knapp über dem Strand, im Landeanflug. Schade, dass wir keinen Fotoapparat dabei haben.

Der Strand soll einer der schönsten von Barbados sein. Und ursprünglich, weil hier viele Einheimische hingehen. Ein weiterer großer Vorteil: es gibt Toiletten. Aber wir fühlen uns an 'unserem' Strand unter den Palmen wohler, es ist schön ruhig, das Wasser kommt uns sauberer vor, der Sand ist sauber, ganz weiß - und auch hier gehen Einheimische hin. Also - jedem sein Miami Beach, aber wir gehen das nächste Mal wieder zum Maxwell Beach.

Wir brechen unsere Zelte hier ab, wollen noch einkaufen. Der Weg zum Supermarkt zieht sich, obwohl es ja nur ein paar Meter Fußweg sind (oder 3 Bushaltestellen). In der Mitte liegt Chefette, die inseleigene Fastfood-Kette à la Mc Donalds. Ein leckeres Eis, und das auch noch in einem klimatisierten Raum - yep, genau das Richtige.

Abends gehen wir auf Empfehlung ins Butterfly Beach Hotel. Heute Abend ist Buffet angesagt, dummerweise erkundigen wir uns vorher nicht nach dem Preis. Es spielt ein Alleinunterhalter, wir bekommen einen Tisch direkt bei ihm. Er spielt nicht schlecht - aber es ist extrem laut. Eine normale Unterhaltung ist nahezu unmöglich. Die Auswahl beim Buffet ist begrenzt - und das Essen bis auf das Fleisch sehr geschmacksneutral. Typisch Großküche. Wir wundern uns, wie häufig manche Leute zum Buffet gehen - und mit wie überfüllten Tellern sie jedes Mal zurück kommen. Eine Gruppe Senioren schart sich um das Dessert - verschiedene Kuchen. Die Abdeckhauben werden angehoben, zurück an Ort und Stelle getan, wieder angehoben... das geht ein paar Minuten so. Große Diskussion, bevor man sich entscheiden kann - und wieder Platz für andere Gäste macht. Wir schauen uns nur an, nehmen die Eindrücke in uns auf - und stellen fest, dass wir definitiv keine Hotelurlauber für Pauschalreisen sind... wir hatten schon mit einen solchen Urlaub geliebäugelt - nach dem Abend jedoch wieder ganz weit in die Zukunft geschoben. Denn schließlich soll man niemals nie sagen.... Das Personal sieht auch nicht übermäßig glücklich oder freundlich aus. Höflich ja, keine Frage, da gibt es nichts zu beanstanden - aber irgendwie scheint das Betriebsklima nicht das allerbeste zu sein. Wir gehen um 110 BDS-$ ärmer und unbefriedigt wieder - getrunken haben wir nur ein Bier und eine Cola, das Essen hat 49 BDS-$ pro Person gekostet - und war das schlechteste Essen, das wir bisher gegessen haben. Hoffentlich wird das die einzige negative Erfahrung im Urlaub bleiben - den größtenteils positiven Bewertungen im tripadvisor können wir uns auf jeden Fall nicht anschließen. Oder sind wir einfach zu anspruchsvoll? Wir glauben nicht.

Auf dieses Erlebnis hin wollen wir den Abend in Charlie’s Bar ausklingen lassen - nun ja... beschreiben wir es einmal so: es ist ein Erlebnis. Wir unterhalten uns ganz nett mit einer Südafrikanerin, die in Großbritannien lebt und einmal in Köln war. Und was auf jeden Fall gut ist, das ist die Musik. Zumindest von einem können wir auf Barbados abraten, wenn man seinen Geldbeutel schonen möchte: besser keinen Wein trinken. Der ist zwar akzeptabel, aber für 11 BDS-$ ein Glas mit 0,1 l erwarte ich eigentlich etwas anderes.

Nur eines macht mir Sorge: Dirk fühlt sich nicht wohl...

 

Freitag, 13.04.2012

Meine Befürchtungen sind eingetreten - jetzt liegt Dirk flach, Übelkeit, Kopfweh. Ob uns Fernreisen einfach nicht bekommen? Keine Ahnung... ich hoffe, bei ihm wird es nicht so schlimm wie bei mir letztes Wochenende... und so sitze dieses Mal ich auf unserer schönen, großzügigen Terrasse und beschäftige mich mit Reisebericht schreiben, lesen, nach ihm schauen.... wir sind froh, dass wir hier WLAN haben. Dirk bekommt von dem Tag nichts mit - selbst meine Aktivitäten in der Küche (Salat machen, Getränke holen, Essen vorbereiten) rauschen so an ihm vorbei. Ich kenne das... schlafen, schlafen, schlafen...

 

Samstag/ Sonntag, 14/15.04.2012

Dirk weilt ebenfalls wieder unter den Lebenden... was für ein Glück! Ich hoffe, das war es jetzt mit negativen Befindlichkeiten - wir haben dadurch quasi 4 Tage verloren... Dirk meint schon im Scherz, dass wir das künftig zumindest bei Fernreisen zeitlich einplanen sollten... haben wir ja - anstatt der üblichen 14 Tage sind wir 18 Tage hier... hahaha.

Viel unternehmen wir heute naturgemäß nicht - ich fahr' mal kurz nach Oistins zum Supermarkt, nachmittags Strand. Die beiden Liegen stehen noch an unserem Platz unter den Palmen - als ob dort 'reserviert für Dirk und Monika' draufstehen würde....

Auf dem Rückweg zum Studio schauen wir beim Beachclubhotel hinein - und sehen, dass ab Montag Autos günstiger sind. Die Wintersaison beginnt. Wir kommen ins Grübeln - wollen wir wirklich eine organisierte Inselrundfahrt mit anderen gemeinsam machen? Vorgegebene Stops, vorgegebene Zeiten? Nach dem Erlebnis im Hotel.... nicht wirklich. Wir beginnen zu recherchieren. Und finden im Internet drei interessante Anbieter von Mietwagen. Nur ein einziger bietet eine Versicherung mit Selbstbeteiligung von 125,- US-$ an anstatt 250,- US-$... und das bei gleichem Preis. Also eine Reservierungsanfrage - da sind wir ganz spontan.

Heute Abend probieren wir für das Abendessen das Sunbay-Hotel von Tina und Peter aus. Und sind sehr zufrieden. Wir entscheiden uns beide für das teuerste Gericht auf der Karte - Steak mit Kartoffelpüree und Gemüse (34,- BDS-$) - sehr schmackhaft. Wir sehen und essen zum ersten Mal im Leben ein Gemüse namens Christophine/ Chayote, eine Art Kürbis. Schmeckt ein wenig Kohlrabi-ähnlich. Schade ist nur, dass es nicht ganz so gemütlich ist und zum länger verweilen einlädt.

Auch den Sonntag verbringen wir am Strand. Es ist ein wenig windig - und uns kommt es nach den letzten Tagen frisch vor. Tja... die Wintersaison beginnt... und dann sind es eben nur 26-28 Grad anstatt der bisherigen 30 Grad... Isolde arrangiert für uns derweil für Dienstag die Katamaran-Tour auf der Stiletto. Und eröffnet uns, dass unsere gewählte Autovermietung hier der Marktführer ist. Eine gute Wahl - sie ist überrascht, wie günstig wir das gebucht haben. Tja... Internet macht’s möglich... wobei ich das hier nicht als günstig bezeichnen würde. Für einen kleinen Wagen mit air condition ist man bei 2 Tagen 220 US-$ los... das zahl' ich in Europa oder den USA für 1 Woche bis 10 Tage... ein Moke gibt es übrigens schon günstiger - ein Wagen ohne Türen etc. Naja, was soll's. Für die organisierte Bustour von ca. 5-6 Stunden zahlt man auch zwischen 80-100 US-$ pro Person (inkl. Eintrittsgeldern und Lunch sowie Getränken). Aber so sind wir unabhängig und können tun und lassen, was wir wollen. Vielleicht einmal ein Badestop, mal eine halbe Stunde irgendwo in der Walachei anhalten... schließlich machen wir nur einmal Flitterwochen...

 

Montag, 16.04.2012

Wir fahren nochmal nach Bridgetown, lassen die Atmosphäre auf uns wirken und essen im Waterfront Café einen Hamburger - wider Erwarten sind wir positiv überrascht. Nach unserem ersten Besuch dort wollten wir gar nicht mehr hin, fühlten uns als Touristen abgezockt. Doch dort sitzt man einfach am schönsten, draußen mit Blick auf das Wasser und die Boote. Dieses mal sehr nett, schön gesessen, die Rechnung und das Wechselgeld stimmten. Ob das daran liegt, dass die Inhaberin heute präsent ist? Eine sehr gepflegte ältere Lady mit Ausstrahlung. Und der Burger war richtig lecker - einer der besten, die wir auswärts gegessen haben. Kosten:

Bier 7 BDS-$
Softgetränke 6 BDS-$
Hamburger 28 BDS-$

Alles in allem nicht günstig, aber man zahlt eben auch das Ambiente und die Lage.

Waterfront Café   Waterfront Café

 

Bridgetown   Bridgetown

 

Auf dem Rückweg zum Emville sehen wir am Accra Beach eine Strandbar, das Side Shore. Hmmm. Sieht nett aus. Kurze Recherche im Internet - Lutz und Tanja aus Berlin haben das Lokal letzten September neu übernommen, durchweg positive Kritiken. Ok.... also nichts wie hin zum Sonnenuntergang. Wir warten das erste Mal fast 15 min auf einen Bus, haben Glück, passen noch in das erste Buschtaxi, zur happy hour (17-18 Uhr) kommen wir trotzdem knapp zu spät. Egal. Ein schönes Plätzchen. Der Burger fällt im Vergleich zu heute Mittag ziemlich ab, die Pommes erfahren einen Totalabsturz. Nun ja – wir haben keine kulinarischen Hochgenüsse erwartet - aber wenn das Lokal Bestand haben möchte, muss aus unserer Sicht an der Küche etwas getan werden. Man hat den Eindruck, dass man eher auf Strandverpflegung ausgerichtet ist, da ist die Qualität nicht ganz so wichtig. Nichtsdestotrotz war es ok.  Das Bier kostet wie fast überall, wo man etwas netter oder besser sitzt, 7 BDS-$. Auf jeden Fall zum chillen und genießen des Sonnenuntergangs ein schöner Platz. Wir unterhalten uns noch kurz mit Lutz - und bekommen ein paar nette Tipps für die Autortour. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank hierfür - der Tipp mit Martins Bay war spitze! Wir wünschen Dir viel Erfolg mit Deiner Bar.

 

<hrdata-mce-alt="Katamaran-Tour" class="system-pagebreak" title="Katamaran-Tour" />

 

Dienstag, 17.04.2012

Heute ist es endlich soweit - um 8.45 h werden wir für die Katamaran-Tour abgeholt. Wir sammeln noch andere Gäste aus anderen Hotels ein - insgesamt sind wir 14 Personen in dem kleinen Bus, Kanadier und Italiener. Der Fahrer fährt Schleichwege nach Bridgetown, die Straßen sehen teils sehr nett aus. An der Brücke liegt dann die Stiletto. Schuhe aus und an Bord. Wir suchen uns ein Plätzchen im Schatten und sind sehr froh, dass wir heute und nicht gestern fahren - da waren nämlich über 30 Personen an Bord, während es heute mit 16 Gästen schön übersichtlich und gemütlich ist.

Das Wetter spielt auch mit - strahlender Sonnenschein und leichter Wind, perfektes Segelwetter. Der erste Stop ist schon nach ein paar Minuten, vor dem Bridgetown Beach. Wir bekommen frisch gesäuberte Schnorchel - und schwimmen mit den großen Meeresschildkröten. Wow - sind die schön! Sie werden natürlich von der Crew auch mit Fischen angelockt, manchmal kann man sie anfassen. Wenn sie kurz mit dem Kopf über Wasser zum Atmen kommen und dann wieder abtauchen - wunderschön. Stundenlang kann man sich das ansehen.

Dann geht es ein paar Meter weiter zu den beiden Schiffwracks vor dem Strand. Und sind im Wasser direkt mitten zwischen großen Fischschwärmen - ganz bunt gestreifte, welche mit einer Art Schwert vorne, das rot leuchtet, gelbe Fische, blaue Fische - und ein paar sehen aus wie Doraden. Lecker... unglaublich viele Fische, die gar keine Angst haben. Man hat das Gefühl, sie anfassen zu können. Wenn das Crewmitglied Kräcker ins Wasser wirft, umringen einen ganze Schwärme der Fische. Besonders direkt an den Wracks sind große Fischschwärme - das scheint die Schule/ Babystube hier zu sein. Einfach ein tolles Erlebnis. Man mag sich kaum losreißen. Solche Fische sieht man sonst nur in Aquarien.

Wir segeln bis Sandy Lane, Dirk darf das Schiff steuern. Da ist wohl demnächst nochmal ein Segelurlaub angesagt... Ich probiere zum ersten Mal Rumpunsch und Bananenkuchen - lecker! Daran könnte ich mich glatt gewöhnen...  Wir ankern in der Bucht von Sandy Lane zum Lunch. Die Crew baut das Buffet auf, es gibt grünen Salat, Coleslaw, Reis mit Erbsen, Maccharoni-Pie, pikant gewürztes Hühnchen und natürlich Fisch.  Dazu gute Musik, man kommt sich richtig dekadent vor. Noch eine kurze Erfrischung im Meer - dann geht es leider wieder retour. Wir lernen von den Kanadiern, wie gut wir Deutsche es mit unseren vielen Urlaubstagen haben: in Kanada sind 14 Tage Urlaub im Jahr die Regel. Pünktlich um15 h sind wir wieder in Bridgetown und werden sicher zurück zur Unterkunft gebracht. Das war einer der schönsten Tage überhaupt - wir können so eine Tour jedem empfehlen, auch wenn sie erst einmal teuer erscheint - aber man ist wirklich inkl. Transport 7 Stunden unterwegs, essen und trinken frei und hat einen unvergesslichen Tag.

Den Abend lassen wir wieder in Charlys Bar ausklingen - für uns das beste Essen, das wir hier auf der Insel bekommen haben. Besonders das Curry mit Huhn und Ingwer hat es uns angetan, doch auch die anderen Gerichte sind sehr empfehlenswert.

 

Katamaran-Tour   Katamaran-Tour   Sheldon - the captain

 

<hrdata-mce-alt="Osten und Bathsheba" class="system-pagebreak" title="Osten und Bathsheba" />

 

Mittwoch, 18.04.2012

Die nächsten 2 Tage haben wir einen Mietwagen, einen Jimny Jeep. Das Wetter sieht nicht gerade vielversprechend aus - es regnet, die Insel ist wolkenverhangen. Schade. Laut Wetterbericht wird sich das Wetter bis zum Abflug nicht mehr ändern... wollen wir hoffen, dass der Wetterbericht irrt.... Der Herr von der Autovermietung ist pünktlich - nur das Navigationsgerät fehlt, wird noch nachgeliefert.  Es gibt Verwirrung wegen des Preises - uns wurde ein niedrigerer Preis bestätigt, als er ausrechnet. Die Dame im Büro hat nur 1 tag Vollkaskoversicherung gerechnet anstatt 2 Tage. Aufgrund der Buchungsbestätigung zahlen wir aber den zugesagten Preis.

Alle Siebensachen zusammengepackt und los geht es. Wir fahren erstmal Richtung Oistins, Karten aufgeben. Erstes Ziel ist die Sunbury Plantage. Dirk gewöhnt sich schnell an den Linksverkehr. Wir sind froh um das Navi - Aufpreis 5 US-$ pro Tag, die sich wirklich lohnen! Ausschilderung existiert zwar, aber wenn wir danach gehen würden, wäre höchste Konzentration angesagt - und wir würden uns ohne Ende verfahren. Anfangs sind wir etwas verunsichert - das Navi führt uns teils über Schleichwege, Wald- und Wiesenwege. Aber durchaus befahrbar, auf Kreta sind wir schon schlimmere Strecken gefahren. Außerdem haben wir einen Jeep.

Das Sunbury Plantation House gefällt uns sehr - man kann ohne Eintritt zu zahlen die ganze Anlage besichtigen, etwas trinken, essen... sehr liebevoll alles arrangiert, jede Menge alte Kutschen stehen herum. Das Haus selbst sollte man auch auf jeden Fall besichtigen. Es kostet 10 US-$ Eintritt, die sich lohnen. Eine Epoche vergangener Zeit wird lebendig. Doch bei aller Schwärmerei muss man sich auch vor Augen führen: das tolle Anwesen, die Einrichtung, Klamotten, Kinderspielsachen... der ganze Wohlstand stammt von Sklavenhaltern.

Wir halten uns bestimmt 1,5 Stunden hier auf und lassen alles in Ruhe auf uns wirken, trinken noch eine Cola. Der Reisebus, der nach uns kam, ist vor uns wieder weg. Bei einer durchorganisierten Inselrundfahrt von  ca. 5-6 Stunden muss alles im Schnelldurchgang gehen.... wir sind froh, dass wir uns anders entschieden haben.

 

Sunbury Plantation House   Sunbury Plantation House   Sunbury Plantation House

 

Sunbury Plantation House   Sunbury Plantation House   Sunbury Plantation House

 

Weiter geht es Richtung East Point Lighthouse. Wir kommen an einer kleinen Kapelle vorbei, mitten auf der Straße steht ein Bus, kein Durchkommen möglich - hier wird geheiratet. Es tut uns leid, aber der Busfahrer muss kurz den Bus umsetzen und einen kleinen Teil der Zeremonie verpassen. Am Leuchtturm angekommen regnet es in Strömen. Ich hole schnell den Fotoapparat aus dem Kofferraum und springe wieder ins Auto - das Foto muss durch das geöffnete Fenster gemacht werden. Innerhalb von Minuten ist man sonst nass bis auf die Haut - und für die Kamera ist es auch nicht gerade optimal.

 

East Point Lighthouse

 

Wir fahren weiter Richtung St. Johns Church und kommen am Codrington College vorbei. Eine stattliche Allee von Palmen säumt die Auffahrt, sehr beeindruckend. Das Gebäude ist wunderschön - leider lädt das Wetter nicht zum herumlaufen ein. Schade. Bei der St. Johns Church angekommen steht schon unser Reisebus dort. Eine Kanadierin läuft mit äußerst knappen Shorts und Rumpunsch durch die Kirche, der dazugehörige Mann mit einer Flasche Bier. Also - ich bin nicht gerade religiös, aber das gehört sich nun wirklich nicht, oder? Ich finde das unmöglich - insbesondere da am Eingang ein Hinweis steht, dass man bitte ordentlich bekleidet in die Kirche gehen sollte, da es sich um ein Gotteshaus handelt. Die Kirche selbst ist wunderschön von innen. Laut Reiseführer ist es die schönste Kirche der Insel und in der Tat - sie ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch hier bleiben wir wesentlich länger als der Bus, sind dann allein in der Kirche und lassen die Stille und friedliche Umgebung auf uns wirken.

 

Codrington College   St. Johns Church  

 

Danach fahren wir weiter nach Martins Bay - der Tipp von Lutz aus dem Side Shore steht nicht im Reiseführer. Der Regen hat zugenommen - man könnte auch sagen 'it's raining cats and dogs'. Die Bucht ist sehr schön, bei schönem Wetter sicherlich auch einen längeren Stop wert. Es ist inzwischen 1 h mittags - und wir probieren die Bar aus. Ein echtes Erlebnis! Es ist sehr voll, trotz des Wetters.  Aufgezogen wie eine Imbissbude, man steht Schlange. Es gibt nur wenige Gerichte auf der Karte: eine Suppe, den unvermeidlichen Maccharoni-Pie, gemischter Salat, Sandwiches - und fried red snapper. Den bestellen wir einmal, zum teilen. Wir sollen warten, dauert ca. 10-15 min. An einem Tisch ist noch etwas Platz, alles andere ist belegt. Wir dürfen uns dazu setzen, holen uns noch 2 Stühle. Die Familie hat alles dabei: Eiswürfel, Nudelsalat, einen anderen Salat.... und hat sich ebenfalls für den fried red snapper entschieden. Wir sehen ihn und ich frage mich, wie ich den essen soll? Ein ganzer Fisch frittiert, ohne ordentliches Besteck... Der Fisch ist außergewöhnlich gewürzt, essen mit der Plastikgabel und den Fingern gar kein Problem. Unter der Haut und in der Mitte ist eine Würzpaste - schmeckt nach Piment, Kardamon und anderen Dingen. Der ganze Fisch schmeckt danach, lecker. Es ist total urig, hier könnte man auch versacken, wenn man nicht mehr fahren müsste... Danach geht es weiter. Alles in allem ist die Landschaft hier im Osten der Insel wunderschön - eine Mischung aus Schottland und Karibik, durch die Palmen und Bananenstauden.

 

Martins Bay   Martins Bay

 

Nächster Punkt auf unserer Liste ist natürlich Bathsheba - DAS Aushängeschild der Insel. Zum Glück lässt der Regen etwas nach, es nieselt nur noch, hört zwischendurch sogar ganz auf. Bathsheba ist - wenn man von einer Reisegruppe, die sich im Aufbruch befindet, absieht - wie ausgestorben. Der Strand ist nicht sonderlich sauber, der berühmte Fels im Wasser sieht wirklich toll aus. Aber ganz ehrlich - ansonsten gibt der Ort für unseren Geschmack nicht allzuviel her. Vom Restaurant Roundhouse oberhalb der Bucht hat man einen fantastischen Ausblick auf den Ort - bei schönerem Wetter kann man hier sicherlich toll sitzen. Das Lokal ist nett eingerichtet, im tripadvisor kommt es auch ganz gut weg. Aber unser essen in Martins Bay war mit Sicherheit ursprünglicher und für uns gemütlicher. Die Erfahrung möchten wir nicht missen.

 

Bathsheba   Bathsheba   Bathsheba

 

Weiter geht es zur pottery art factory in... äh...? Wo bitte soll hier so etwas in der Art sein? Sowohl das Navi zeigt den Punkt an, als auch die Hinweisschilder auf der Straße. Aber wir sehen nichts von Interesse, was einen Ausstieg aus dem Wagen rechtfertigen würde. Es ist eine arme Gegend, zumindest kommt es uns so vor. Die Häuser heruntergekommen, die Menschen starren uns oder vielmehr unseren wagen an. Hmmm - wir drehen lieber um und peilen das nächste Ziel an: die Morgan Lewis Windmill.

Inzwischen regnet es wieder in Strömen, aber pünktlich zu unserem Stop an der Mühle hört es auf. Es ist wohl eine DER Sehenswürdigkeiten auf Barbados... ok... das Museum ist geschlossen, wir sind zu spät dran. Aber ob wir hierfür 10 US-$ Eintritt zahlen würde... wagen wir zu bezweifeln. Wir machen einige Fotos und beschließen, Richtung Studio zurück zu fahren. Wir geraten bei Bridgetown in den Berufsverkehr, die Roundabouts sind aus meiner Sicht gemeingefährlich, Dirk lacht nur darüber. Gegen 16.30 h kommen wir wieder zu Hause an - ein richtig toller Tag, trotz durchwachsenem Wetter. Wenn man mal davon absieht, dass die locations auf den Fotos im Sonnenschein sicherlich schöner aussehen - haben wir es doch genau abgepasst. Bei dem Wetter wäre ansonsten  nur ein Lesetag im Studio möglich gewesen - Strand ginge gar nicht und im Regen durch Bridgetown laufen wäre auch nicht der Hit.

 

Morgan Lewis Windmill

 

Abends regnet es nicht mehr und wir fahren mit dem Wagen zum St Lawrence Gap. Isolde hatte uns mehrfach das Lokal Pablo Dontes ans Herz gelegt - das müssen wir doch mal ausprobieren. Man sitzt dort sehr gemütlich im Freien an Holztischen. Auf der Karte stehen die übliche Sachen vom Grill - und ein Curry. Die Dame des Hauses meint stolz, dass sie das selbst gemacht hat - also müssen wir das probieren. Das Curry schmeckt ähnlich wie ein Madras-Curry, nur die ungesalzenen Erdnüsse fehlen. Serviert wird es nicht wie bei uns üblich mit Basmatireis sondern mit dem hier gängigen Reis-/ Linsengericht. Uns schmeckt es hervorragend. Was mir hier allerdings auffällt, nicht zum ersten Mal: Salat wird immer mit einem fertigen Dressing aus der Flasche serviert - Essig/ Öll ist hier im Restaurant absolut unüblich - und auch auf Nachfrage nicht zu bekommen. Man erntet dann nur verwunderte Blicke. Wenn man Glück hat, bekommt man  noch ein fertiges italian dressing - was aber von reinem Essig/ Öl weit entfernt ist. Am Nachbartisch ist eine Gruppe von 4 kanadischen Frauen – die haben ziemlich viel Spass und veranstalten Trinkspiele, Liegestütze auf dem Tisch gehört auch dazu. Das Mädel macht aber eine gute Figur dabei. Ich möchte nicht deren Rechnung später sehen...

Ein schöner Tag geht zu Ende - hoffen wir, dass morgen das Wetter etwas besser mitspielt...

 

<hrdata-mce-alt="Norden" class="system-pagebreak" title="Norden" />

 

Donnerstag, 19.04.2012

Wir schlafen etwas länger als gewöhnlich - die Hunde vom Nachbarn sind ausnahmsweise mal still. Nach dem Frühstück unterhalten wir uns noch etwas mit Isolde. Sie findet es erstaunlich, dass wir mit dem Navi hier so gute Erfahrungen gemacht haben und wird das künftigen Gästen ebenfalls empfehlen. Wir kommen spät los, bringen bei Bridgetown die unendlichen Roundabouts hinter uns. Kein Berufsverkehr, heute alles ganz harmlos. Unser Ziel ist die Sugar Mill bei Holetown, ein  Tipp aus den Unterlagen des Tourismus Verbandes. Leider ist das Museum derzeit wegen Renovierung geschlossen und wir können nicht hinein - schade. Wir fahren weiter nach Holetown und schauen uns die St. James Church an - hier ist die älteste Glocke der Insel ausgestellt. Die Kirche ist wunderschön. Wir bekommen ungefragt eine kleine Führung von Terence - sehr nett und freundlich. Von ihm hören wir, dass die MS Deutschland derzeit vor Anker liegt - man ist hier genauestens über die Kreuzfahrtschiffe informiert. Als Wirtschaftsfaktor ist die Bedeutung groß. Im Gemeindebüro übt scheinbar gerade der Chor - und der Priester ist eine Lady wird uns stolz berichtet, man ist hier anglikanisch. Die Kirche und das Anwesen sollte man auf jeden Fall gesehen haben, wenn man hier ist. Wer kein Auto hat, kann ohne Probleme für kleines Geld mit dem Bus hierherfahren.

Die Gegend hier ist wesentlich gepflegter als der Süden, teurere Häuser, Nobelgeschäfte wir Ralph Lauren, Cartier, Louis Vuitton reihen sich hier nebeneinander, die Restaurants sehen wesentlich schicker aus - hier sitzt das Geld, hier steigt die high society ab. Dem Vergleich mit Naples in Florida hält es zwar nicht stand - aber für die hiesigen Verhältnisse hier kann man das durchaus als Vergleich anführen.

 

St. James Church   St. James Church   St. James Church

 

Es geht weiter nach Speightstown, die zweitgrößte 'Stadt' der Insel - Stadt in Anführungszeichen, für uns Großstädter ist es wie ein etwas größerer Ort. Die Atmosphäre hier gefällt uns, Urlaub in dieser Ecke könnten wir uns auch vorstellen. Der Ort ist sehr gepflegt, alle haben die Ruhe weg und der Strand ist auch nicht übel. Wir betreten ein Geschäft und finden uns in einer Art Kaufhaus wieder, nicht wie ursprünglich angenommen im Supermarkt. HiFi-anlagen - the bigger the better -, Möbel, Herde, Kühlschränke, alles findet sich hier. Die Preise sind gesalzen – Geiz ist geil kommt hier nicht als slogan vor. Der Supermarkt ist ein Stück weiter und relativ groß. Auf unserem weiteren Weg sehen wir, dass ein neuer Hafen angelegt wird, mit Luxusanwesen. Da werden dann wohl später weitere Yachten der high society ihren Platz finden...

 

Speightstown   Speightstown

 

Als sehenswert ist auch der Harrison Point Lighthouse angegeben. Das Navi führt uns über Feldwege, die gut befahrbar sind - ich selbst jedoch niemals fahren würde. Wir kommen an den verlassenen Gebäuden einer ehemaligen US-Basis vorbei und irgendwann zum verlassenen Leuchtturm. Dieser sieht verfallen aus und ist nicht mehr in Betrieb. Hier ist absolute Einsamkeit. Ich fühle mich hier nicht so ganz wohl - absolut fern der Zivilisation, mir ist es etwas unheimlich. Trotzdem sind wir froh, dass wir den Abstecher gewagt haben. Ohne Navi hätten wir das niemals gefunden.

 

Harrison Point Lighthouse   Harrison Point Lighthouse

 

Weiter geht es Richtung Animals Flower Cave. Alle - Einheimische wie hier lebende Deutsche - haben uns vorher gesagt, wir sollen auf gar keinen Fall den Eintritt zahlen, das lohnt nicht. Man kann auch so dort herumlaufen und die Steilküste ist wirklich beeindruckend. Die Wellen krachen nur so gegen die Felsen, die ganze Landschaft wirkt rauh. Wer in diesen Wellen landet, wird das sicherlich nicht überleben sondern mit aller Macht gegen die zerklüfteten Felsen geschleudert. Wir können uns gar nicht losreißen von dem Anblick, schießen gefühlte 1 Millionen Fotos. Die Bar soll auch ganz ok sein - hier kann man etwas trinken und wer mag, einen Wrap essen. Aufgrund einer anderen Empfehlung von Terence fahren wir jedoch weiter nach River Bay. Das sei 'so beautiful'. Aufgrund seiner Beschreibung erwarten wir etwas ähnliches wir Martins Bay - und sind schwer enttäuscht. Es handelt sich um einen einsamen Strand ohne Strandbar. Ok - die Einmündung vom Atlantik in die geschützte Bucht ist ganz nett... aber wir verspüren keinen Drang, hier länger zu verweilen. Außerdem ist es schon nach 13 h, wir haben Hunger...

 

Animals Flower Cave   Animals Flower Cave

 

Bei St. Nicolas Abbey müsste es doch etwas zu essen geben, analog zum Sunbury Haus - oder? Also lassen wir uns vom Navi dorthin führen. Aber weit gefehlt - direkt an der Einfahrt muss man Eintritt zahlen, 35 BDS-$  pro Person. Hmmm... dazu sind wir heute nicht bereit, obwohl sich das lohnen soll. Wir kehren um und fahren zum Sand Dune Restaurant, welches auf der Landkarte erwähnt ist. Sand Dune... hört sich nach einem Lokal am Strand an. ist es aber nicht - woher auch immer der Name kommt - mit Strand hat das wenig zu tun. Wir essen nur ein paar asiatische Nudeln mit Gemüse, trinken etwas - und kommen mit 24 BDS-$ sehr günstig weg. Der Tank ist fast leer, also müssen wir noch ein bisschen Benzin nachfüllen. Es ist eine kleine Tankstelle, dort steht bereits ein Wagen an der einzigen Zapfsäule. Ohne Fahrer. Die Dame von der Tankstelle ist erbost, sie will Geschäft mit uns machen. Greift durchs offene Fenster ins Auto und hupt und hupt... der Fahrer kommt in aller Seelenruhe angeschlichen, bloß nicht zu schnell bewegen... eine kurze Diskussion und dann ist er weg. Ich hole in der Zwischenzeit für uns ein Eis, Magnum Classic. Für 6 BDS-$ pro Eis. Aber es lohnt sich - zumindest das schmeckt genauso, wie überall woanders auf der Welt. In der Mini-Tankstelle (wohlgemerkt: 1 Zapfsäule) laufen 5 Bedienungen herum... wir parken gegenüber mit Blick in die Botanik. Kommen uns vor wie Rentner, die mit ihrem Campingstuhl am Straßenrand Picknick machen.

Inzwischen ist es fast 15 h - was tun? Direkt zurück? Eigentlich zu schade, den Wagen müssen wir ja morgen schon wieder abgeben. Dirk würde gern nochmal zum Codrington College - und ich ebenfalls. Wir fahren Bananen-Plantagen entlang, die Straße ist nicht die allerbeste. Das Auto rappelt und klappert ohne Ende, dann fahren wir die schöne Allee hinunter. Wie steht im Reiseführer: 'Fast könnte man neidisch werden auf die Studenten'... und so ist es. Vom Park aus hat man einen tollen Blick auf die Küste, nicht weit ist eine geschützte kleine bucht mit vielen kleinen Fischerbooten. Auch hier: absolute Besuchsempfehlung!

 

Codrington College   Codrington College   Codrington College

 

Pünktlich nachdem wir uns alles angeschaut haben... beginnt es wieder zu regnen. Wir fahren nicht auf direktem Weg nach Hause sondern schauen uns noch Crane Beach an. Auch hier sieht es relativ gepflegt aus, viele nette Anwesen sehen wir. Angekommen merkt man, dass wir hier immer  noch am Atlantik sind - das Wasser ist rauer und leuchtet nicht in so schönen Farben wie die Karibische See. Das Hotel oberhalb der Bucht ist ein Riesenkomplex - und bestimmt nicht günstig. Schwimmen in der geschützten Bucht kann man - aber wir sind wirklich froh, dass wir an der Karibischen See und nicht am Atlantik sind.

 

Crane Beach   Crane Beach

 

Wir fahren über Oistins zurück und sind beide ziemlich geschafft. Abends nutzen wir nochmal den Wagen und fahren nach Rockley - man hat uns als Geheimtipp hier das Shakers empfohlen. Ohne nähere Beschreibung von Isolde hätten wir das niemals gefunden: zwischen der Scotiabank und Bubba's Sportsbar die Straße hoch bis zu einem Chicken-Lokal, dort die Straße (oder vielmehr Gasse) hinein und nach ein paar Metern auf der rechten Seite. Alle Plätze draußen sind belegt, aber wir dürfen an der Bar warten. Und tatsächlich wird nach ca. 20 min ein Platz frei. Auf der Karte steht nicht viel, alles BBQ vom Grill. Aber das Steak, welches ich esse, ist wirklich gut - und der absolute Hit sind die Spareribs. Die sind so zart, dass das Fleisch sich quasi von allein vom Knochen löst. Und die Marinade ist super lecker. Ich mag so etwas eigentlich nicht, aber diese schmecken sogar mir. Die Atmosphäre ist urig und gemütlich. Schade, dass sonntags nicht offen ist, das wäre für den letzten Abend die perfekte location gewesen... nichtsdestotrotz reservieren wir für Samstag einen Tisch. Warum ein weiteres neues Lokal ausprobieren, wenn es uns hier so gut gefällt?

 

Freitag, 20.04.2012

Wir haben wieder Pech mit dem Wetter, es regnet in Strömen. Was soll's, wir können uns auch so beschäftigen. Nachmittags klart es etwas auf und wir nutzen die Zeit, nochmal an den Strand zu gehen. Von allen Stränden, die wir jetzt so gesehen haben - ist „unser“ Maxwell Beach der schönste Strand.

Abends gehen wir nochmal zum Fischmarkt, überlegen ob wir zu Joan oder Fred's Bar gehen sollen. Da das Essen bei Fred's ein wenig raffinierter zubereitet war, gehen wir dorthin. Und sind ein wenig enttäuscht - Dirks Fisch ist trocken. Meiner ist zwar ok, aber beide Fische sind 0815-mässig zubereitet - eben einfach nur auf den Grill geworfen und die Beilagen dazu. Beim ersten Mal war alles ganz anders zubereitet und gewürzt. Dann wollen wir noch etwas trinken. Da zusätzliche Gäste an den Tisch kommen, soll ich aufrücken. Von dem Regen ist jedoch die Mitte der Bank noch nass, deswegen stehe ich auf, frage nach einem Tuch. Und werde von der Inhaberin an einen anderen Tisch gescheucht. Jegliche Lust, hier noch etwas zu trinken, ist vergangen. Da hilft auch die anschließende Entschuldigung der Inhaberin nichts. Dieses Mal also nicht besonders gut gegessen, etwas unfreundlich - selbst wenn ich noch länger hier wäre, hier würde ich bei Fred's nicht mehr essen. Da bin ich leider etwas nachtragend und gar nicht karibisch-gelassen... wir holen uns woanders einen Rumpunsch und gucken Leute. Interessant... dann schauen wir noch eine Weile den Dominospielen zu. Ein echtes Schauspiel, hier kann man wirklich länger verweilen, ohne dass einem langweilig wird. Und dann geht es mit dem Buschtaxi zurück. Wir haben zu ersten Mal das Taxi quasi für uns alleine - ein eigenartiges Gefühl.

 

Samstag, 21.04.2012

Noch ein letztes Mal einkaufen... wir holen die nötigsten Dinge in Oistins, gehen dann zum Lunch ins Surfers Cafe, essen einen hervorragenden Thunfisch-Wrap. Dort kann man nett sitzen, hintendurch hat man Blick aufs Meer, die Preise sind moderat und Wifi gibt es auch. Irgendwie sind wir heute etwas unfit, schon in Aufbruchsstimmung Richtung Heimat. Nach einem kleinen Nachmittagsschläfchen beschließen wir aber, den Tag noch zu nutzen. Nicht für den Strand - aber mit unseren Kameras nochmal zum Side Shore am Accra Beach, Sonnenuntergang genießen. Dieses Mal schaffen wir es rechtzeitig zur happy hour... obwohl es immer noch leicht bewölkt ist, sehen wir einen wunderschönen Himmel, der in allen Farben leuchtet.

 

Accra Beach   Accra Beach

 

Wir brechen unsere Zelte hier ab, unterhalten uns noch ein letztes mal mit Lutz und bedanken uns für die guten Tipps. Er fragt, wie uns Barbados gefallen hat. Ja - wie eigentlich? Alles in allem sehr schön - aber nicht schön genug, um kurzfristig nochmal herzukommen. Uns fehlen die Strandbars, Sehenswürdigkeiten gibt es auch nicht allzu viele - und das Essen empfinden wir als sehr eingeschränkt: Fisch (gegrillt, gebraten oder  oder frittiert), alles vom Grill unter dem Begriff Barbecue, Reis mit Linsen, Maccharoni-Pie, wenn man Glück hat, ein leckeres Curry, Coleslaw... ist das wirklich das Essen der Insel und der Einheimischen? Laut Lutz ja... viele gehen zu Chefette, KFC oder die allgegenwärtigen Buden, die letzten Endes alle ähnliches Essen haben. Auf meine Bemerkung zu leckerem Brot oder Käse wendet er ein, dass man das hier durchaus haben kann. Ja, aber zu welchem Preis? Es gibt wohl in einer Seitenstraße von Rockley/ Accra einen Bäcker, der leckeres Graubrot auf Bestellung macht - je nach Größe zahlt man dafür zwischen 15-20 BDS-$... und Käse? Ja.. Brie haben wir auch im Supermarkt gesehen - zu einem hohen Preis, ebenso 2, 3, 4 Käsesorten - ebenfalls nicht gerade günstig zu nennen. Und von Auswahl, wie wir das kennen, kann keine Rede sein. Gut - das kennen wir ja auch aus anderen Ländern. Ein Grund, warum mir Supermarkt und Bäckerei nach so ziemlich jedem Urlaub im Ausland wie das Schlaraffenland vorkommen - zu moderaten Preisen. Nichtsdestotrotz hatten wir hier eine tolle Zeit, haben viel gesehen, lecker gegessen. Als letzten Tipp wird uns noch mitgegeben, dass wir am Gap nicht wie geplant zum Cafe Sol sondern lieber zum Pisces gehen sollen - geringfügig teurer, aber gutes Essen. Schauen wir mal, was wir am letzten Abend machen - oder ob wir nicht doch bei Charlys landen? Heute sind wir auf jeden Fall nochmal im Shakers. Beide haben wir nicht sooo viel Lust, aber der Tisch war ja reserviert... und wir sind im Nachhinein froh: wir essen den besten Fisch, den wir bisher auf Barbados hatten. Der Mahi-Mahi ist ausgezeichnet zubereitet, auf den Punkt genau gegart, sehr lecker gewürzt. Und sogar die Pommes schmecken hier, haben nicht nur kurz das Fett in der Friteuse gesehen sondern sind knusprig und gut. Und das alles für 25 BDS-$ - auf dem Fischmarkt zahlt man das ebenfalls, aber das Shakers ist doch etwas anderes. Für uns hier neben Charlys eines der besten Lokale - urig und nicht überteuert.

 

Shakers   Shakers

 

<hrdata-mce-alt="Letzte Tage..." class="system-pagebreak" title="Letzte Tage..." />

 

 

Sonntag/ Montag, 22./ 23.04.2012

Der letzte komplette Tag - das Wetter hat ein Einsehen, wir können nochmal an den Strand. Das Meer ist heute sehr unruhig, wenn man im Wasser ist, sehen die Wellen teils richtig groß aus... aber herrlich. Wassertemperatur ca. 25-27 Grad... die Luft selbst hat ca. 29-33 Grad - allerdings laut Wetterbericht gefühlte 40 Grad - was wir nur bestätigen können. Ich nehme die Farben des Meeres, dieses wahnsinnige Türkis, nochmal auf, die Palmen, den Himmel... der Strand ist einfach nur schön...

Abends gehen wir dann tatsächlich doch zu Charlys. Sonntags ist Spezialnacht – die normale Karte gibt es nicht, alles ist vom Rost. Wir entscheiden uns für Roastbeef – und sind überrascht, wie gut es ist. Das Lokal wird eben von einem Engländer geführt.  Das perfekte Abschiedsessen…

Der letzte Tag bricht an, natürlich gehen wir nochmal für 2 Stündchen an den Strand. Heute ist es extrem windig, man wird quasi gesandstrahlt. Dann Koffer packen und noch für einen letzten Lunch nach Oistins ins Surfers Café.

 

Oistins - Surfers Café   Oistins - Surfers Café


Isolde wartet dann mit uns auf das Taxi und sagt Dirk, dass er am besten ein Feuerzeug noch in den Koffer packt – in der Hoffnung, dass man das dort nicht entdeckt. Denn in Barbados darf man weder Feuerzeug noch Streichhölzer mit durch die Kontrolle nehmen. Bisher wurde wirklich alles entdeckt und konfisziert, egal, welche Tricks man sich ausgedacht hat.

Am Flughafen erfahren wir dann genau das – das komplette Handgepäck wird sorgfältig gefilzt, Dirk muss wirklich sein Feuerzeug abgeben. Auf den Hinweis, dass selbst in den USA ein Feuerzeug erlaubt ist bekommt er zur Antwort, dass wir hier auf Barbados sind – und es eben nicht erlaubt sei.

Mein Fotorucksack und meine Handtasche werden auf den Kopf gestellt – ich müsste doch ein Feuerzeug haben. Ich bin zwar Nichtraucher, aber da mein Mann raucht, herrscht wohl Sippenhaft – es sei ja wohl logisch, dass ich ein Feuerzeug haben muss. So wird jedes Teil einzeln ausgepackt und begutachtet. Dass nichts aufgeschnitten wird zur weiteren Kontrolle ist wirklich alles. Die Dame ist äußerst gereizt und enttäuscht – denn bei mir ist in der Tat nichts zu finden, weder Feuerzeug noch Streichhölzer. Ich darf alles wieder einpacken und sie wendet sich dem nächsten Fluggast zu.

In der Wartehalle benötige ich dann ein Taschentuch, mache meinen Rucksack auf – und wir schauen uns erst ungläubig an, lachen dann lauthals los: aus Versehen habe ich Dirks konfisziertes Feuerzeug eingesteckt...

Der Temperatursturz bei der Ankunft ist enorm - auf Barbados ca. 29 Grad, in Deutschland Regen und unter 10 Grad... Und eines fällt sofort nach der Rückkehr in Deutschland auf: die Hektik - und die Rücksichtslosigkeit. Man wird angerempelt, obwohl jeder sieht, dass man schwere Koffer hat - bloss nicht aus dem Weg gehen. Am nächsten Tag, kaum zu glauben, kommt uns die Fahrt mit der Straßenbahn in die Kölner Innenstadt sehr lange vor. An jeder Station hat man das Gefühl, die Bahn steht ewig. Wer hätte das gedacht... eigentlich sagen wir immer, dass wir superschnell mit der Bahn in der Innenstadt sind. So verändern sich manchmal die Blickwinkel.

 

Das war es… der Bericht ist etwas Text-lastiger geraten als sonst. Dieses Mal haben wir auch nicht ganz soviel unternommen, haben viel am Strand gelegen. Wir hoffen, Ihr seid trotzdem gerne mitgereist. Noch ein kleiner Tipp für alle, die nach Barbados reisen: kontaktiert das Tourismus-Büro in München und fordert Informationsmaterial an. Das ist wirklich sehr ergiebig und eigentlich benötigt man dann gar keinen zusätzlichen Reiseführer.

Bezüglich Finanzen: viele größere, deutsche Banken haben eine Korrespondenzbank auf Barbados... und dann kann man dort kostenlos Geld abheben zum Interbankenkurs. Achtung: manchmal ist das nicht mit der Maestrokarte kostenlos möglich - sondern mit der Cirruskarte (=Sparkarte). Einfach mal auf die homepage Eurer Bank schauen und dort recherchieren.

 

Damit Ihr eine Vorstellung von Preisen bekommt, habe ich hier ein paar Beispiele (Supermarkt):

  BDS EUR
Magnum Eis $6,00 2,28 €
Cola Zero 0,5 l $1,85 0,70 €
stilles Wasser 1,5 l $2,85 1,06 €
Chips - kleine Tüte $2,45 0,90 €
1 kg Äpfel Gala $5,04 1,88 €
1 Bällchen Eis Chefette $3,85 1,43 €
Frischkäse 250 g $4,59 1,70 €
Banks Beer 6 Stück $13,65 5,07 €
Chardonnay 1 Flasche (günstigste) $19,95 7,40 €
1 l Milch $5,89 2,19 €
Edamer $7,05 2,62 €
6 Eier $3,89 1,45 €
Mayonaise $6,39 2,37 €
Toastbrot/ Sandwichbrot $5,89 2,19 €
Joghurt 6 Stück $9,96 3,70 €
Kekse $4,25 1,58 €
250 g Nudeln $1,79 0,66 €
Olivenöl 250 ml $8,49 3,15 €
Paprikaschoten rot 1 kg $21,99 8,16 €
Toilettenpapier 1 Rolle, 2lagig $2,25 0,84 €

 

Wenn man also erstmal von Barbados-Dollar in EURO umrechnet, sieht es nur noch halb so wild aus. Nichtsdestotrotz ist Barbados aus unserer Sicht von den Lebenshaltungskosten her nicht gerade günstig zu nennen...

 

Wer Interesse an mehr Fotos hat, kann diese wie immer in der Galerie finden. Und wie immer heißt es nun: nach dem Urlaub… ist vor dem Urlaub…